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Montag, 1. August 2011

Solarenergieförderverein: Wider die Irrtümer über die Energiewende

Von: "Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V."
Datum: 1. August 2011 16:21

Betreff: [sfv] Den Stromverbrauch radikal senken? - EEG 2012 im Internet - neue VDE-Richtlinie - Ertragsdaten

1. Erklärung zum Atomausstieg - "Den Stromverbrauch radikal senken" von Bruno Kern und Kommentare des SFV
2. Konsolidierte (unverbindliche) Fassung des EEG 2012 im Internet
3. Neue VDE-Richtlinie für Erneuerbaren-Energien-Anlagen im Niederspannungsnetz
4. Solarstrom-Ertragsdaten in http://www.pv-ertraege.de/  eintragen
1. Erklärung zum Atomausstieg -
"Den Stromverbrauch radikal senken" von Bruno Kern
(siehe http://www.sfv.de/pdf/attachmentdatpdf.pdf )

** Kommentar des SFV

Bruno Kern sieht - völlig richtig - die Gefahr, dass der Atomausstieg zur vermehrten Nutzung der Fossilen Energien führt. Er sieht auch die Gefährdung der Menschheit durch die Fortsetzung oder gar die Steigerung der fossilen Nutzung und ruft dazu auf, gegen die Renaissance der fossilen Energienutzung Widerstand zu organisieren. So weit, so gut!
Doch wie soll dieser Widerstand aussehen?
Bruno Kern fordert die Verminderung des Energieverbrauchs durch radikales Stromsparen, einen Rückbau der Industriegesellschaft und durch Verzicht. Die dafür notwendigen Entscheidungen sollen in demokratischer Abstimmung getroffen werden. Den Erneuerbaren Energien steht Bruno Kern mit erheblichem Misstrauen gegenüber. Sein Beitrag besteht zum großen Teil aus Begründungen dafür, warum man keine Hoffnung auf die Erneuerbaren Energien setzen dürfe. Diese Begründungen erscheinen zum Teil wie aus einer Polemik der Stromwirtschaft abgeschrieben. Bei einem so systemkritischen Autor wie Kern, wünschte man sich eigentlich auch eine kritischere Würdigung solcher Stromwirtschafts-Argumente.

Dazu einige Beispiele:

Bruno Kern: das Niveau unseres Stromverbrauchs (kann) eben nicht einfach mittels erneuerbarer Energien gehalten werden.

Irrtum! Das Niveau kann sich durchaus steigern, wie eine einfache Abschätzung mit Hilfe des Energiewenderechners ( http://www.energiewenderechner.de/  ) zeigt. Sogar der gesamte Energiebedarf Deutschlands (nicht nur der Strombedarf) könnte, mit Sonne und Wind gedeckt werden.

Bruno Kern: Die bisherige Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien (derzeit 17%) an der Stromerzeugung hat lediglich das Angebot insgesamt erhöht und wurde durch einen entsprechenden Mehrverbrauch völlig wett gemacht.

Irrtum! Auf der Seite des Umweltbundesamtes http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/document/downloadImage.do?ident=20766 kann man deutlich erkennen, wie seit 2007 sowohl die Stromerzeugung als auch der Stromverbrauch deutlich zurückgegangen sind.

Bruno Kern: Die Energiebilanzen der meisten Formen erneuerbarer Energie, die uns zur Verfügung stehen, sind deshalb in der Regel wesentlich schlechter als die fossiler
Energieträger.

Ein kapitaler und fahrlässiger Irrtum!
Energiebilanz ist das Verhältnis der herausgeholten Energie gegenüber der hineingesteckten Energie. Solarstromanlagen und Windanlagen holen im Laufe der üblichen Lebensdauer ein Mehrfaches gegenüber der bei der Produktion hineingesteckten Energie wieder heraus. Bei der Nutzung fossiler Energie holt man dagegen nicht mehr, sondern weniger Energie heraus, denn bei fossilen Kraftwerken wird nicht nur während der Herstellung des Kraftwerkes Energie eingesetzt, sondern auch während des Betriebes. Diese im Betrieb hineingesteckte Energie sollte man eigentlich nicht vergessen.

Bruno Kern:
Die in Deutschland effektivste Energiequelle, die Windenergie, hat nach seriösen Schätzungen ein Gesamtpotenzial von 17 bis höchstens 25% unseres derzeitigen Stromverbrauchs.

