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Dienstag, 27. Januar 2015

Die AL Radevormwald über die Sekundarschul- Möglichkeiten in Radevormwald und Hückeswagen

Verehrte Radevormwalderinnen und Radevormwalder und liebe Bürgerinnen und Bürger außerhalb Radevormwalds!

(Dies ist Teil 2, Teil 1  finden sie hier: http://viertuerme.blogspot.de/2015/01/al-zur-schulpolitik-die-folgen-der.html und das eingebettete Video hier: https://www.youtube.com/watch?v=ZK9_GAbwlGk )

In diesem Teil wollen wir uns ein zweites Mal mit den Vorschlägen der Fa. Komplan zur Entwicklung der weiterführenden Schullandschaft in Radevormwald beschäftigen. Dabei soll es im Schwerpunkt um die betrachteten Sekundarschulvarianten aber auch Modelle gehen, die von der Fa. Komplan nicht beachtet wurden.

Bevor wir jedoch zu den Aussagen der Fa. Komplan in Fragen der Sekundarschule kommen, wollen wir kurz die Fragestellung aufgreifen, was ist eigentlich eine Sekundarschule?









Diese Schulform ist 2011 durch einen Kompromiss zwischen CDU und SPD entstanden. Die großen Parteien und insofern das Land reagierten damit auf die immer geringer werdende Schülerzahl und die Tatsache, dass Eltern immer weniger bereit waren, ihr Kind an einer Hauptschule anzumelden. Das machte es für die Kommunen schwierig, insbesondere in ländlichen Regionen, ein dreigliedriges Schulangebot aufrecht zu erhalten. Das Land bezeichnet die Sekundarschule – genau wie die Gesamtschule als eine Schule des längeren gemeinsamen Lernens. 

Ähnlich der Gesamtschule wird auch in den Jahrgängen 5 und 6 in der Sekundarschule differenziert gemeinschaftlich gelernt. Gemein ist damit, dass die Kinder gemeinsam in einer Klasse lernen, unterschiedliche Begabungen durch unterschiedliche Angebote innerhalb des Klassenverbandes berücksichtig werden sollen. Da der Sekundarschule die gymnasiale Oberstufe fehlt, sonst aber der Gesamtschule ähnelt, wird sie häufig als kleine Schwester der Gesamtschule bezeichnet.

Aber:

Die Sekundarschule kann in drei unterschiedlichen Formen ausgestaltet werden.

Bei der kooperativen Form wird nach der Phase des gemeinsamen Lernens in den Jahrgängen 5 und 6 für die Klasse 7 bis 10 getrennte Bildungsgänge eingerichtet. Es entstehen quasi Hauptschulklassen in der Sekundarschule. Diese Klassen, könnten aber genau wie die Hauptschule unter Schülermangel leiden. Noch folgenschwerer wäre es allerdings, wenn der Auslesedruck in den Jahrgängen 5 und 6 noch größer wird als bisher, nur um die notwendige Klassenstärke zu erreichen.

In der teilintegrierten Form werden ab der Klasse 7 die Klassenverbände beibehalten, aber es können in einzelnen Fächern – meist in den Kernfächern Deutsch, Mathematik, Englisch – Leistungs- und Neigungsprofile gebildet werden.

Bei der vollintegrieten Form bleiben die Klassenverbände bis zur Klasse 10 zusammen. Die individuellen Fähigkeiten und das individuelle Leistungsvermögen soll dann durch ein differenziertes Angebot innerhalb der Klasse berücksichtig werden. Damit später die Kinder bei einem evtl. Übergang in eine gymnasiale Oberstufe es leichter haben, muss eine Sekundarschule einen Kooperationsvertrag mit einem Gymnasium oder einer Gesamtschule schließen. Durch diese Konstruktion soll auch das gymnasiale Leistungsniveau innerhalb der Sekundarschule gesichert werden.

