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Montag, 26. Mai 2014

"Marsch gegen Monsanto", Rede in Düsseldorf im Mai 2014

Rede Monsanto von Frank Binder, 24.05.2014 in Düsseldorf
Verlinkung ergänzt durch Felix Staratschek 

Hallo,
ich möchte mich kurz vorstellen:
Ich heiße Frank Binder und lebe in Marl. Von Beruf bin ich Polier im Straßenbau. Ich bin Unterstützer und Mitglied der  bundesweiten Koordinierungsgruppe der Initiative  zum Aufbau der Umweltgewerkschaft.

Näheres über uns findet ihr dort hinten an unserem Infostand.

Im Jahr 2008 förderte der Konzern MONSANTO den WORLD FOOD PRICE (deutsch) mit 5 Millionen US-Dollar. Am 17. Oktober, letzten Jahres, wurde eben dieser Preis an MONSANTO verliehen.



Der Welternährungspreis (World Food Prize) gilt als Oscar der Nahrungsmittelbranche. Eine internationale Auszeichnung für Personen, die besondere Leistungen für die Verbesserung der Qualität, Quantität oder Verfügbarkeit von Lebensmitteln erbracht haben. Der Preis berücksichtigt alle Beiträge, die der Welternährung dienen.

Es war das erste Mal, dass der Preis für Leistungen im Bereich Genmanipulation vergeben wurde. Robert Fraley, Executive Vice President und Chief Technollogy Officer und Preisträger ist einer der Hauptstrategen im Bereich genmanipuliertem Saatguts, bei Monsanto. 

Das Vergabekomitee betonte, das gentechnisch veränderte Pflanzen höhere Erträge böten und resistenter gegen schlechtes Wetter und Krankheiten seien. 

Höhere Erträge für wen? 

---Für die Kleinbauern, die mit Knebelverträgen gebunden werden? 
---Für die Hungernden der Welt? 

Wohl kaum - aber für Monsanto bestimmt! 

Auf 420 Mio Hektar der weltweiten landwirtschaftlichen Produktionsflächen werden gentechnisch veränderte Lebensmittel angebaut. 

Ergebnisse von unabhängigen Forschern seit 1999 bestätigen, das GM-Pflanzen versagt haben: 

---Die Nachweise von signifikant erhöhten Erträgen und reduziertem Einsatz von Herbiziden und Pestiziden konnten nicht erbracht werden 
---Neben der Herstellung und dem Handel mit gentechnisch verändertem Saatgut,  hat MONSANTO, auch auf anderen Gebieten  traurige Berühmtheit erlangt.

Besonders hervor tat sich der Konzern bei der Patentierung von Saatgut. Die Gentechnik - Konzerne, allen voran MONSANTO lassen sich ihr Saatgut, welches sie in den Handel bringen ,patentrechtlich sichern. Das Patentrecht wird missbraucht, um sich das Naturerbe anzueignen. Die Welternährung droht in Abhängigkeit einiger weniger Konzerne zu geraten. 

Durch das Patent auf eine Weizensorte, zum Beispiel, kann der entsprechende Konzern auch das Patentrecht auf das daraus gewonnene Mehl und alle daraus hergestellten Lebensmittel beanspruchen. 

Langfristig führt dies zur Verteuerung von Lebensmitteln. 

In den Industrienationen werden 20 - 25% des Netto - Einkommens für Lebensmittel ausgegeben, während in der Dritten Welt der Anteil bei bis zu 85% liegt. Manche Experten sprechen sogar von bis zu 90%. 

Steigen die Nahrungsmittelpreise, bedeutet das zusätzliche Hungertote in Millionen Höhe.

 Früher haben die Bauern einen Teil des Saatguts für die Aussaat im nächsten Jahr genutzt. Heute bedeutet das einen Verstoß gegen das Patentrecht. 

Im Februar 2013 untersagte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten, gentechnisch verändertes Saatgut des Konzern MONSANTO nachzuzüchten. Der Farmer Bowman hatte für seine erste Aussaat das gentechnisch veränderte Soja - Saatgut des Konzerns gekauft. Aber für die riskantere zweite Aussaat im Sommer hatte sich der Farmer günstigere Sojabohnen aus einem Gemeinschaft - Futtersilo besorgt. Daraufhin verhängte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten eine Strafe in Höhe von 85.000 US - Dollar gegen den Farmer, wegen Verstoß des Patentrechts.  MONSANTO  hat bereits hunderte solcher Prozesse gegen Farmer gewonnen. 