Irrtum!
Die Menge an installierbaren Windanlagen richtet sich entscheidend nach den vorgeschriebenen Mindestabständen zur Wohnbebauung und zu Naturschutzgebieten. Sie richtet sich derzeit außerdem nach dem Genehmigungswillen oder -unwillen der Gebietskörperschaften. Vermutlich geht Kern von Abschätzungen aus, die von einer höchst restriktiven Genehmigungspraxis bestimmt waren, wie sie z.B. in Hessen üblich ist. Bei Genehmigungsverfahren, die nur von naturschutzrechtlich und emissionsrechtlich vorgeschriebenen Abständen ausgehen, kommt man zu erheblich(!) höheren Werten. Siehe z.B. Westholstein, wo schon seit Jahren bei gutem Wind einige Windanlagen abgeregelt werden müssen, da im Land gar nicht so viel Strom verbraucht wird, wie die Anlagen erzeugen. Ähnlich ist es in Sachsen Anhalt.

Bruno Kern:
Das Speicherproblem ist dabei bei Weitem nicht zufriedenstellend gelöst (...) So ist es jetzt geradezu grotesk, das in vielfacher Hinsicht unsinnige Elektroauto auch noch mit etlichen Milliarden Steuergeldern zu fördern!

Inkonsequenz!
Der zweite Satz passt nicht zum Ersten. Gerade die Batterietechnik würde von einer Förderung des Elektroautos erheblich profitieren. Und ohne Batterietechnik kommen die Erneuerbaren Energien nicht voran.

Soweit der Versuch des SFV, die o. irreführenden Aussagen von Bruno Kern richtig zu stellen.

Nun zu der Frage, wie der SFV die Erfolgsaussicht beurteilt, die Nutzung der Fossilen Energien durch Verzicht auf Strom und gewisse Bequemlichkeiten überflüssig zu machen. Natürlich ist der SFV auch ein Befürworter des verantwortungsvollen Umganges mit Energie, doch sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Energiesparappelle gibt es bereits seit dem Bericht des Club of Rome, "die Grenzen des Wachstums" (1972) also seit 39 Jahren. Mit immer neuer Intensität und mit immer neuen Argumenten werden solche Appelle an alle Gutwilligen gerichtet - aufeinandergelegt würden sie bis zum Mond reichen. Doch diese Appelle erreichen fast nichts. Der SFV hat, wie viele andere Umweltorganisationen, die Erfahrung gesammelt, dass Verzichtsappelle bei den Bürgern zwar große Zustimmung aber keine praktischen Konsequenzen auslösen. Wir gehen deshalb davon aus, dass ein Ersatz der fossilen und atomaren Energie durch Sonnen- und Windenergie erheblich aussichtsreicher ist.

** Die Auswirkung einer nationalen Vorreiterrolle bei den Erneuerbaren Energien und Speichern
Durch den massiven Ausbau der dezentralen Solar-, Wind- und Speichertechnologie in Deutschland werden diese drei Technologien zunehmend in die Massenproduktion kommen und damit billiger werden.
Es wird nur noch wenige Jahre dauern, bis Einheiten aus Solarstromanlagen kombiniert mit modernen Speicherbatterien weltweit konkurrenzfähig werden gegenüber zentralen Kohlekraftwerken oder Dieselgeneratoren. Damit würden die nationalen Anstrengungen in Deutschland zu einer globalen Umstellung der Energieversorgung führen. Abschließend unser Hinweis, wie der SFV sowohl Atom- als auch fossile Energien aus dem Markt drängen will: Uns geht es dabei nicht nur um die Umstellung der Energieversorgung auf klimafreundliche und nicht radioaktive Technologien. Wichtig ist uns auch besonders, dass diese Techniken auch von Menschen in Entwicklungsländern angewendet werden können - also auch abseits von den großen Stromnetzen. Es handelt sich somit im Wesentlichen um Solaranlagen auf Dächern und Fassaden sowie um Windanlagen auf land- und waldwirtschaftlichen Flächen, möglichst in der Nähe der Verbraucher und - nicht zu vergessen - um moderne Energiespeicher bei den Verbrauchern oder in der Nähe der Stromerzeugungsanlagen. Die Bereitstellung von Energie darf nicht länger einigen Wenigen vorbehalten sein, die dann als Monopolisten zu einer ungeahnten und kaum noch kontrollierbaren Machtfülle gelangen. Dezentralisierung gehört deshalb ganz wesentlich zu unseren Zielen. Wir haben die von uns vorgeschlagene Vorgehensweise in unserem Informationsfaltblatt: Drei Schwerpunkte der Energiewende kurz und
übersichtlich auf einem Faltblatt dargestellt, welchen Sie auf unserer Internetseite http://www.sfv.de/pdf/Flyer__3_Schwerpunktepdf.pdf  finden.
Bestellen Sie unser Faltblatt und verteilen Sie es in Ihrem Umfeld.

