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Samstag, 21. November 2015

Kommentiert: Jürgen Todenhöfer: OFFENER BRIEF AN DEN KALIFEN DES „ISLAMISCHEN STAATS“


JürgenTodenhöfer dufte den Islamischen Staat bereisen. Als Reaktion schrieb er einen offenen Brief, den ich hier kommentiert wieder gebe. 

Er nennt dabei Koranstellen und sagt, er habe den Koran mehrmals gelesen. Das haben wir gemeinsam. Ich werde aber jeder dieser Stellen nachschlagen und prüfen, in welchen Umfeld stehen diese Aussagen in der jeweiligen Sure und gegebenenfalls werde ich auch Bezüge zu anderen Suren herstellen. 


Sehr geehrter Kalif!
(Kurzfassung von Jürgen Todenhöfer des offenen Briefes, Langfassung weiter unten)

Zehn Tage war ich Gast Ihres Landes. 

Mein Urteil: 

Im Grunde sind - bis auf Äußerlichkeiten - die meisten Aktionen des IS antiislamisch. Ein Gegenprogramm zum Islam. Sie sollten Ihren Staat in „Anti-Islamischer Staat – AIS“ umbenennen. 

Vier Beispiele von vielen: 

Im Islam gibt es keinen Zwang in Glaubensfragen ( 2: 256). 

Bei mir steht im Koran: "Zwingt keinen zum Glauben, da die wahre Lehre vom Irrglauben ja deutlich zu unterscheiden ist." 

Hier wird nichts ausgesagt, wie man mit Nichtmuslimen umgehen soll. Die Sure stammt m.W. aus der Anfangszeit in Medina, als sich die Muslime noch mit Heiden und mehreren jüdischen Stämmen arangieren mussten. Ein Übereifer hätte die kleine Gemeinde der Muslime sogar in Gefahr bringen können.

https://www.youtube.com/watch?v=Ny1xSTwu4ts


Es gilt ein klares Verbot von Angriffskriegen ( 22: 39). 

Ich kann das im Inhalt dieses Verses, der in meinem Koran aus Mekka stammen soll, nicht finden, zumal Mohammed in Mekka noch keine militärische Macht hatte. Der Koran erlaubt hier die Verteidigung, aber das ist keine Aussage, die den Angriff grundsätzlich verbietet: 

"Den Gläubigen wurde erlaubt die Ungläubigen, welche sie ungerechtfertigter Weise verfolgten, zu bekämpfen......"


Die Tötung von Zivilisten, Frauen, Kindern und alten Menschen ist verboten, die Zerstörung religiöser Stätten untersagt (22: 40).

Zu Frauen, Kindern und alten Menschen finde ich in diesem Vers nichts. Und ich finde hier auch kein Verbot der Zerstörung religiöser Stätten: 

"Wendete Allah die Gewalttätigkeit der Menschen (Ungläubige?) durch andere Menschen (Muslime?) nicht ab, so wären die Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in welchen der Nasme Allahs so oft genannt wird, schon längst zerstört." 

Für mich steht hier, der Islam wird bedrängt, aber Allah schützt ihn. Und da Mohammed mit seiner Botschaft auch Christen und Juden erreichen wollte, werden die hier mit erwähnt. Hier steht aber nichts drinnen, wie Muslime selber mit Juden und Christen und deren Einrichtungen umgehen sollen.



Sie persönlich sind ein Gegenprogramm zum Propheten. Mohammed war barmherzig, Sie sind erbarmungslos. Mohammed war ein nach vorne blickender Revolutionär. Sie sind ein rückwärts gewandter Reaktionär. Ein Reformer, ein Mann Gottes, des „Allerbarmers und Barmherzigen“, sind Sie nicht.

Die Ermordung eines eines ganzen jüdischen Stammes kann wohl kaum als Barmherzigkeit angesehen werden. Die Barmherzigkeit des Koran gilt doch vor allem für die gläubigen Muslime, die sich an die islamischen Regeln halten. Für alle anderen ist Allah auch der streng Bestrafende. Die sozialistischen Staaten im Ostblock nannten sich auch demokratische Staaten oder sogar Deutsche Demokrattische Republik DDR. Nur weil irgendwo was draufsteht, muss es noch lange nicht darinnen sein.



Die Sure, gegen die Sie am meisten verstoßen, lautet: Wenn jemand einen Menschen tötet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit getötet. Wenn er aber einem Menschen das Leben rettet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit gerettet (5: 32). Sie haben nie Menschenleben gerettet. Immer nur gnadenlos getötet. Sie schaden damit der gesamten muslimischen Welt. Sie sind zur Zeit der größte Feind des Islam.

Wo steht, dass dies die zentrale Sure des Koran ist? 

Immerhin enthält der Vers einen Einschub, den Todenhöfer hier weglässt. Um Vergeltung zu üben oder weil jemand Schaden auf der Erde anrichtet, ist das Umbringen erlaubt. 

Und schon der Folgevers sagt: 

"Der Lohn derer, welche sic gegen Allah und seinen Gesandten empören und sich bestreben nur Verderben auf der Erde anzurichten wird sein, dass sie getötet oder gekreuzigt oder ihnen die Füße und Hände an entgegengesetzten Seiten abgehauen oder dass sie aus dem Lande verjagt werden. Das ist die Strafe in dieser Welt......" 

Soweit diese Sure, die zu den späten Suren in Medina zählt. 



Trotzdem danke ich für Ihre Gastfreundschaft! (Obwohl mir Ihre Kämpfer in Mosul gedroht haben, nach Deutschland zu kommen und mich hier umzubringen. Ihre Sicherheitsgarantie gelte nur für den "Islamischen Staat").