Über die Art der Sekundarschule entscheidet zunächst der Schulträger. Das heißt, es handelt sich um eine politische Entscheidung, die aber durch ein pädagogisch besetztes Gremium vorbereitet werden wird.

Kommen wir nun zu den Aussagen, die die Fa. Komplan zu Sekundarschulvarianten macht. Dabei betrachtet Komplan nicht alle Varianten, die theoretisch denkbar wären.

Denkbar wären nun folgende Sekundarschulvarianten:

Variante 1: Hückeswagen und Radevormwald gründen unabhängig voneinander eine Sekundarschule in ihrer Stadt. Es wäre für beide Städte der zweite Versuch eine derartige Schulform einzurichten.

Die Variante 2 bestände darin, dass Hückeswagen und Radevormwald eine Verbundsekundarschule einrichten. Dabei gibt es einen Hauptstandort, bei dem 75 Kinder angemeldet werden müssen und einem Nebenstandort der nur von 50 Kindern besucht werden muss.

Die letzte Möglichkeit betrachtet Komplan gar nicht. Dabei handelt es sich um eine gemeinsamen Sekundarschule zweier Gemeinden aber nur mit einem Standort.

Unabhängig von welcher Variante wir sprechen – Komplan rät von allen Sekundarschulmodellen ab. 

Worin liegen nun diese Ablehnungsgründe?

Komplan begründet diese Ablehnung allein mit dem Argument, dass es sich um einen zweiten Versuch handele. Die Firma versucht damit zu signalisieren, dass ein zweiter Versuch immer höhere Risiken birgt, als der Erstversuch. Tatsächlich will Komplan mit dieser Argumentation von den wirklichen Ursachen des Scheiterns ablenken. Die sind aber deshalb so wichtig, weil nur mit dem Einblick in die Ursachen des Scheiterns, sich die Frage tendenziell beantworten lässt, ob ein zweiter Versuch erfolgreich sein kann. Schaut man sich im Land um, so gibt es beide Fälle. Es gibt erfolgreiche und gescheiterte 2. Versuche. Herr Bieber berichtet aber ausschließlich von den gescheiterten Versuchen.

Die letzte mögliche Form einer gemeinsamen Sekundarschule mit nur einem Standort spart Komplan völlig aus, so als wenn es sie gar nicht gäbe.

Gehen wir also deshalb den Ursachen des Scheiterns einmal näher auf den Grund.

Betrachtet man die spärlichen Daten der Fa. Komplan für das beabsichtigte Errichtungsschuljahr 2014/ 2015, so fällt sofort auf, dass es in Hückeswagen nur 61 Kinder gab, die die Real- oder Hauptschule besuche sollten. Rechnet man nun noch die 3 auspendelnden Gesamtschüler und die 2 sonstigen Schüler hinzu, gab es maximal 65 Kinder die für die Gründung einer Sekundarschule zur Verfügung standen. Für eine Gründung sind 75 Kinder nötig. Diese fehlenden 10 Kinder hätten aus dem Potential der 60 an umliegende Gymnasien auspendelnden Schüler kommen müssen. Das ist nicht passiert, weil wie wir ja eigentlich schon wissen, dass die Sekundarschule derzeit keine Sogwirkung entfaltet. 

Kurz und knapp in Hückeswagen ist die Sekundarschule an der fehlenden Schülermenge gescheitert. In Radevormwald sah das völlig anders aus. Einschließlich der 6 auspendelnden Realschüler standen in Radevormwald 93 Kinder aus dem Bereich der Haupt- und Realschulkinder zur Verfügung. Also weit mehr als zur Errichtung einer Sekundarschule benötigt werden! Deshalb gilt für Radevormwald, dass hier die Errichtung der Sekundarschule an dem fehlenden Elternwillen gescheitert ist. Der Frage, weshalb die Eltern so abgestimmt haben, soll zunächst einmal nicht betrachtet werden!

