https://www.youtube.com/live/vovr1PUqBbk?t=1297s
Wikipedia schreibt dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_August_Graf_von_Galen#13._Juli_1941_%E2%80%93_St._Lamberti
13. Juli 1941 – St. Lamberti
In dieser Predigt[22.10][33.1] in seiner ehemaligen Pfarrkirche greift er auf, dass am Vortag die Niederlassungen der Jesuiten und der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis von der Gestapo aufgelöst, die Patres und Schwestern aus der Rheinprovinz ausgewiesen und die Ordenshäuser beschlagnahmt wurden. Er stellt fest, der Klostersturm, der schon in anderen Reichsteilen gewütet habe, sei jetzt auch in Münster ausgebrochen. Er kritisiert, dass diese Maßnahmen ohne ordentliches Verfahren gegen die Betroffenen verhängt worden seien und dies nicht das erste Mal sei, nachdem auch zwei Mitglieder des Domkapitels ohne Anklage aus der Diözese verbannt worden seien. Er fasst dies mit den Worten zusammen:
„Der physischen Übermacht der Geheimen Staatspolizei steht jeder deutsche Staatsbürger völlig schutzlos und wehrlos gegenüber. … Keiner von uns ist sicher, und mag er sich bewußt sein, der treueste, gewissenhafteste Staatsbürger zu sein, mag er sich völliger Schuldlosigkeit bewußt sein, daß er nicht eines Tages aus seiner Wohnung geholt, seiner Freiheit beraubt, in den Kellern und Konzentrationslagern der Geheimen Staatspolizei eingesperrt wird.“
Danach setzt er unter Zitat der lateinischen Devise Iustitia est fundamentum regnorum („Gerechtigkeit ist die Grundlage jeder Herrschaft“[34]) auseinander, dass in weitesten Kreisen des deutschen Volkes ein Gefühl der Rechtlosigkeit, ja feiger Ängstlichkeit Platz gegriffen habe. Den denkbaren Vorwurf, er schwäche durch diese Äußerungen die innere Front, weist er zurück und wendet ihn gegen die Machthaber: Da die Gerechtigkeit das einzig tragfeste Fundament aller Staatswesen sei, warnt er davor, in Deutschland würde die Rechtssicherheit zerstört, das Rechtsbewusstsein untergraben und das Vertrauen in die Staatsführung vernichtet. Als „deutscher Mann, als ehrenhafter Staatsbürger, als Vertreter der christlichen Religion, als katholischer Bischof“ rufe er laut: „Wir fordern Gerechtigkeit!“ Er betont jedoch:
„Gleich Christus, gleich den Aposteln, gleich den hl. Märtyrern sind wir gehorsam der Obrigkeit, treu unserem Volke, gewissenhaft im Beruf, in der Arbeit, in der Familie, in der Gemeinde, opferwillig bis zum Einsatz des Lebens, wie St. Viktor und alle hl. Soldaten, wie unsere tapferen Soldaten, die im Weltkrieg zu Tausenden ihr Leben für unser deutsches Vaterland eingesetzt und hingegeben haben.“
Auch zitiert er den Generalgouverneur und Reichsminister Hans Frank:
„Wir wollen jene solide Ausgeglichenheit der inneren Ordnung, die das Strafrecht nicht umkippen läßt in die absolute Autorität staatsanwaltlicher Verfolgungsmacht gegenüber einem von vornherein verurteilten und jeglicher Verteidigungsmittel beraubten Angeklagten … Unsere Aufgabe ist es – ebenso laut und nachdrücklich wie andere, die Autorität in jeder Form vertreten – zum Ausdruck zu bringen, daß wir die Autorität des Rechts als wesentlichen Bestandteil einer dauernden Macht mutig zu vertreten haben.“
Diese Predigt beschließt er mit den Worten „… so wird unser deutsches Volk und Vaterland trotz des Heldentums unserer Soldaten und ihrer ruhmreichen Siege an innerer Fäulnis und Verrottung zu Grunde gehen! Lasset uns beten für alle, die in Not sind, besonders für unsere verbannten Ordensleute, für unsere Stadt Münster, daß Gott weitere Prüfungen von uns fern halte, für unser deutsches Volk und Vaterland und seinen Führer!
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