Sie haben mir die Gelegenheit gegeben, das Land, das Sie beherrschen, relativ frei zu besuchen. Ich hätte gerne einmal einen wirklich islamischen Staat besucht. Er hätte sich ruhig gegen westliche Ungerechtigkeiten zur Wehr setzen dürfen. Dass ich am Ende nur einen anti-islamischen Staat kennenlernte, bedauere ich sehr.

Möge Allah Sie und den IS stoppen- im Interesse des wahren Islam! Allah ist - anders als Sie - weder Angriffskrieger, noch Terrorist. Allah ist viel größer und barmherziger, als Sie sich offenbar vorstellen können.

Ihr Jürgen Todenhöfer

PS: Dies ist ein kurzer Auszug aus meinem langen offenen Brief an Al Baghdadi. Den größten Teil des Textes findet ihr unten. Und in meinem Buch. Er ist die abschließende Bewertung meiner Reise in den "Islamischen Staat". Zahlreiche arabische und deutsche Zeitungen haben ihn veröffentlicht.

OFFENER BRIEF AN DEN KALIFEN DES „ISLAMISCHEN STAATS“

Wie höflich oder distanziert darf ein solcher Brief sein? Mahatma Gandhi schrieb 1939, einen Monat vor Kriegsbeginn, „im Namen der Menschlichkeit“ an Adolf Hitler. Das Schreiben begann mit „Lieber Freund“ und endete mit „Ihr ehrlicher Freund M.K. Gandhi“. So freundlich konnte ich nicht sein. Aber unhöflich wollte ich auch nicht sein. So schrieb ich:

Sehr geehrter Kalif Ibrahim Awwad, Abu Bakr Al Baghdadi!

Als Erstes bedanke ich mich für die korrekte Einhaltung Ihrer Sicherheitsgarantie während unseres Aufenthalts im „Islamischen Staat“. Sie sollten häufiger freie Publizisten aus aller Welt einladen, statt Journalisten hinrichten zu lassen.

Nach Untersuchungen dreier US-amerikanischer und einer irakischen Universität hat allein der völkerrechtswidrige Irakkrieg George W. Bushs mindestens eine halbe Million Menschen getötet. Die angesehene Organisation "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW)" geht in ihrer jüngsten Veröffentlichung sogar von 1 Million Toten aus. Ich kann jeden Araber verstehen, der sich der seit Jahrhunderten nicht endenden militärischen Interventionspolitik des Westens widersetzt. Ich bin nicht blind gegenüber dem Unrecht des Westens.



Diese Aussage ist nicht historisch haltbar. Was soll hier seit Jahrhunderten der westlichen Interventionspolitik ausgesetzt gewesen sein? Die ganze Region, außer dem kleinen Kuwait, stand bis zum 1. Weltkrieg unter osmanischer Herrschaft oder war nur von Stämmen kontrolliertes Territorium, aus dem Saudi Arabien entstand. 

Die Osmanen waren mit Deutschland verbündet und die Deutschen bauten hier u.a. zahlreiche Bahnlinien, so dass manche Bahnhöfe eher an Deutschland als den Orient denken lassen. 

Engländer und Franzosen waren hier, von Kuwait abgesehen, nur 3 bis 5 Jahrzehnte und und nicht Jahrhunderte. Das macht auch die fehlerhafte Politik europäisch geprägter Staaten nicht besser, sollte aber korrekt wieder gegeben werden. Es ist eine große Frage, wie imperialistisch das Osmanische Reich gewesen wäre, hätte es dazu die wissenschaftlich technischen Möglichkeiten besessen. 


Sie haben in Syrien und im Irak einen militärisch teilweise ungewöhnlich erfolgreichen Feldzug geführt, den niemand für möglich gehalten hätte. Obwohl auch Sie erleben werden, wie launisch das Kriegsglück ist. Die Methoden, die Ihre Organisation allerdings bei ihren kriegerischen Aktionen anwendet, sind nach den Geboten des Koran unislamisch und kontraproduktiv. Sie schaden der gesamten muslimischen Welt. Vor allem dem Islam, in dessen Namen Sie zu kämpfen vorgeben.

Terror hat mit Islam so wenig zu tun wie Vergewaltigung mit Liebe. Sie und Ihre Kämpfer sind deshalb auch keine „Gotteskrieger“. Wenn es so etwas überhaupt gibt. Vielleicht wollen Sie das auch gar nicht sein. Der Begriff stammt ja aus der Zeit der Kreuzzüge und ist „christlich“. Ich habe den Koran mehrfach mit großem Gewinn gelesen. Den Geist der Brutalität, den Sie und Ihre Kämpfer bewusst verbreiten, habe ich darin nicht gefunden. Es sei denn, man reißt die Darstellungen der Angriffskriege der Mekkaner gegen das militärisch unterlegene Medina Mohammeds in den Jahren 623 bis 630 aus ihrem geschichtlichen Zusammenhang. Die Feinde des Islam machen das gerne.

