Sonntag, 17. März 2019

Leserbrief: Nicht LKW sondern Verkehrspolitik kontra Klimaziele



Traurige Realität im ganzen Land, Anlagen für die Güterbahn werden
nicht modernisiert, sonder verfallen ungenutzt, wie hier der alte Güterbahnhof
der Post in Hof im Sommer 2017. 
 


Die RP vom 26.2.19 schreibt. der "LKW-Verkehr gefährdet Klimaziele". Eine solche Schlagzeile lenkt davon ab, dass etwas, das kein Bewusstsein hat, wie der LKW-Verkehr, nichts gefährden kann. Die Gefährder sind vielmehr diejenigen, deren Politik dazu führt, dass wir soviel LKW auf den Straßen haben. 

Da fehlt es zum einen an der Anlastung externer Kosten, was zur Verkehrsvermeidung beitragen würde und zum anderen daran, eine attraktive, flächendeckende Güterbahn auf Grundlage des Containertransportes zu schaffen. 

Wenn die Bahn "darauf nicht vorbereitet" ist, mehr Güterverkehr zu übernehmen, muss doch die Frage gestellt werden, wie das möglich ist angesichts der allgegenwärtigen Forderung Güter auf die Bahn zu bringen. Es liegt auf keinen Fall daran, dass "es nicht genug Wettbewerb auf der Schiene" gibt. Denn eine Flächenbahn kann es nicht im Wettbewerb geben, die muss gut geplant werden und kann nur durch Planung so gut werden, dass die dem LKW Paroli bietet. So ein System kann es nicht mehrfach gaben, dafür fehlen die Kapazitäten. Die Schiene entfaltet ihre Stärke durch gute Planung und Abstimmung. 


Güter auf die Eisenbahn, heißt es seit Jahrzehnten,
aber zu wenig passiert. 


Statt Güterwagen zu rangieren müssen künftig Container umgeladen werden. Um auch alte Anschlussgleise nutzen zu können brauchen die Container auch seitliche Türen. Auf Regionalgüterzügen kann man die Container in der Reihenfolge laden, wie diese unterwegs abgehängt werden sollen, so dass immer der letzte Wagen abgehangen werden kann. Einzelne Container können auch an Personenzüge gehangen werden und der Transportwaggon der letzten Meile kann einen eigenen Motor für Rangierfahrten haben. 

Leider ist die Politik akut dabei der Verkehrswende im Güterverkehr den Todesstoß zu geben. Denn die Flächen, die die Bahn wegen einer verfehlten Verkehrspolitik im Moment nicht braucht, werden um des kurzfristigen Profites  willen verhökert, statt die alten Güterbahnhöfe in moderne Logistikzentren umzubauen. 

Bei der kleinen Bentheimer Eisenbahn gibt es Ansätze für so eine Bahn, die haben so ein Logistikzentrum in einem Ort, der der großen DB keinen Pfifferling wert wäre. Dass dies so ist, ist aber auch Folge unserer zukunftsvergessenen Bundesregierung, die dieser Zerstörung der Bahnpotentiale tatenlos zuschaut. Aber an sowas wie Stuttgart 21 will keiner rütteln, obwohl die Kapazitäten, die da gebunden sind, für die Durchführung einer sinnvollen Verkehrswende dringend gebraucht würden. 

Abs. Felix Staratschek
Freiligrathstr. 2
42477 Radevormwald

Die Bentheimer Eisenbahn stellt sich im Video vor und zeigt, was man mit einer Bahnstrecke in einem Landkreis alles bewirken könnte. 
https://www.youtube.com/watch?v=YiWIWudGEQA

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