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Samstag, 3. März 2012

Sind unsere Politiker unter die Räuber gegangen?" Zum Radwegebau auf den bergischen Bahntrassen

Am 16.06.08 veröffentliche ich als der verkehrspolitische Sprecher des ÖDP- Kreisverbandes Bergisches Land diesen Beitrag in der Internetpresse. Angesichts der bevorstehenden Eröffnung der Balkantrasse von Remscheid Lennep über Wermelskirchen und Burscheid nach Leverkusen Opladen bringe ich diese Position in Erinnerung und mahne eine Wende in der Verkehrspolitik hin zur umweltfreundlichen Verkehrsmitteln an. Der stillgelegte Balkanexpress hätte genauso modernisiert werden können, wie die Regiobahn, wo nach einer Modernisierung die Fahrgastzahlen von 500 auf 23.000 anstiegen! Solche wichtigen Bahnstrecken zu Radwegen auszubauen zeugt nicht von weitsichtiger Politik. Als Stadtbahn ist der Lückenschluss in Wermelskirchen noch immer möglich!

Ein Standpunkt von Felix Staratschek, Radevormwald, bis zum Parteiausschluss im Juni 2014 verkehrspolitischer Sprecher der Ökologisch Demokratischen Partei (ÖDP) im Bergischen Land / Oberbergischen Kreis.(Trotz Parteiausschluss bleibt für mich die ÖDP die erste Wahl, weil der ÖDP- Bundesvorstand sich mittlerweile von dem distanziert hat, was meine Kritik am früheren Bundesvorstand auslöste.)

Wenn man sich die Verkehrspolitik der CDU und FDP (Ausnahme: FDP Waldbröl!) im Land anschaut, hat man das Gefühl, die Politiker sind unter die Räuber gegangen. Dabei sind natürlich keine gewöhnlichen Räuber gemeint, die mir den PC klauen, damit ich nicht mehr solche Texte schreibe, nein, die Politiker berauben uns beim Wertvollsten, das wir nach unseren geistigen Werten besitzen, sie berauben uns der Zukunftspotentiale! Im Falle der Verkehrspolitik ist das die flächendeckende Eisenbahn, die diese aktiv mit viel Geld zurück bauen. Jetzt hat das von CDU und FDP regierte Land NRW ein Programm erstellt, um Bahnstrecken in Radwege umzuwandeln.


Begründet wird dies u.a. damit dass

1. die Bahnstrecken wegen geringen Verkehrsaufkommens stillgelegt seien und

2. es keine Chance auf eine Reaktivierung gebe.

Die heimischen CDU- MdL Peter Biesenbach und Bodo Löttgen wörtlich: "Für uns aber bieten sie (die Radwege auf Bahntrassen) eine sehr willkommene Möglichkeit zum Ausbau unserer heimischen Infrastruktur. Zudem versprechen wir uns positive Effekte für die Tourismuswirtschaft und Naherholung anstelle vor sich hin rottender Altlasten."


Das sind alles selbst erfüllende Prophezeiungen. Ein schlechtes Angebot, mit veralteten Zügen auf schlecht gepflegten Gleisen, mit bewusst schlechten Anschlüssen an andere Züge, ohne Abstimmung mit dem Busverkehr, der vor der Gründung des VRS (auch als Bahnbus!) seine Tarife immer etwas unter dem Bahntarif hielt, haben natürlich dafür gesorgt, das mit großen Aufwand auf vielen Strecken wenige Güter und Personen und viel heiße Luft befördert wurde.

Aber überall, wo man diese Gründe abgeschafft und ein zeitgemäßes Zugangebot erstellt hat (z.T. nach jahrzehntelanger Stilllegung aus oben genannten Gründen!!!), haben sich die Züge wieder gefüllt, oft erheblich stärker, als es die Prognosen vorhergesehen hatten.
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Beispiel Heilbronn: Die Straßenbahn wurde 1955 stillgelegt und ist seit 2001 wieder da mit einer durchgehenden Linie von Karlsruhe. Und 2013 wurde der erste Abschnitt der 2. Linie eröffnet, die hier im Bild ist. Die Balkanstrecke Remscheid - Wermelskirchen - Köln könnte so reaktiviert werden und die A 1 massiv entlasten.

