Übergriffe gegen
Politiker war Tema der Bergischen Morgenpost/Rheinischen Post vom 23.1.26. Diese Erfahrungen habe ich in
meiner AL-Zeit auch gemacht. In den Wupperorten wurde ein Plakat mit
"Felix nein Danke" beschmiert, in Bergerhof in meinem Wahlkreis ein
Dreiecksständer zerlegt und in den Schulwald verfrachtet. Ich konnte
jedoch alles wieder zusammen fügen und habe den Ständer wieder an die
Straße stellen können.
Als
übergriffig empfinde ich oft die Politik. Als z.B. die CDU die
Sanierung der Bahnstraße vor einer Bürgerbeteiligung beschließen wollte
konnte die AL erreichen, dass Bürgermeister Mans den Antrag von der
Tagesordnung nahm, weil das der Bürgerbeteiligung jeden Sinn genommen
hätte. Da Bürgermeister Dejan Vujinovic zur Wahl "Radevormwald neu
denken" plakatierte, hoffe ich dass es solches Verhalten der CDU mit ihm
nicht mehr geben wird. So mancher leichtfertige Umgang mit Geld, der
zur Staatsverschuldung beträgt ist letztlich eine Übergriffigkeit
gegenüber den Menschen, denen später die Kosten und Kürzungen als Folge
solcher Politik auf die Füße fallen.
Ich
habe zum Glück in der Coronazeit keine harte Polizeigewalt persönlich
erlebt, war aber doch zwei mal trotz absoluter Friedlichkeit bei der
Polizei geladen, am Ende zwar immer mit eingestellten Verfahren, aber
wenn ich hochrechne, wieviel Zeit die Polizei dann für solche Verfahren
aufgewendet hat, während denen echte Kriminalität wegen Zeitmangel durch
die Lappen geht. Das empfinde ich auch als übergiffig, da die Menschen
die Polizei bezahlen, damit dieser sicher leben können und nicht, damit
die der Politik hilft, die freie Meinungsäußerung zu unterdrücken.
Wasserwerfer gegen friedliche Proteste u.a., im kalten November 2020 in
Berlin waren nicht mehr verhältnismäßig und so übergriffig, dass dies
Niels Melzer, dem UN-Sonderbreichterstatter über Folter auf den Plan rief:
"Es ist absolut inakzeptabel, wenn die Polizei wegen bloßer
Ordnunswidrigkeiten oder zivilen Ungehorsam mit teilweise
lebensgefährlicher Gewalt gegen wehrlose Demonstranten vorgeht."
Ähnliches könnte man vom "Schwarzen Donnerstag" bei den Protesten gegen
"Stuttgart 21" sagen, wo mindestens einem Demonstranten vom Wasserwerfer
das Augenlicht genommen wurde.
Als
der katholische Pfarrer Klein die harten Maßnahmen kritisierte, die
Gottesdienste verboten haben, ohne das Corona-Narrativ an sich in Frage
zu stellen, brach aus der Politik ein m.E. übergreiffiger Shitstorm
herein, getragen auch von Bürgermeister Mans. Ich sprang damals Pfarrer
Klein zur Seite und war wenige Tage später aus der AL ausgeschlossen.
Ich hatte kein Verbrechen begangen, außer eine eigene Meinung zu
vertreten. Aber wer das Corona-Narrativ infrage stellte, durfte nicht
mehr im Verkehrsausschuss seine ÖPNV-Kenntnisse und sein Engagement für
gute Verkehrslösungen und Förderung von Radfahrern und Fußgängern
einbringen. Dieses Verhalten des Ehepaars Ebbinghaus und anschließend
der anderen Fraktionsmitglieder empfand ich als sehr übergriffig und
führte dazu dass die AL mehrere Wahlkreise nicht mehr besetzen konnte
und deshalb nicht mehr antrat. Jens Spahn, der kürzlich in Radevormwald
war, hat in der Corona-Enquete-Kommission eingestanden, dass es schon
immer bekannt war, dass die Impfung keinen Fremdschutz bietet. Damit
sind alle Werbeaussagen und der auch von Spahn erzeugte Druck sich
impfen zu lassen und die Diffamierung gegen Ungeimpfte als
unsolidarische Egoisten als übergriffig entlarvt. Die Folgen habe ich in
der S7 erlebt, wo ich bei der Rückkehr von einer Corona-Demo massiv
beschimpft wurde und ich den Eindruck hatte, dass nur die weibliche
Begleitung verhinderte, dass er mich verprügelte, verbal wurden mir
diese angedroht. Und einmal hatte ich jemand am Hals, dessen Verhalten
in der Coronazeit ich in einer Diskussion im Netz erwähnt hatte. Die
Formulierung war so, dass weder Ort, Zeit oder Person erkennbar waren.
Aber die Person folgt mir ständig im Netz, erkannte sich wieder und
forderte die Löschung des Satzes "wenn ich erlebe dass sich jemand in
einen Haushalt einlädt und dann anderen Hausbewohnern den Zugang zu
Wohnung verbietet, damit alle Regeln eingehalten werden". Das war mir zu
blöd und ich wollte weggehen, als ich plötzlich von hinten einen harten
Griff am Hals spürte. Ich musste erstmals das anwenden, was ich im
Objektschutz-Lehrgang gelernt hatte, einen Angreifer abwehren und
Dominanz erzeugen. Ich habe die Person mit ausgestreckten Armen aus dem
Haus geschoben, wo andere Leute waren und laut gerufen "Du gehst zum
Arzt!" Besagte Person wohnt nicht in Radevormwald und ist nach meiner
Einschätzung bis heute überzeugter "Zeuge Coronas", den ich noch lange
nach Ende der Maskenpflicht mit Maske zufällig beim Umsteigen in einem
Bahnhofsladen einkaufen sah.
Auch
Passivität kann übergriffig sein, wenn etwas verhindert wird, was den
Menschen sehr nutzen würde und dessen Ausbleiben vielen schadet. 2007
wurde durch eine Verzehrstudie
bekannt, dass "82 % der Männer und 91 % der Frauen nicht die empfohlene
tägliche Zufuhr von Vitamin D" erreichen. Der Mangel wurde bekannt,
aber wurde seitdem gehandelt? Hauptquelle für Vitamin D ist die
hochstehende Sonne im Sommerhalbjahr. Viele Pflegefälle kommen gar nicht
mehr an die Sonne. Bei diesem großen Mangel müsste es Kassenleistung
sein den Vitamin D Status zu prüfen und Defizite zu beheben. Denn genau
die Gruppe die durch ihre Lebensbedingungen die größten Defizite haben
muss war am schwersten von Corona betroffen. Aber aus irgendeinem Grund
lässt man lieber Menschen sterben, statt das erkannte in Politik
umzusetzen. Das empfinde ich als sehr übergriffig. Deshalb nicht
verhinderte Krankheiten erzeugen mehr Kosten für Kassen und Betriebe als
eine Behebung des Vitamin D-Mangel. Bei der angespannten Finanzlage der
Krankenkasse ist es unverständlich, dass man diese preiswerte
Prophylaxe nicht betreibt.
Felix Staratschek
Freiligrathstr. 2
42477 Radevormwald

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