Jetzt bitte nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen. Der Auslöser der Kreuzzüge war ein aggressives Verhalten der muslimischen Herrscher in Palästina gegen die Christen und der Einfall der islamischen Türkvölker in das Innere des bis dahin oströmischen Kleinasien. Der Koran alleine reicht nicht, um das verhalten der Muslime zu erklären. Der Koran ist für Muslime das, was für Christen Jesus ist. Für Christen ist Jesus, die Person, die Offenbarung - das Wort ist Fleisch geworden  , für Muslime ist es ein Text, der Koran - das Wort ist Buch geworden. Das was Christen Neues Testament nennen, nennt der Islam Hadith. Im Koran kommt sehr selten vor, wie Mohammed dessen Verse ungesetzt hat und wie er agierte. Das berichten die Hadithe. Und dann frage ich mich doch, ob die Mekkaner Angriffskriege gegen Medina geführt haben, oder ob die es einfach nur Leid waren, ständig von der Räuberbande aus Medina überfallen zu werden und Lösegeld zur Auslösung von Gefangenen zahlen zu müssen. Was hätte es denn die Mekkaner interessiert, wenn die Muslime friedlich in Medina ihrer täglichen Arbeit nachgehen und in einer Moschee beten?



Die Mythen und geschichtlichen Passagen des Alten Testaments beschreiben übrigens viel blutigere Kriege als der Koran. Der jüdische Evolutionsforscher Steven Pinker nennt daher das Alte Testament ein „einzig langes Loblied der Gewalt“. Dennoch sind diese Schlachten-Beschreibungen nur für Ignoranten der Wesenskern des Alten Testaments. Das Alte Testament ist ein Buch der Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Wie der Koran.

Bibel und Koran sind ganz verschiedene Bücher. Der Koran stammt von Allah, die Bibel soll zwar nach christlicher Lehre inspiriert sein, um uns zu belehren, ist aber mit den Worten der Menschen der jeweiligen Zeit verfasst worden. Die Offenbarung ist nicht der Text, sondern die Offenbarung ist das aktive Handeln Gottes. Im Text der Bibel berichten Menschen von dieser Offenbarung. Für Christen ist die Bibel aus der Perspektive des Neuen Testamentes zu lesen. Und der Koran, der 600 Jahre später entstand muss sich an diesem Neuen Testament messen lassen, zumal im Korantext behauptet wird, dass diese neue Offenbarung Fehler korrigiere, die Juden und Christen in ihren Schriften hätten.



Der Kerngedanke des Islam, sein für die damalige Zeit revolutionärer Aufruf zu Gerechtigkeit, Gleichheit und Barmherzigkeit, scheint Ihnen leider fremd zu sein. Obwohl diese zentrale Botschaft den Koran wie ein roter Faden durchzieht.

Das ist eine sehr gewagte Aussage. Die Gleichheit gilt doch nicht für Schriftbesitzer, die in demütiger Unterwerfung Tribut zahlen müssen (Sure 9.29)  und auch nicht für die Götzendiener, die nach der Eroberung Mekkas konvertieren oder auswandern mussten. 

Frauen bekommen zwar ein paar Rechte, werden aber im Koran deutlich unter die Männer gestellt, die sich jederzeit "auf ihren Acker" gehen dürfen und auch Sklavinnen haben dem sexuellen Verlangen der Männer zu dienen. 



Kein Wort taucht im Koran als Beschreibung Gottes häufiger auf als das Wort Barmherzigkeit. 113 der 114 Suren des Koran beginnen mit dem Satz „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen“. Von nichts ist Ihre Kriegsführung allerdings weiter entfernt als von Barmherzigkeit. Sie führen Ihre Feldzüge zur Ausdehnung des „Islamischen Staats“ in der Tradition der unchristlichen Gewaltorgien des Mittelalters sowie der Horden Dschingis Khans und Pol Pots. Sie planen außerdem ganz konkret die größte „religiöse Säuberungsaktion“ der Geschichte, die Tötung von Hunderten Millionen „Ungläubigen und Abtrünnigen“. Immer wieder frage ich mich, wo das im Islam geschrieben steht.

Die Barmherzigkeit habe ich schon weiter oben angesprochen. Fakt ist, dass der auf der arabischen Halbinsel praktizierte Umgang mit den Heiden im Islam nicht durchgehalten wurde. Indien wurde lange von islamischen Dynastien beherrscht, die eine Bevölkerung mit Hindumehrheit regierten. Ob dass nun Pragmatismus war oder religiöse Einsicht, weiß ich nicht, denn laut Koran trifft die Ungläubigen Allahs Fluch und die stehen vor Allah tiefer als das Vieh.



1. Im Islam gibt es keinen Zwang in Glaubensfragen (Sure 2 Vers, 256). Sie aber lassen Menschen bestialisch ermorden, nur weil sie Schiiten, Alawiten, Jesiden oder demokratiefreundliche Sunniten sind. Es sei denn, sie konvertieren freiwillig zu Ihrer gnadenlosen Ideologie. Das heißt vor ihrer Eroberung. Religiöse Toleranz war über Jahrhunderte eine der meist gerühmten Tugenden islamischer Herrscher. Wo, sehr geehrter Kalif, ist Ihre Toleranz?

Wie schon oben gesagt, halte ich diese Aussage für eine Überinterpretation des Koranverses.  In der gleichen Sure steht dieser Vers: (2.110)  

"Ein großer Teil der gelehrten Schriftbesitzer wünscht, dass ihr , nachdem ihr gläubig geworden seid, wieder ungläubig werdet; aus Neid ihrer Seelen, da sie die Wahrheit sehen; aber kehrt euch ab und vergebt ihnen, BIS (!!!!!!!!) Allah euch seine Entscheidung befiehlt. Er ist der Allmächtige." 

Das ist eine eindeutige zeitliche Begrenzung dieser Aussage und die Ankündigung, dass es mal anders kommen wird, geoffenbart zu Beginn der Zeit in Medina. Als Mohammed starb,  gab es in Medina und Mekka keine bekennenden Andersgläubigen mehr.



