Die Weisheit der Alten - iDAF_Aufsatz 1 / 2020
(Verlinkung im Text zum großen Teil durch Felix Staratschek, Bild: Felix Staratschek, Copyleft)
Verehrte Interessenten, liebe Freunde des iDAF,
die Diskussion um die verunglückte Oma-Satire im WDR hat sich zu einer Debatte um mediale Monopole, um Deutungshoheit und damit zu einer Machtfrage entwickelt. Machtfragen sind aber für die Vierte Gewalt in einer repräsentativen Demokratie eigentlich nur sekundär, sie ergeben sich aus der Debatte, die die Medien abbilden, nicht ehrabschneidend und ausgrenzend führen sollten. Meinungsfreiheit ist deshalb die Freiheit, an dieser Debatte teilnehmen zu können, nicht sie totalitär zu usurpieren. So wie die Debatte derzeit läuft, ist sie eigentlich langweilig. Sie personalisiert und emotionalisiert, offenbar fehlen sachliche und inhaltliche Argumente. Den Ideologen steigt das Blut zu Kopf. Für uns ist die Debatte Anlass, auf die menschliche Leistung der alten Generation hinzuweisen, auch jenseits der Rente. Und damit den wahrscheinlich vergeblichen Versuch zu unternehmen, die überhitzte Debatte zu versachlichen. Wir wünschen bei der Gelegenheit Glück und Gelassenheit für das neue Jahr, familiären Zusammenhalt und Freude am Leben – und jetzt eine angenehme Lektüre,
Ihr
iDAF-Team Folgen Sie uns auf facebook
Informationen über die Möglichkeit der Spende zur Fortführung der Arbeit des iDAF - VIELEN DANK!
Die Weisheit der Alten
Auge der Geschichte, Archiv der Familie: Die Bedeutung der Großeltern für eine menschliche Gesellschaft
Von Jürgen Liminski
Wie steht es um die Großeltern?
Verehrte Interessenten, liebe Freunde des iDAF,
die Diskussion um die verunglückte Oma-Satire im WDR hat sich zu einer Debatte um mediale Monopole, um Deutungshoheit und damit zu einer Machtfrage entwickelt. Machtfragen sind aber für die Vierte Gewalt in einer repräsentativen Demokratie eigentlich nur sekundär, sie ergeben sich aus der Debatte, die die Medien abbilden, nicht ehrabschneidend und ausgrenzend führen sollten. Meinungsfreiheit ist deshalb die Freiheit, an dieser Debatte teilnehmen zu können, nicht sie totalitär zu usurpieren. So wie die Debatte derzeit läuft, ist sie eigentlich langweilig. Sie personalisiert und emotionalisiert, offenbar fehlen sachliche und inhaltliche Argumente. Den Ideologen steigt das Blut zu Kopf. Für uns ist die Debatte Anlass, auf die menschliche Leistung der alten Generation hinzuweisen, auch jenseits der Rente. Und damit den wahrscheinlich vergeblichen Versuch zu unternehmen, die überhitzte Debatte zu versachlichen. Wir wünschen bei der Gelegenheit Glück und Gelassenheit für das neue Jahr, familiären Zusammenhalt und Freude am Leben – und jetzt eine angenehme Lektüre,
Ihr
iDAF-Team Folgen Sie uns auf facebook
Informationen über die Möglichkeit der Spende zur Fortführung der Arbeit des iDAF - VIELEN DANK!
Die Weisheit der Alten
Auge der Geschichte, Archiv der Familie: Die Bedeutung der Großeltern für eine menschliche Gesellschaft
Von Jürgen Liminski
Wie steht es um die Großeltern?
Das Bild wandelt sich. Ein Blick auf Buchtitel der letzten Jahrzehnte gibt da ein wenig Aufschluss. Anfang der achtziger Jahre und bis in die neunziger Jahre, als der demographische Wandel langsam ins kollektive Bewußtsein sickerte, erschienen Titel wie „Die Altersexplosion“ oder „Die Altersrevolution“ und „Kampf der Generationen“.
Dann, nachdem klar wurde, dass dieser imaginäre Kampf vor allem dem Erfindungsreichtum kinderloser Journalisten entsprungen ist (siebzig Prozent der Journalisten sind kinderlos, bei den Frauen mehr noch als bei Männern), die sich nicht vorstellen konnten, dass alte Leute auch Familienmenschen waren und sind, widmete man sich, so hieß es jetzt, der „Kunst des Älterwerdens“ oder der „Vielfalt des Alterns“ und natürlich immer wieder dem Alter als Wirtschaftsfaktor („Alt ! Wie die wichtigste Konsumentengruppe der Zukunft die Wirtschaft verändert“), um schließlich, nach der Jahrtausendwende, in der Phase anzukommen, wo es heißt: „Jung im Kopf“ oder etwas dramatischer, „Hilfe meine Eltern sind alt“, und etwas sanfter „Lieber alt und gesund – Dem Altern seinen Schrecken nehmen“ oder ganz nüchtern: „Wenn alte Eltern Hilfe brauchen“. Es geht heute vor allem um das Fitbleiben und die Versorgung im Allgemeinen und bei Krankheiten und Pflege auch um die bleibende oder verbleibende Lebensqualität.
In dieser kurzen Perspektive über die letzten Jahrzehnte erscheint die Debatte um die Oma als „Umwelt-und Nazi-Sau“ nur wie der Blick durch das Monokel kleinkariert-verbissener Ideologen, die offenbar gar nicht merken, wie sehr ihre Haltung dem eigenen System schadet.
In dieser kurzen Perspektive über die letzten Jahrzehnte erscheint die Debatte um die Oma als „Umwelt-und Nazi-Sau“ nur wie der Blick durch das Monokel kleinkariert-verbissener Ideologen, die offenbar gar nicht merken, wie sehr ihre Haltung dem eigenen System schadet.
Wie gerechtfertigt und politisch vermittelbar ist es, jetzt eine Beitragserhöhung von einem alternden Publikum zu verlangen?
