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Samstag, 5. November 2011

Fahrschulwerbung: Läufst du noch, oder fährst du schon?

Von Felix Staratschek, sachkundiger Bürger der Alternativen Liste (AL) im Verkehrsausschuss der Stadt Radevormwald

Kaum zu glauben, was die Fahrschule Nitsch in der Kaiserstraße für einen Spruch im Schaufenster hat. Die meisten werden den gar nicht bekommen, weil die schon fahren. Aber ich lauge noch und bekomme so mit, was in den Schaufenstern so alles steht. Und da stoße ich auf den dümmsten Spruch, den ich in Radevormwald 2011 gelesen habe:

"LÄUFST DU NOCH ODER FÄHRST DU SCHON?"


Es geht hier nicht darum dass das Auto eine sinnvolle Sache ist, wenn man es richtig nutzt und das Autofahren auch Spaß macht. Aber das tun Radfahren und Laufen auch.
Dieser Spruch legt nahe, das Laufen etwas schlechtes ist, dass es langweilig ist oder uncool, wie es heute heißt und dass man sich davon befreien kann, wenn man anfängt zu fahren.
Das eine Fahrschule sich wünscht, dass alle den Führerschein machen, ist verständlich und zulässig. Aber der Führerschein sagt doch nicht, dass man nicht mehr laufen soll! Wenn nämlich alle, die jetzt noch laufen, plötzlich anfangen würden zu fahren, müsste die Frage heißen: "Läufst du noch oder stehst du schon?" Denn dass die die fahren überhaupt noch vorwärtskommen und nicht im Stau stehen, liegt auch an denen, die Laufen, Radfahren oder den Bus nutzen.
Den Führerschein kann man auch machen, wenn man sehr selten, aber dann mit höchsten Genuss Auto fahren will. heute kommt ein PKW auf 2 Einwohner. Bei Gesellschaften, wo sich mehrere Personen ein Auto teilen können es bis zu 40 Nutzer sein, auf die ein Auto kommt. Den Führerschein haben alle. Aber wer mal darüber nachdenkt, bei welchen Fahrten ein Auto wirklich nötig ist und was es einen kostet, der könnte oft zu dem Schluss kommen, dass er das Stehzeug Auto gar nicht so oft bräuchte und es nur genutzt wird, weil es bezahlt vor dem Haus steht. beim Carsharing zahlt man nur die Kilometer, die man ein Auto nutzt. das ist pro Fahrt teurer, als die Tankkosten, die heute noch beim PKW- Besitz als variable Kosten anfallen, aber es ist bei weiten billiger, als sich ein Auto zu unterhalten. Denn ein privater PKW wird am Tag nur durchschnittlich 40 Minuten eingesetzt. Die restlichen 1400 Minuten steht Auto irgendwo abgestellt, entweder vor der Wohnung oder vor dem Arbeitsplatz oder Supermarkt. Würden viele Leute rationaler mit dem Thema Auto umgehen, würden viele Leute merken, dass diese ein Auto gar nicht brauchen und dass allenfalls für die seltenen Ausnahmen Carsharing ausreicht. Ein Bus ist da vorteilhafter, da der, auch dann weiterfährt, wenn die persönliche Fahrt beendet ist. Im Gegensatz zum Stehzeug Auto ist der Bus also ein echtes Fahrzeug.
Jetzt aber zum Laufen. Hierzu kann ich einen Leserbrief in Erinnerung bringen, der am 17.01.2004 im Remscheider General Anzeiger RGA veröffentlicht wurde:

Fast täglich liest man vom Verkehrschaos. Dabei ist unsere Gesellschaft angeblich so umwelt- und gesundheitsbewusst. Der Mensch ist jedoch von Gott dafür geschaffen, durch viel Bewegung seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Heute muss der Mensch zum Glück nicht mehr täglich 20 km laufen, um seine Nahrung einzusammeln, aber der Körper ist nach wie vor darauf angewiesen, wenigstens etwas regelmäßig gefordert zu werden. Wird er dass nicht, degeneriert er.
So lagert der Mensch bis zum 30. Lebensjahr Kalk in die Knochen ein, ab dem 40. Lebensjahr beginnt der Abbau des Knochengerüstes.
Neben guter Ernährung fördert Bewegung die Kalkeinlagerung in die Knochen und mindert später den Abbau. Unnötiges Autofahren, zu viel Fernsehen und Computerspiele, falsche Ernährung und zu wenig Sonnenlicht (für Vitamin D- Bildung, was im Kalkhaushalt wichtig ist!) sorgen dafür, dass am "Kalkkonto" nicht genug gespart wird und dass das Ersparte schneller aufgezehrt wird.  So wird z.B. Osteoporose im Alter gefördert. Aber auch Übergewicht, Diabetis und Herzkrankheiten nehmen unter jüngeren bedrohlich zu. Dadurch belastet Bewegungmangel langfristig enorm unsere Gesundheitskassen, er mindert die Leistungsfähigkeit der nachwachsenden Generation. Weniger Leistungsfähigkeit bedeutet aber auch bei den heutigen Eltern später weniger Rente und schlechtere medizinische Versorgung, weil die jüngeren nicht die nötigen Euros erwirtschaften oder durch eigentlich vermeidbare Gebrechen die Mittel verbrauchen, die früher nur ältere Menschen benötigten. Diese gesellschaftlichen Kosten des Bewegungsmangels werden m.W. in keiner Berechnung der externen Kosten des Autoverkehrs mit einbezogen!
Aber für eine persönliche Verhaltensänderung ist es nie zu spät. Und 21 Vorteile von mehr Bewegung sollten genügend Motivation liefern, sich selbst und auch die Kinder zu Fuß zur Schule und Arbeit zu schicken und das Auto so selten wie nötig zu benutzen.
Bewegung bewirkt folgendes:
1. Erhöhte Sauerstoffaufnahme in alle Bereiche des Körpers.
2. Bessere Durchblutung aller inneren Organe, des Gehirns und der Muskulatur.
3. Steigerung der Funktionstüchtigkeit von Gehirn, Muskulatur und Organen.
4. Förderung der Funktionsfähigkeit von Bändern, Sehnen und Gelenken.
5. Rückgewinnung unseres Gleichgewichtssinns und der Reaktionsschnelligkeit durch Bewegung im Gelände.
6. Kräftigung erschlaffter Muskulatur.
7. Festigung des Bindegwebes.
8. Gezielte Formung des Körpers durch Abbau überschüssiger Fettpolster oder Vermeidung des Anwachsen von Fettpolstern.
9. Größere Beweglichkeit der Gelenke.
10. Natürliche Gewichtsreduktion ohne Hungern oder Medikamente.
11. Steigerung der körperlichen und geistigen Antriebskraft.
12. Steigerung des Denkvermögens sowie der Lern- und Denkfähigkeit.
13. Ausbildung von körperlichen und geistigen Reserven.
14. Überwindung der körperlichen und geistigen Trägheit.
15. Entschlackung des Körpers und Abbau und Abtransport von Giftstoffen durch aktives Schwitzen, Ausatmung und einen in alle Körperbereich hinein aktivierten Blutkreislaufes.
16. Stressabbau durch einen harmonisch fließenden Bewegungsrhythmus.
17. Schulung der rationellen Arbeitsteilung, um Zeit für regelmäßige Bewegung zu finden und Einsparung von Sonderzeiten für Ausgleichssport und Arztbesuche.
18. Auslösen natürlicher Empfindungen und bewusstes Wahrnehmen beim Laufen.
19. Intensive Konfrontation mit Pflanzen, Tieren und Umwelt.
20. Mehr Naturverbundenheit bei Bewegung auf gewachsenen Böden bei jeder Witterung.
21. Wesentliche Besserung des Mineralstoff- Haushaltes und mehr Vitamin D durch direktes Sonnenlicht, u.a: Besserung bei Osteoporose.
Ich kann nur allen Lehren empfehlen, drucken Sie diesen Text aus und verteilen Sie den an Eltern und Schüler. Die Eltern müssen endlich wissen, was diese sich und ihren Kindern antun, wenn diese ihren Nachwuchs zur Schule und zu anderen fußläufig erreichbaren Zielen chauffieren.
Auch der ADAC sollte stärker dafür streiten, dass unnötiges Autofahren unterlassen wird, da Laufen und Radfahren Staus reduziert und viele gesundheitliche und damit volkswirtschaftliche Vorteile haben.
www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de
www.zu-fuss-zur-schule.de

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