2. Im Islam gibt es ein klares Verbot von Angriffskriegen (z. B. in Sure 22, Vers 39). Der Prophet hat nie Angriffskriege geführt. Er wurde immer nur angegriffen – von den militärisch weit überlegenen, andersgläubigen Mekkanern. Sie allerdings, Herr Kalif, überfallen hemmungslos ganze Regionen, Städte und Dörfer, die Ihnen nichts getan haben.

Dazu habe ich mich schon oben geäußert. Wenn Mohammed auch nur glaubte, jemand bedrohe ihm, hat er zugeschlagen und auch gegen damalige Kriegsregeln verstoßen. Denn Fehden waren damals gang und gäbe, aber man sollte dem anderen nicht die Lebensgrundlagen nehmen. Aber als sich Juden in Medina  gegen die islamischen Belagerer werten, zerstörte Mohanmed ihre Palmen und zwang diese so zur Aufgabe und Auswanderung in eine Oase, die er einige Zeit später eroberte. Und wenn die Mekkaner gegen Mohammed zu Felde zogen, dann doch deshalb, weil dieser mit seiner Räuberbande die Karawanenwege unsicher machte. Siehe u.a Wikipedia



3. Im Islam ist die Tötung von Zivilisten, Frauen, Kindern und alten Menschen verboten. An mehreren Stellen des Koran wird das unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Ihre Anhänger aber richten unschuldige Menschen auf widerlichste Art und Weise hin. Ja, sie vergewaltigen Frauen, eine Abscheulichkeit, die der Koran aufs schärfste verurteilt. (Sure 24, Vers 33). Das soll islamisch sein?

Wo bitte steht das da, ich finde den Vers nicht. Aber Sure 24.34 steht in meinem Koran, dass Allah Barmherzig gegenüber den sexuellen Straftätern ist, die ihre Sklavinen zu Sex zwingen, obwohl diese keusch leben wollen. Kann man eine vermeintliche Barmherzigkeit schlimmer pervertieren?   

"24.34  ...Zwingt auch eure Sklavinnen, wenn sie ehrbar und keusch sein wollen, nicht zur Hurerei...... Wenn sie aber dennoch jemand dazu zwingt, so wird Allah, nachdem sie gezwungen wurden, versöhnend und barmherzig sein."



4. Im Islam ist die Zerstörung religiöser Stätten untersagt (Sure 22, Vers 40). Sie aber lassen Kirchen, Synagogen, schiitische, ja sogar sunnitische Moscheen zerstören und schänden. Auch das ist vollkommen antiislamisch.

Auch hier verweise ich auf bereits gesagtes. Ich kann das aus dem Vers nicht zwingend herauslesen. 



Die Liste Ihrer fast demonstrativen Verstöße gegen den Koran ließe sich beliebig verlängern. Im Grunde ist bis auf Äußerlichkeiten alles, was Sie tun, antiislamisch, ein Gegenprogramm zum Islam.

Ich bin Christ. Meine Religion kennt durch das Johannes-Evangelium die Figur des „Anti-Christen“. Durch Ihre Taten und Ihre Existenz lerne ich, dass es offenbar auch die Figur des „Anti-Muslims“ gibt. Dass dieser Anti-Muslim sich „Kalif des Islamischen Staats“ nennen würde, haben selbst die gelehrtesten Köpfe des Islam nicht vorausgesehen. Sie ahnten nicht, dass jemand die islamische Geschichte und die islamische Religion so grenzenlos verhöhnen könnte. Eigentlich müssten Sie Ihre eroberten Gebiete in „Anti-Islamischer Staat – AIS“, umbenennen.

Der ganze Islam ist im biblischen Sinne antichristlich. Denn der Koran lehrt, dass alle die an die Göttlichkeit Jesu glauben, in die Hölle kommen. Die Ablehnung der Göttlichkeit Christi ist aber das Kennzeichen des Antichristen. Solange diese Ablehnung friedlich vertreten wird, fällt die unter die Religionsfreiheit. Der Begriff Anti- Christ bezieht sich nicht auf die gläubigen Christen, sondern auf eine Person oder Gruppe die einen Gegen- Jesus aufstellt. Es wäre daher hier nicht von einem "Anti-Muslim", sondern von einem Antikoran oder Antiallah zu sprechen. 



Was Sie sagen und tun ist nicht nur ein Gegenprogramm zum Islam, sondern auch zum Wirken des Propheten. Mohammed war barmherzig, Sie sind erbarmungslos. Mohammed war ein nach vorne blickender Revolutionär. Sie sind ein rückwärts gewandter Reaktionär. Zu unterstellen, dass Mohammed, einer der dynamischsten Reformer der Geschichte, 1400 Jahre nach seinem Tod noch immer nach den Sitten und Bräuchen des Altertums leben würde, ist absurd. Große Revolutionäre pflegen sich nicht 1400 Jahre auf ihren Erfolgen auszuruhen. Sie, Abu Bakr Al Baghdadi, mögen ein beachtlicher Feldherr sein. Ein Reformer, ein Mann Gottes, des „Allerbarmers und Barmherzigen“, sind Sie nicht.

Ich glaube dass sind ein paar Lorbeeren zuviel. Interessant ist was z.B. Al Buhari über die Frauen aus Medina berichtet:

Abdullah ibn Abbas berichtet:
"....Wir, die Qurais (Stamm aus Mekka, dem Mohammed angehörte) hatten immer gegenüber unseren Frauen das Sagen. Aber als wir nach Medina kamen, mussten wir feststellen dass bei den Ansar (Helfer Mohammeds aus Medina) die Frauen DOMINIERTEN. Und unsere Frauen fingen plötzlich an, diese Sitte der medinensischen Frauen nachzuahmen. ......". 