Durchgehende Züge von Finnentrop über Olpe und Bergneustadt nach Gummersbach mit guten Anschlüssen an die Citybahn nach Köln, wären sowohl für die Pendler, als auch für den Fremdenverkehr und Tourismus ein Segen. Ebenso eine Nordsüdbahn im Kreis von Waldbröl über Wiehl, Gummersbach, Marienheide, Wipperfürth und Hückeswagen nach Remscheid/ Wuppertal/ Solingen. Die Strecke nach Olpe wäre eine kurze Verbindung vom Ballungsraum Köln in die Naturparke Ebbegebirge, Homert und zum Biggesee. Damit würde auch die Tourismusregion Oberberg aufgewertet, weil man per Zug Ausflugschancen zu weiteren attraktiven Zielen bekäme bzw. weil Besucher der anderen Naturparke schnell in den Naturpark Bergisches Land mit seinen Attraktion gelangen könnte. Gemeinsam könnten diese 3 Naturparke dann auftreten um sich attraktiv für die Naherholung zu präsentieren.


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Solche Treibwagen könnten auf allen nicht elektrifizierten Strecken im Bergischen Land fahren, auch von Morsbach und Waldbröl bis Remscheid. In Zwickau fahren Bahn- Dieseltriebwagen sogar als Straßenbahn bis in die Stadtmitte. 

Aber viel wichtiger für den Wohlstand im Oberbergischen Kreis als der Fremdenverkehr wird der Wirtschaftsfaktor Industrie bleiben, sofern die CDU ihren verkehrspolitischen Morgentauplan nicht weiter umsetzt. Die Industrie braucht keine Fahrradwege als "Infrastruktur", sondern Verkehrswege für Pendler und Güter. Und die Menschen brauchen überall eine gesunde Umwelt. All dem dient eine gute Eisenbahn, die keine "Altlast" ist, wie ein vergiftetes ehemaliges Industriegelände, sondern ein Zukunftspotential. Das aber ignoriert die CDU und fast die ganze FDP. Sie nehmen nicht zur Kenntnis, was in anderen Regionen erfolgreich praktiziert wird und das immer mehr Unternehmen nach Alternativen zum LKW- Transport suchen und neue Anbieter neue Chancen bieten. 

Die CDU betont immer öffentlich das "eine Chance auf Reaktivierung nicht besteht" und verschweigt dabei den Hauptgrund dieser Chancenlosigkeit, ihre eigene Politik. Die Oberberger können doch nicht blöder sein, als die Menschen in anderen Regionen, die freudig das ihnen neu geschaffene Angebot auf der Schiene annehmen. Aber diese CDU/FDP- Politik wird sich noch rächen. Klimawandel und künftig steigende Energiepreise sollten eigentlich bei dem dümmsten Politiker die Erkenntnis geweckt haben, das die Eisenbahn fast überall ein unverzichtbares Zukunftspotential darstellt, das schon in der Gegenwart in vielen Regionen segensreich genutzt wird.

Und bei einem Besuch im Bergischen Land verkündete der Landesverkehrsminister der CDU Oliver Wittke  bezogen auf die Wiehltalbahn, dass man nicht jedes Dorf an die Schiene anbinden könne und ihm die Vorstellungkraft dafür fehle, dass hier auf der Schiene wieder sinnvoller Verkehr stattfinden könne. 


Abgesehen davon, dass sich ein Verkehrsminister nicht von seiner eingeschränkten Vorstellungskraft leiten lassen sollte, sondern sich mit realisierten Verkehrsprojekten befassen sollten, die zeigen, dass Strecken vom Typ der Wiehltalbahn mit großen Erfolg reaktiviert werden können, hat es mich damals gewundert, dass die Städte Wiehl und Waldbröl diese Abwertung als "Dorf" kommentarlos hingenommen haben.

Als Radfahrer habe ich nichts gegen wirklich gute Radwege, zumal mir die Straßen von Radevormwald bis Bochum, Düsseldorf, Paderborn, Gummersbach, Speyer und Aachen aus der Fahrradperspektive bekannt sind. Aber die Bahntrassen, die hier in Oberberg in Radwege umgewandelt werden sollen, sind für die Daseinsvorsorge als Bahnstrecken viel wichtiger und vielseitiger, als als Radweg. Oder haben CDU und FDP schon zugesagt, das deren Mitglieder künftig Waren und Pendler per Fahrradrikscha in die Betriebe bringen? 

Wie eine Bahnstrecke dem Schicksal entging Radweg zu werden:

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