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Freitag, 10. Februar 2017

Bürgeranregung zur Nutzung der Wiehltalbahn und für den Erhalt von Bahn- Reserveflächen

Offener Brief an Politiker im Oberbergischen Kreis

Abs.: Felix Staratschek, Freiligrathstr. 2, 42477 Radevormwald

Sehr geehrte Damen und Herren!

Herzlichen Dank für die Mitteilung wann meine Bürgeranregung in Engelskirchen behandelt wird (Do. 16.2.17 nach  18 Uhr in der Gemeinderatssitzung).  http://www.engelskirchen.de/allris/to010.asp?SILFDNR=1206

Da ich in der Woche schon einen auswärtigen Termin bei einer verkehrspolitischen Veranstaltung der Konrad Adenauer Stiftung Teilnehme ( https://www.facebook.com/events/414261565573453/ ) , glaube ich nicht, dass ich es in einer Frühschichtwoche schaffe, einen weiteren auswärtigen Termin wahrzunehmen, zumal ich auch nicht erkennen kann, dass es ein Rederecht für den Autor von Anregungen gibt. Deshalb nutze ich diese Mail, um auf die Vorlage der Verwaltung einzugehen und Sie dürfen den Text gerne kopieren (und dabei die Schriftgröße und das Dateiformat verändern), wenn Sie dies den Ratsleuten als Ergänzung vorlegen wollen. Auch die Weiterleitung als Mail ist erlaubt.  

In der Vorlage der Verwaltung steht:

"Wie Felix Staratschek auch in seiner Bürgeranregung anführt, haben sich die politischen Mehrheiten entschieden, dass Ziel einer Reaktivierung als getaktete Nahverkehrsstrecke nicht anzustreben. 

Auf Grund der Ergebnisse der Studie schlägt die Verwaltung vor, die Bürgeranregung des Herrn Felix Staratschek vom 13.01.17 abzulehnen."

Ich weiß nicht, wie die Verwaltung von Engelskirchen zu diesem Schluss kommt. Es geht in den 3 Punkten meiner Anregung um drei eigenständige Themen, die nichts mit den Zielen des Spiekermann Gutachtens zu tun haben und da nicht zur Debatte standen. Im Spiekermann- Gutachten wurde eine Reaktivierung nach den höchsten Standarts untersucht und ist, wie ich dargelegt habe nicht unumstritten. In zwei von meinen Anregungen geht es um die Wiehltalbahn, in der 3. Anregung geht es um die Eisenbahn als ganzes, also auch um die Bahnflächen der Bahnhöfe Engelskirchen, Ründeroth und Osberghausen in der Gemeinde Engelskirchen. 

Anregung Nummer 1 sieht ein Konzept für einen Tourismusverkehr vor, wie es diesen auf zahlreichen ansonsten stillgelegten Strecken gibt. Dieser Verkehr muss nicht schnell sein, aber in einem Gesamtkonzept stehen. Ich habe als Beispiele die Schwäbische Alb Bahn mit dem Schienenbus "Ulmer Spart genannt, oder die Pfälzer Bahnstrecke "Der Bundenthaler", dessen Ankunft im Karlsruhe ich beim Umsteigen fotographieren konnte und im Antrag enthalten ist.  Es geht bei so einem Tourismusverkehr um viel weniger Zugkilometer, als bei einer hochwertigen Reaktivierung, so dass man bei einem guten Gesamtkonzept durchaus eine Bestellung dieses Tourismusverkehrs durch den Nahverkehr Rheinland (NVR) erreichen kann und so Geld in den Oberbergischen Kreis lenkt. Die Wiehltalbahn wurde erst vor kurzen abgenommen und ist weiterhin für den Zugverkehr zugelassen und wird nicht über Nacht wegrosten. Das reicht erst mal grundsätzlich um einen einfachen Zugverkehr am Wochenende einzuführen. Wo ein Bergischer Löwe fahren kann ( http://www.loewendampf.de/ ) , kann auch ein anderer Zug fahren. Die Einnahmen durch Trassenpreise würden die wertvolle Infrastruktur finanzieren. In NRW gibt es die Strecken Kall - Hellental und Euskirchen - Düren (nur samstags und sonntags, bestellt vom NVR), die ähnlich betrieben werden. 
Ein Fernsehfilm vom Bundenthaler: http://www.swr.de/eisenbahn-romantik/793-bundenthaler-dahner-felsenland/-/id=98578/did=11517924/nid=98578/j5qef0/index.html

Der Bundenthaler kommt abends in Karlsruhe an und trifft auf modernen Nahverkehr.