An den Revolutionär Jesus kommt Mohammed nicht heran und demontiert mit seiner Offenbarung dessen Lehre. 


Viele Terrororganisationen vor dem IS haben gegen den Islam verstoßen und ihn als Maske für unislamische Taten missbraucht. Auch manch verblendeter Herrscher und Religionsgelehrter hat sich diese große Religion zurechtgebogen. In der Geschichte des Christentums hat es vergleichbare Fälle gegeben. Viele teuflische Taten wurden im Namen des Christentums begangen. Auch Sie, Herr Al Baghdadi, predigen in Wirklichkeit nicht den Islam, sondern Ihre Privatreligion und Ihre Privat-Shariah.

Ich glaube nicht, dass es seine Privatreligion ist, schließlich besteht der IS nicht nur aus dieser Person sondern aus verschiedenen Gremien, die auch den Kalifen kontrollieren und absetzen können. Dass dies nicht der eigentliche Islam ist, wäre wünschenswert. Aber dieser Brief liefert dafür leider keine Belege. Viele Aussagen scheinen eher Wunschträume von Jürgen Todenhöfer zu sein. Aber jeder, der das anders sieht, kann die gut begründet hier als Kommentar anhängen oder mir über das Kommentarfeld einen Link zu guten Hintergrundinformationen geben. Auch wenn ich manche Interpretationen von Jürgen Todenhöfer nicht nachvollziehen kann, habe ich eine hohe Achtung vor seinen Leistungen und seinen Mut. 


Ihre Anhänger verweisen darauf, dass George W. Bush erheblich mehr Menschen umgebracht habe als Sie. In einem völkerrechtswidrigen Krieg sogar. Das dürfte zurzeit noch stimmen, zumindest wenn Ihr Vormarsch nicht bald gestoppt wird. Ich habe mehrfach gefordert, dass sich die Verantwortlichen des Irakkriegs vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten müssten. Auch Bush und Blair.

Doch Sie unterscheiden sich von Bush vor allem in 4 Punkten:

1. Der damalige US-Präsident, der schwerste Kriegsverbrechen begangen hat, hat sich der Folterungen und Demütigungen in Abu Ghraib, Guantanamo oder Bagram wenigstens nicht öffentlich gerühmt und gebrüstet. Auch nicht der von GI's außerhalb von Kampfhandlungen begangenen schändlichen Morde und Vergewaltigungen. Er hat diese beschämenden Taten nicht zum Mittelpunkt seines Programms erhoben. Auch nicht zum Mittelpunkt des Christentums. Sieht man von einigen rhetorischen Entgleisungen zu Beginn des Krieges ab, als er sich auf einen „Kreuzzug“ begeben wollte und sich zeitweise für Jesaja hielt.

2. Er hat nie wie Sie absichtlich, gezielt, genussvoll inszeniert und zelebriert, unschuldige Zivilisten ermordet. Journalisten, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen usw.

3. Er hat nie eine religiöse „Säuberung“ geplant wie Sie, der Sie die Auslöschung aller nicht abrahamitischen Religionen anstreben. Eine Auslöschung, bei der viele hundert Millionen Menschen sterben müssten. Sie planen den größten Völkermord aller Zeiten, der alles in den Schatten stellt, was die Menschheit bisher erlitten hat. Sie missbrauchen dafür den Namen des Islam! Das ist Gotteslästerung.

Lassen wir einfach mal den Koran sprechen:

"47.5 Wenn ihr im Kriege mit den Ungläubigen zusammentrefft, dann schlagt ihnen die Köpfe ab, bis ihr eine große Niederlage unter ihnen angerichtet habt. Die übrigen legt in Ketten und gebt sie, wenn des Krieges Lasten zu Ende gegangen sind entweder aus Gnade umsonst oder gegen Lösegeld frei. So soll es sein. Wenn Allah nur wollte, könnte er auch ohne euch Rache an ihnen nehmen, aber er will dadurch einen durch den anderen prüfen. Die für Allahs Religion kämpfen, deren Werke werden nicht verloren sein.
47.6 Allah wird sie ....
47.7 ..... in das Paradies führen.
47.8 O Gläubige, wenn ihr zu Allahs Sache steht, so wird er euch auch beistehen und eurer Füße festigen.
47.9 Die Ungläubigen aber werden gewiss untergehen...

47.21 Die Gläubigen sagen: Wird den keine Sure offenbart, die den Religionskrieg befiehlt?.....
47.22 Gehorsam und schickliche Rede stünden ihnen besser an. Steht der Befehl (zum Krieg) aber einmal fest, dann ist es besser für sie auf Allah zu vertrauen

47.35 Den Ungläubigen und denen, welche andere vom Wege Allahs abwendig machen und dann auch noch als Ungläubige sterben, denen wird Allah nie vergeben.
47.36 Seid daher nicht mild gegen eure Feinde und ladet sie nicht zum Frieden ein: Ihr sollt die Mächtigen sein, denn Allah ist mit euch und er entzieht euch nicht den Lohn eures Tuns.

48.17 .... Ihr werdet einst wider ein mächtiges und kriegerisches Volk gerufen werden und ihr sollt es bekämpfen oder es bekenne sich zum Islam.