2. Konsolidierte (unverbindliche) Fassung des EEG 2012 im Internet
Der Deutsche Bundestag hat am 30. Juni 2011 die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beschlossen. Mit der Entscheidung des Bundesrates am 8. Juli 2011 ist das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen worden. Aufgrund des Entwurfs der Bundesregierung (BT-Drucks. 17/6071) und des Beschlusses des Deutschen Bundestages (BT-Drucks. 17/6363) hat das Bundesumweltministerium eine konsolidierte (unverbindliche) Fassung des EEG in der ab 1. Januar 2012 geltenden Fassung erstellt.
Sie finden diese unter http://www.sfv.de/artikel/2009/erneuerbare-energien-gesetz.htm  oder auf der Homepage des Bundesumweltministeriums unter http://www.bmu.de/erneuerbare_energien/downloads/doc/47585.php

3. Neue VDE-Richtlinie zum Anschluss und Parallelbetrieb von Erneuerbaren-Energien-Anlagen im Niederspannungsnetz

Am 1. August wird die neue VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 "Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz, Technische Mindestanforderungen für Anschluss und Parallelbetrieb von Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz" veröffentlicht. Bezugsquelle: Einzelverkauf und Abonnements durch VDE VERLAG GMBH Bismarckstraße 33, 10625 Berlin http://www.VDE-Verlag.de
Anwendungsbeginn dieser VDE-Anwendungsregel ist der 1. August 2011. Es gilt das Inbetriebsetzungsdatum der Erzeugungsanlage, also der erstmalige Netzparallelbetrieb. Daneben darf die VDEW-/VDN Richtlinie „Eigenerzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“ (Ausgabe 2001/2006) für Photovoltaikanlagen noch bis zum 01.01.2012 angewendet werden. Die Entscheidung hierüber trifft der Anschlussnehmer. Zur Verbesserung der Netzstabilität ist es zulässig, einzelne oder alle der in Abschnitt 5.7 beschriebenen Anforderungen – auch unabhängig von der Umsetzung der restlichen Anforderungen dieser VDE-Anwendungsregel – vorab anzuwenden. Die Entscheidung hierüber trifft der Hersteller. Diese Abweichung ist vom Hersteller zu dokumentieren. Für bestehende Erneuerbare-Energien-Anlagen am Niederspannungsnetz gilt Bestandsschutz. (Quelle: http://www.vde-institut.com/de/fnn/aktuelles/2011/Seiten/m20110725.aspx )

4. Stromertragsdaten

Der Juli war in vielen Regionen Deutschlands verregnet und sonnenarm. Versäumen Sie es trotzdem nicht, die Ertragsdaten in unsere Datenbank http://www.pv-ertraege.de/  einzutragen! Wer mit seiner Solarstromanlage noch nicht dabei ist, sei herzlich zum Mitmachen eingeladen. Allgemeine Info: In unserer Ertragsdatenbank werden monatliche Erträge von vielen Solarstromanlagen gesammelt und statistisch ausgewertet. Die Teilnahme ist für jeden kostenlos und unverbindlich. Aus den Eintragungen ermitteln wir regionale Durchschnittswerte. Diese können helfen, Ertragsprognosen für eine geplante Solaranlage an einem beliebigen Standort zu erstellen oder Ertragsvergleiche mit regionalen Durchschnittswerten durchzuführen. Auf diese Weise können (Teil-)Ausfälle einer Solaranlage frühzeitig erkannt werden.
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Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V.(SFV), Frère-Roger-Str. 8-10, 52062 Aachen, Tel.: 0241-511616, Fax 0241-535786 zentrale@sfv.de , http://www.sfv.de/ Telefonische Beratung: Mo-Fr 8.30 - 12.30 Uhr

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