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Samstag, 13. Dezember 2014

Skandalöse neue Studie der „Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe“

"Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (Bundesgeschäftsstelle)"



P R E S S E M I T T E I L U N G vom 11.12.2014

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. nimmt Stellung zu der am 10.12.2014 von der „Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe“ veröffentlichten Pressemitteilung zur "Energiestudie". Unsere Pressemitteilung finden Sie besser lesbar und formatiert unter http://www.sfv.de/artikel/klimawandel_nie_gehoert.htm
Bitte leiten Sie unsere Pressemitteilung an die Ihnen bekannten Pressevertreter.


** Klimawandel? Nie gehört!
Skandalöse neue Studie der „Bundesanstalt für Geowissenschaften und
Rohstoffe“


Die „Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe“ (BGR) hat am 10. Dezember eine „Energiestudie“ vorgelegt, mit der sie massiv in die laufenden Debatten um die Energiewende eingreift. Die Presseerklärung, mit der die Studie vorgestellt wird, trägt den Titel: „Erdöl bleibt welt­weit der wichtigste Energielieferant“. Tat­sächlich ist es das Anliegen dieser Interven­tion, die Ver­wendung von fossilen und ato­maren Ener­gieträgern für die künftige Ener­gieversorgung Deutschlands als alternativlos darzustellen.

Daher wird im Tonfall reiner Faktizität behauptet: „Deutschland wird auch im Zeichen der Energie­wende noch für viele Jahre auf fossile Energie­rohstoffe angewiesen sein.“ Diese Behauptung wird kurzschlüssig aus der Analyse abgeleitet, dass noch beträchtliche fossile Energieträger in der Erde vorhanden seien.

In Wahrheit muss aber die künftige Energiever­sorgung politisch entschieden werden – und zwar nicht so sehr von Geowissenschaftlern, son­dern in einer Abwägung klimatologischer, öko­logischer, ingenieurwissenschaftlicher, politi­scher und sozialer Argumente. Die Zielrichtung der BGR-Studie ist dabei in skandalöser Weise unverantwortlich. Erste Aufgabe aller Energie­po­litik muss heute sein,
 zur Begrenzung des Kli­ma­wandels beizutragen. Dafür müssen, wie die Kli­ma­schutzorganisation 350.org argumen­tiert, eben 80% der fossilen Rohstoffe in der Erde bleiben. Das argumentlose Schwadronieren der BGR über angebliche Alternativlosigkeit eines for­cierten CO2-Ausstoßes ist daher äußerst schäd­lich.

Die Presseerklärung der BGR lässt auch im De­tail Fragen an der Seriosität ihrer Autoren auf­kommen. Erstaunlich ist z.B., dass die BGR aus­führt, die Versorgung mit Erdgas wie auch mit Kohle sei noch für „viele Jahrzehnte“ ge­währ­leistet, weil sie weltweit „aus geologischer Sicht noch in sehr großen Mengen“ vorhanden seien. Wir hätten bislang gedacht, dass die „ge­olo­gi­sche Sicht“ eher Jahrmillionen als Jahr­zehn­te zu umfassen gewohnt sei. Angesichts einer Reich­weite der Reserven, die in Jahrzehn­ten zu mes­sen ist, muss man jedoch kein Geo-Wis­sen­schaft­ler sein, um auch aus diesem Blick­winkel den dringenden Handlungsbedarf zu er­ken­nen, den die BGR gerade leugnet.

Zur Atomenergie sagt die Presseerklärung lapi­dar: „Eine Mehrheit der Staaten verfolgt die zivile Nutzung der Kernenergie.“ Faktencheck: Der Wi­kipedia-Artikel „Kernenergie nach Ländern“ be­sagt, dass derzeit 31 Staaten Atomkraftwerke be­treiben. Weitere neun – darunter Weißruss­land, Nordkorea und Iran – betreiben einen Ein­stieg in diese gefährliche Technologie. Das ist schlimm ge­nug – aber wie die BGR daraus eine „Mehrheit der Staaten“ konstruieren kann, bleibt ihr Ge­heim­nis. Der UNO gehören derzeit 193 Staaten an; nach unserer Rechnung würde die Mehrheit davon nicht bei 40, sondern bei 97 Staaten lie­gen. Anstatt mit herbeifantasierten Quan­ti­fi­zierungen Atompropaganda zu be­treiben, wür­de man sich von einer geologi­schen Bun­desanstalt konstruktive Lösungen zur Frage der Endlagerung von Atommüll wünschen. Und solange die BGR solche Vor­schläge nicht hat, vielleicht eine Empfehlung, auf die fort­ge­setz­te Produktion dieses strahlenden Mülls zu ver­zichten.

Eine Bundesanstalt, die unsere Steuergelder da­für verwendet, Propaganda gegen die Ener­gie­wen­de zu machen, hat ihre Aufgabe ver­fehlt. Hier besteht politischer Handlungsbedarf. Zu er­warten sind Konsequenzen aus diesem Skan­­dal aber nicht – der Dienstherr der BGR ist der Bun­deswirtschaftsminister, dessen Hang zu fos­­silen Energien ja bekannt genug ist: Sigmar Gab­riel.


BGR-Presseerklärung:
http://www.bgr.bund.de/DE/Gemeinsames/Oeffentlichkeitsarbeit/Pressemitteilungen/BGR/bgr-141210_energiestudie_2014.html

BGR-Studie:
http://www.bgr.bund.de/energiestudie2014



Der Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV) ist ein Umweltschutzverein, der sich für die rasche und vollständige Umstellung der Energieversorgung auf Sonnen- und Windenergie – national und weltweit – einsetzt. Eine solche Umstellung ist aus Gründen des Klimaschutzes dringend geboten. Dabei setzt der SFV auf eine nationale Vorreiter-Rolle Deutschlands statt auf zähe internationale Verhandlungen.

1986 gegründet, hat der SFV u.a. die Idee der kostendeckenden Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien entwickelt, die im Jahr 2000 im „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG) festgelegt wurde, nachdem sie als „Aachener Modell“ in verschiedenen deutschen Kommunen bereits erfolgreich praktiziert wurde. Heute kämpft der SFV gegen die fortschreitende Demontage des EEG und für Förderprogramme zur Markteinführung von Speichertechnologien.



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