48.20 ... Allah hat euch versprochen, das ihr noch reiche Beute machen werdet"

Noch mehr siehe hier: https://sites.google.com/site/ichsollliebenallemuslime/koranthemen/gewalt



4. Gleichzeitig haben Sie offiziell die Sklaverei wieder eingeführt, die die Menschheit in mühsamen Kämpfen inzwischen überwunden hatte. Sie existierte einst in allen Kulturen. Doch alle haben diese Herabstufung von Menschen zur Ware, zu Wesen zwischen Mensch und Tier, längst beschämt abgeschafft. Die Juden, die Christen, die muslimische Welt. Auch wenn heimlich noch immer viele Menschen in krimineller Weise als Sklaven und Leibeigene behandelt werden. Mohammed hatte, anders als Sie, immer nach Wegen gesucht, wie er Sklaven zu vollberechtigten Bürgern machen konnte. So machte er Belal, einen schwarzen Ex-Sklaven, zum ersten Gebetsrufer des Islam.

Der Koran erlaubt nicht nur die Sklaverei, Sklavinnen müssen auch sexuell ihren Herren dienen. Leider werden noch immer viel zu viele Menschen wie Sklaven behandelt, jeder der will, kann es sehen, ständig haben wir Gegenstände in Händen, für die Menschen wie Sklaven schuften.Und ich vermisse bei allen relevanten Kräften hier viel mehr Einsatz. 



Sie richten Menschen öffentlich hin, um deren Heimatländer zu militärischen Gegenschlägen zu provozieren. Durch die wieder vor allem Muslime sterben werden. Sie wollen Krieg. So wie Bin Laden die USA durch 9/11 in die afghanische Kriegsfalle lockte. Ist das islamisch?

Ich kannte den amerikanischen Journalisten James Foley aus den revolutionären Tagen von Bengasi persönlich. Er war ein liebenswerter, in sich gekehrter Kollege. Wenige Tage, nachdem ich mit Freunden in einen militärischen Hinterhalt Gaddafis geraten war, war er von dessen Leuten festgenommen worden. Der an Brutalität schwer zu übertreffende Gaddafi hat ihn tausendmal besser behandelt als Ihre brutalen Kämpfer.

(Anmerkung: Hier folgt ein Appell an die ausländischen Kämpfer des IS, über den ich in den nächsten Tagen berichten werde).

In Gaza fragte ich während des Krieges im Sommer 2014 einen Palästinenser, der fast alles verloren hatte, was er vom IS halte. Er schaute mich fassungslos an und fragte: „Müssen wir jetzt auch noch dafür den Kopf hinhalten.“

Sehr geehrter Kalif Ibrahim, ich wünsche Ihnen, dass sich die verfeindeten Parteien im Irak und in Syrien endlich einigen und dadurch Ihren militärischen Aktionen den Nährboden entziehen. Möge Allah Sie stoppen!

Dem wahren Islam und den 1,6 Milliarden gemäßigten Muslimen aber wünsche ich viel Erfolg. Der tolerante Islam gehört nicht nur zu Deutschland, sondern auch zur Kultur unserer Welt.

Als Anlage füge ich zehn Passagen aus dem Koran bei, die dieses große Buch in meinen Augen besser charakterisieren als alles, was Sie in den letzten Jahren gesagt und getan haben. Sie sollten wenigstens einmal einen Blick darauf werfen, bevor die Geschichte über Sie hinweggeht.

Zehn Kernaussagen des Koran, die Sie nicht zu kennen scheinen:

1. Streitet nicht mit dem Volk der Schrift. Es sei denn auf beste Art und Weise. Sprecht: „Wir glauben an das, was zu uns und zu euch herab gesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist Einer." 29:46.

Diese Sure aus Mekka ist sehr unvollständig zitiert und ich geb da gerne den Gesamtzusammenhang wieder:

"29.47 Mit den Schriftbesitzern (Juden und Christen) streitet nur auf die anständigste Weise, NUR DIE FREVLER UNTER IHNEN SEIEN AUSGENOMMEN und sagt: Wir glauben an das, was uns und an das, was euch offenbart worden ist. Allah, unser Gott und euer Gott ist nur einer und wir sind ihm ganz ergeben.
29.48 Wir haben dir nun die Schrift offenbart; auch die, welchen wir ehedem die Schrift gegeben haben, glauben daran, auch von diesen (Mekkanern, Arabern) glaubt mancher daran, und NUR DIE UNGLÄUBIGEN VERWERFEN UNSERE ZEICHEN.
29.49 Du kannst ja vordem kein Buch vorlesen und auch keines mit deiner rechten Schreiben; sonst zweifelten deine Gegner zu recht.
29.50 Wahrlich, er, der Koran selbst, ist deutlicher Beweis genug für die Herzen, die Erkenntnis besitzen; und NUR DIE FREVLER VERWERFEN UNSERE ZEICHEN."

Da ich als Christ die Zeichen des Koran verwerfen muss, bin ich aus der Perspektive des Koran ein Frevler und Ungläubiger, mit dem man nicht "auf die beste Art" reden muss. Alle Christen, die das ökumenische Glaubensbekenntnis von Nizea sprechen sind hier ganz klar vom ordentlichen Dialog ausgenommen. Ein Zitieren von Teilaussagen durch Muslime ist entweder bloße Propaganda oder gtrottenschlechte Textexegese.  



2. Wir glauben an Gott und an das, was uns und was Moses und Jesus gegeben wurde. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied. 2:136. 