Weiterhin wird diesen Landwirten vertraglich untersagt, bei Ernte- oder Ertragsausfällen gegen Monsanto zu klagen. 

Ich komme jetzt zum sogenannten  GM-Völkermord

Aufgrund seiner beträchtlichen Marktmacht, gelang es dem Konzern, auf dem indischen Markt Fuß zufassen. MONSANTO überzeugte die indische Regierung davon, das sein gentechnisch verändertes Saatgut höhere Erträge bringen würde. 
Der Internetseite Farm Wars zufolge, behauptete ein früherer geschäftsführender Direktor von Monsanto, das Unternehmen habe Forschungsergebnisse manipuliert, um für seine Produkte in Indien die Zulassung zur kommerziellen Nutzung zu erhalten. Auf diesem Weg konnte Monsanto eine Monopolstellung auf dem indischen Saatgut-Sektor erlangen. 

Die Samen der BioTec-Baumwolle, verlieren ihre Keimfähigkeit.  Durch die Vermarktung dieser Technologie verlieren die Bauern die Möglichkeit Teile ihrer Ernte wieder auszusäen. Da die Landwirte praktisch kein traditionelles Saatgut mehr kaufen konnten, mussten sie sehr viel höhere Preise für das GM-Saatgut bezahlen. Viele Bauern mussten Kredite von lokalen Geldverleihern aufnehmen, um das Saatgut kaufen zu können. 

100 Gramm GM-Saatgut kosten 15 US-Dollar, während man vorher für den gleichen Preis 1 Kilogramm traditionelles Saatgut bekam.  Das Saatgut Monsantos lieferte nicht die, vom Konzern versprochenen Ernteerträge. In vielen Fällen ging die Saat überhaupt nicht auf. Die Bauern wurden nicht darüber informiert, das GM-Saatgut einen wesentlich höheren Wasserbedarf als herkömmliches Saatgut hat. Ohne Ernte konnten die Landwirte ihre Kredite nicht mehr bedienen. 

Unter dem Druck der Schuldenlast und der Scham, als dummer Bauer dazustehen, der nicht in der Lage ist seine Familie zu ernähren, nahmen sich bis heute über 200.000 Bauern, in Indien, das Leben. Einige von ihnen vergifteten sich mit Pestiziden  vor den Augen ihrer Familie. 

Bleibt nur die Frage, ob die Pestizide auch aus dem MONSANTO – Portfolio stammen?

Der massenweise Selbstmord unter den indischen Kleinbauern wird auch “GM-Völkermord” genannt. 

Als ob das noch nicht reichen würde, war MONSANTO auch noch bestrebt,  das Wasser, auf dem Weg der Privatisierung, zu kontrollieren. So wollte der Konzern sogar aus dem Wasser, einer unverzichtbaren Lebensgrundlage, Profit schlagen. In einem Land, in dem Geld und Politik oftmals gemeinsame Sache machen, sind es immer die Ärmsten, die die Last dafür zutragen haben. 

Um den Rahmen hier nicht zusprengen, will ich gar nicht erst über  ROUND UP  oder  AGENT ORANGE  sprechen!!

MIT GIFT UND GENEN!!

treffender als der Titel einer Fernseh-Dokumentation des Senders ARTE, kann man es wohl nicht ausdrücken!!

Und deshalb fordern wir:

---keine gentechnisch veränderten Lebensmittel
---keine Patente auf Leben 

und wir sagen:

---Nein – zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten zum Wohl unserer Kinder und Kindes Kinder!!

Danke

Auf mehrfacher Bitte sende ich anbei das Skript, der von mir, während der Zwischenkungebung, gehaltenen Rede, zur Weiterverwendung.

 
Herzliche, solidarische Grüße
Frank
  
Frank Binder
Mitglied der bundesweiten Koordinierungsgruppe
Regionalverantwortlicher NRW

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