Vorschlag Nr. 2 ist ein Prüfauftrag, ob man Schülerverkehr auf die Schiene zurück verlagern kann. Das ist auf der Schwäbischen Alb Bahn passiert. Das ist weit von einem Nahverkehr im Takt entfernt, bindet aber montags bis freitags mehrmals täglich die ländliche Region an die Bahnstrecke nach Ulm an. Gerade die DB dürfte Fahrzeuge haben, die bei Ausschreibungen nicht mehr gewünscht sind, aber technisch noch viele Jahre fahren könnten. Triebwagen der Baureihe 628 könnten z.B. Schülerverkehr auf der Wiehltalbahn fahren. Teilweise stehen auch modernere Fahrzeuge nach verlorenen Ausschreibungen auf dem Abstellgleis. 

Diese beiden Gedanken können unabhängig voneinander verfolgt werden, was ebenfalls gegen eine pauschale Ablehnung aller Anregungen spricht. Wer das nicht mal prüfen will, kann doch gar nicht wissen, was ihm an guten Lösungsideen durchgeht.

Der dritte Vorschlag fordert den Erhalt von Reserveflächen für eine Rückkehr der Güterbahn in das Oberbergische Land. Es gibt Güpterbahnkonzepte, von denen noch nichts in Deutschland verwirklicht ist, die aber eine Rückkehr der Bahn in die Fläche möglich machen. Eine ganz neue Güterbahn auf Containerbasis könnte dezentral die Güter einsammeln und transportieren. Dafür bedarf es aber geeigneter Flächen um Umladeflächen und Logistikhallen mit Gleisanschluss an den Bahnstrecken neu zu bauen. Die Flächen sind oft noch vorhanden und werden wegen der verfehlten Verkehrspolitikl oft als nicht betriebsnotwendige aufgelassene Bahnflächen umgenutzt, um kurzfristig Profit zu machen. Langfristig wird aber die Zerstörung der Reserveflächen der Bahn die Rückkehr der Güterbahn verteuern oder gar unmöglich machen. Dies hat nun gar nichts mit dem Spiekermann- Gutachten zu tun. Trotz der schlechten Politik gelingt es z.B. der Bentheimer Eisenbahn in einer sehr ländlichen Region attraktiven Güterverkehr anzubieten. Warum soll diese Chance für den Oberbergischen Kreis für alle Ewigkeit verbaut werden? Siehe diese Selbstdarstellung der Bentheimer Eisenbahn, die in den nächsten Jahren auch den Personenverkehr zurück bekommen wird.  https://www.youtube.com/watch?v=YiWIWudGEQA

Video von moderner Containerverladung, die an jedem Ladegleis ohne teure Kräne möglich ist: 
So können auch alle Fabriken erreicht werden, die nicht an der Schiene liegen, aber dafür muss es wieder Güterbahnhöfe geben. 
So sieht eine moderne Güterbahn aus:
Künftig wird nicht mehr rangiert, sondern die Container werden umsteigen an Hochleistungs- Umladeanlagen. 
Güterzüge werden im Takt fahren, auf den Hauptstrecken stündlich oder öfter, auf Zweigstrecken alle 2 bis 6 Stunden, je nach Aufkommen. Je mehr Güterzüge fahren, um so eher lohnen sich weitere Kreuzungsbahnhöfe, um Güterzüge zwischen den Takt der Personenzüge zu bringen. Ausweichgleise für Güterzüge können auch außerhalb der Orte liegen und Kettenreaktionen bei Verspätungen der Personenzüge reduzieren, weil die auch für die Begegnung von Personenzügen genutzt werden können. Güterzüge tragen durch Trassenpreise zum Erhalt der Bahnstrecke bei und können, wenn dafür die Infrastruktur ausgebaut wird, dazu beitragen, die Fahrpläne der Oberbergischen Bahn durch mehr Ausweichstellen zu stabilisieren. Die Rückkehr der Güterbahn darf nicht im wahrsten Sinne des Wortes verbaut werden.  

Mit bestem Gruß,

Felix Staratschek

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