Was ist hier mit Unterscheid gemeint? Dass Jesus und Moses gleichartige Propheten sind. Die Gleichheit ist hier nicht auf die Religionen bezogen, sondern auf das islamische Verständnis über diese Personen. Es ist eine Absage an die christliche Sichtweise, das Jesus mehr ist als alle Propheten, die es gab. Indirekt gibt das sogar der Koran zu, weil der über Jesus Dinge berichtet, an die kein anderer Prophet herankommt.  



Es gibt keinen Zwang im Glauben. 2:256. 

Dazu habe ich mich schon ganz oben geäußert. Hier steht nichts über den Umgang mit Andersgläubigen. 


Willst du die Menschen zwingen, Gläubige zu werden? 10:99.

Auch dieser mekkanische Vers sagt nichts über den Umgang mit Andersgläubigen  aus. Immerhin werden die Ungläubigen hier auch Allahs Zorn spüren.



3. Wenn Gott gewollt hätte, hätte er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch jedoch auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Gott werdet ihr alle zurückkehren. Dann wird er euch kundtun, worüber ihr uneins wart. 5: 48. 

Diese Sure ist sehr Schizophren. Wie soll man mit Leuten Wetteifern, die man nicht zu Freunden nehmen soll. Es ist auch fraglich, ob hier Juden und Christen gemeint sind, oder ob damit gemeint ist, dass  Allah allen Völkern Propheten gesendet hat, die dort den Islam verkündet haben. Es gibt ja Monotheisten, die dem Gottesbild des Islam sehr nahe kommen, wie Zeugen Jehovas, Unitarier oder zu Mohammeds Zeit arianische Christen, die aus dem Ostrrömischen Reich nach Arabien geflohen waren. Außerdem ist diese Botschaft sehr zwielichtig. Warum sollte Gott verschiedene Botschaften senden, die sich widersprechen? Aus christlicher Sicht verstehe ich das so, dass Gott es will, dass alle einen Glauben haben und es eben unsere menschliche Schwäche ist, die diese Einheit verhindert. Auf keinen Fall darf diese Einheit durch Zwänge hergestellt werden. In der 5. Sure kommt auch das Hand abhaken für Diebstahl vor. Aber keine Angst, auch wenn man nur noch eine Hand hat, der Koran betont sofort nach diesem Vers, dass Allah barmherzig ist.


Diejenigen, die glauben – Muslime, Juden, Christen und Sabäer – werden ihren Lohn von Gott erhalten. 2:62.

Im Koran heißt es, die Glauben und das Rechte tun. Da muss man wieder fragen, wie der Glauben und das Tun des Rechten definiert sind. Laut anderen Stellen bin ich doch ungläubig, wenn ich sage "Jesus ist Gott". Und wenn ich mich zu diesem Glauben bekenne, ist dass dann noch dein Tun des Rechten? Es sind solche kleinen Feinheiten, die man sehr vielen Koranaussagen beachten muss.



4. Ihr sollt glauben und gute Werke tun! 25:70. 

Aber es heißt dort, ihr sollte gläubig werden, also den Islam annehmen. 


Gott gebietet, gerecht zu handeln und uneigennützig Gutes zu tun. Er verbietet, was schändlich, abscheulich und gewalttätig ist. 16:90.

Zunächst mal ist Allah für den Islam ein Eigenname und nicht mit "Gott" zu übersetzen. Gott heißt m.W. Illah und nicht Allah. Zwar gebrauchen auch viele Christen das Wort Allah, aber nach strengem Arabisch heißt es nicht Gott und nach islamischer Lehre ein Name wie Jahwe. Immerhin toleriert diese 10 Sure im begrenzten Ausmaß die Vergeltung. Und Macht dürfte Mohammed in Mekka auch nicht gemacht haben, was sollte da schon anders geoffenbart werden?



5. Wehrt das Böse durch das Gute ab! 13:22. 

Das steht da aber nicht im Imperativ, sondern es wird gelobt, wenn Menschen so handeln. Ob dies aber allgemein gilt oder nur für die Gemeinde ist unklar. Interessant ist hier die Aussage, dass die Muslime "das Angesicht ihres Herrn schauen" werden. Denn ich habe gelesen, dass Allah auch im Paradies des Islam  verborgen sein wird. Hat sich hier ein christlicher Text in den Koran geschlichen?


Wetteifert miteinander in guten Werken. 2:148. 

Widerspricht dass denn dem IS? Im Rahmen des islamischen Gesetz sollen doch alle nach guten Werken streben. Ich verstehe diese Aussage nicht interreligiös, sondern innerislamisch. 



Gott liebt diejenigen, die Gutes tun. 2:195. 

Leider ist diese Aussage aus dem Zusammenhang gerissen, der ziemlich mehrdeutig ist. Hier die Verse, die dieser Aussage vorangehen:


"2.191 Tötet für Allahs Pfad - eure Religion - die euch töten wollen, doch beginnt nicht ihr die Feindseligkeiten. Allah liebt die nicht, die über das Ziel schießen.

2.192 Tötet sie, wo ihr sie trefft, verjagt sie, wo sie euch vertrieben, vertrieben (aus Mekka?) ist schlimmer als töten. bekämpft sie aber nicht in der Nähe heiliger Stätten. Greifen sie euch aber dort an, erlegt sie auch da, dies ist das verdiente Schicksal der Ungläubigen.
2.193 Lassen sie aber von euch ab, dann ist Allah versöhnend und barmherzig.
2.194 Bekämpft sie, BIS (ist das nicht ein Widerspruch zum zuvor geschriebenen?) ihr Versuch aufgehört hat und ALLAHS RELIGION gesiegt hat. Lassen sie aber ab (Wovon, vom Götzendienst oder vom Kampf?), hört alle Feindseligkeit auf, die nur gegen Frevler (also Ungläubige und Götzendiener!) bestehen bleibt."
(Die Klammern in dieser Versgruppe sind von mir und nicht, wie sonst, aus der Koranübertragung!)


Die Aussagen im Hadith sind klarer, wo es heißt, dass ein Muslim nicht getötet werden darf, außer.... er verlässt den Islam.


2.196 Für die Religion Allahs (den Religionskrieg) gebt gern euren Anteil und stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Unglück




Seid gut zu den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbar! Gott liebt nicht die Geizigen. 4:36. 

Das ist eine innerislamische Anweisung, die auch der IS einhalten wird.


Was euch an Dingen gegeben wurde, ist nur für eine zeitweilige Nutznießung während eures irdischen Lebens. 28:60. 

Was hat das mit dem Thema zu tun?


'Dem, der eine gute Tat vollbringt, soll sie zehnfach vergolten werden. Derjenige, der eine böse Tat verübt, soll nur das Gleiche als Lohn erhalten. 6:160.


Das dürfte auch der IS unterschreiben. Denn die halten ihre taten für gute Taten.


6. Diener Gottes sind diejenigen, die sanftmütig auf der Erde schreiten. Wenn Unwissende sie ansprechen, sprechen sie friedlich zu ihnen. 25:63.

Das ist auch eine Aussage aus Mekka, als Mohammed gar keine Macht hatte und jedes andere Verhalten das Ende des Islam bedeutet hätte. 


 Dämpfe deine Stimme. Die widerwärtigste der Stimmen ist die Stimme des Esels. 31:19.

Und was hat das mit dem Thema zu tun?



7. Wer Gutes tut, tut es für seine eigene Seele. Wer Unrecht begeht, begeht es gegen sich selbst. 45:15.

Sagt das irgendwas zum Umgang mit Ungläubigen?



8. Richtet auf Erden kein Unheil an. 

Das ist auch eine Frage der Definition!


2:60. Stiftet Frieden zwischen den Menschen. 2:224.






9. Die Vergeltung für eine Übeltat soll ein Übel gleichen Ausmaßes sein. Wer aber vergibt, ruht sicher bei Gott. 42:40. 

Aber das ist ein deutlicher Rückschritt zu den klaren Aussagen Jesu. 


Versöhnung ist gut. 4:128.

Im meinem Koran steht da "Versöhnung ist besser als Scheidung" und es geht hier um Eheprobleme. Was hat das jetzt mit dem IS zu tun? Ich finde hier manche Koranstellen wahllos willkürlich hingestellt, ohne Zusammenhang.



10. Und hier die Sure, gegen die Sie sich am meisten versündigt haben: 
Wenn jemand einen Menschen tötet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit getötet. Und wenn jemand einem Menschen das Leben rettet, so ist es, als habe er die ganze Menschheit gerettet. 5: 32. 

Schön wäre es, aber da habe ich ja schon weiter oben was zu geschrieben. Das ist die Sure, die das Hand abhaken in den Islam getragen hat und zwar ziemlich nah an dem hier genanten Vers.


Ihr sollt niemanden töten, dessen Leben Gott unverletzlich gemacht hat. 6:151.

In meinem Koran steht es etwas anders, aber beide Übertragungen lassen doch ein Hintertürchen auf, mit dem man viele Tötungen rechtfertigen kann, hier wäre es z.B. die Aussage, dass diese Unverletztlichkeit nur für gesetzestreue Muslime gelte. Und schon wird dieser Vers eingehalten.


Danach lohnt es sich zu leben. Aber nicht nach Ihrer gnadenlosen anti-islamischen Ideologie.

Nochmals danke für Ihre Gastfreundschaft! Und dass Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, das Land, das Sie beherrschen, relativ frei zu besuchen. Ich hätte gerne einmal einen wirklich islamischen Staat besucht. Er hätte sich ruhig gegen westliche Ungerechtigkeiten und Anmaßungen zur Wehr setzen können. Dass ich am Ende nur einen anti-islamischen Staat kennenlernte, bedauere ich sehr.

Hochachtungsvoll

Ihr Jürgen Todenhöfer



Ich fände es gut, wenn man nachweisen könnte, dass der islamische Staat antiislamisch ist. Dieser Text von Jürgen Todenhöfer schafft dies m.E. leider nicht. Ich teile seine Empörung über den islamischen Staat und finde auch viele Forderungen Todenhöfers, wie Politik agieren sollte vorbildlich. Ich bin ihm auch dankbar für die Einblicke, die er in den islamischen Staat durch seine Reise ermöglicht hat. 

Was mir fehlt sind ein paar Worte zu den Hintergründen des IS, dass dieser Staat ohne das wohlwollen westlicher Eliten so nicht denkbar wäre und bisher eine Lebensader über das NATO Land Türkei hatte. Die Mitglieder und die meisten Funktionäre mögen glauben gute Muslime zu sein, aber was ist, wenn hinter dem IS eine nicht- islamische Kraft steht, die den Islam analysiert hat und festgestellt hat, das man sich diese Religion wunderbar zu Diensten machen kann, um in der Welt Angst und Schrecken zu stiften. 

Letzteres dient dazu, um Maßnahmen möglich zu machen, die ohne so einen Schrecken jeder Mensch ablehnen würde oder um die Aufmerksamkeit von anderen wichtigen Themen abzuziehen, die im Schatten solcher Krisen weiter gebracht werden sollen. Hierzu schweigt Todenhöfer.

https://www.youtube.com/watch?v=4sk3unMulUY

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