Auf diesem Hintergrund lässt sich nun auch etwas über die Erfolgsaussichten eines 2. Versuch sagen. Hückeswagen ist bei einem 2. Versuch chancenlos. Die Sekundarschule zieht noch keine Kinder mit Gymnasialempfehlung an und in Hückeswagen sind nicht genug Kinder vorhanden, um eine Sekundarschule zu gründen. Radevormwald besitzt diese Chance jetzt noch, vor allem im Schuljahr 2016/17. Denn in diesem Schuljahr werden186 Kinder aus den Grundschulen entlassen. Der zweite Versuch wird aber nur gelingen, wenn die lokalen Widerstände, die es im vergangen Jahr gegeben hat, aufgegeben werden.

Eine Verbundsekundarschule ist grundsätzlich möglich. Der Hauptstandort müsste allerdings in Radevormwald liegen, weil Hückeswagen nur die Grenze von 50 Kinder risikolos überspringen kann. Auch hier wäre es erforderlich, dass der interne Kampf gegen eine Sekundarschule in Radevormwald nicht stattfindet. 

Eine gemeinsame Sekundarschule mit nur einem Standort ist nicht nur möglich, sie ist das Modell bei dem die Schwelle von 75 Kindern in jedem Fall erreicht und übertroffen werden wird. Allerdings verliert eine der beiden Städte einen Schulstandort und deshalb wird dieses Modell politisch nur schwer durchsetzbar sein.

Eigentlich sind wir ja schon bei Modellen, die die Fa. Komplan nicht betrachten möchte, aber es gibt noch mehr davon. Schauen wir uns diese Modelle einmal etwas näher an.

Diese Modelle beschäftigen sich mit der Gründung einer Gesamtschule in Radevormwald. 

Wenden wir uns also einer ersten Gesamtschulvariante zu:

Diese Variante bestände darin, dass Radevormwald ohne Hückeswagen und unter Aufgabe des bestehenden Gymnasiums eine Gesamtschule als alleinige weiterführende Schule gründen würde. Ein Modell, dass die Eltern am 11. Dez. in der Diskussion mit Komplan forderten. Komplan wendet gegen dieses Modell ein, dass dann deutlich mehr Kinder auswärtige Schulen besuchen würden als heute. Das ist ein sehr formales Argument, dass durch die Zahlen auch nicht unbedingt bestätigt werden kann. Im Schuljahr 2014/15 besuchen 22 Radevormwalder Kinder auswärtige Schulen. Würden sich 30 bis 40% der Eltern, die eine Gymnasialempfehlung für ihr Kind besitzen sich für ein Gymnasium in der Nachbarschaft entscheiden, wäre das zwischen 24 bis 28 Kinder. Es ist also weniger die Frage wie viele Kinder pendeln, sondern eher die Frage wer pendelt. 

Unser Bürgermeister hat in dieser Versammlung mehrfach betont, dass er das Gymnasium für gesichert hält und über das Bestehen des Gymnasiums nicht nachdenken oder sprechen möchte. Zu dieser Haltung kann die AL nur sagen, dass es noch niemandem bekommen ist mit zuhen Augen Auto zu fahren. Die Frage ob unser Gymnasium gefährdet ist, die darf nicht nur gestellt werden, die muss ernsthaft untersucht werden, wenn eine sachgerechte Lösung gefunden werden soll. 

Aber wenden wir uns zunächst den tatsächlichen Ablehnungsgründen zu, die die Fa. Komplan veranlasst, die Radevormwalder von einer derartigen Lösung abzuhalten. Komplan ist nicht wirklich Sachwalter der Interessen aller 3 Städte. Er ist Hückeswagener Gutachter und er kann eine Lösung nicht befürworten, die zunächst dazu führt, dass Hückeswagen in die Rolle des Zaungastes gedrängt wird. 

Es bleibt aber nicht bei der Rolle des Zaungastes. Wir sind ebenso wie Herr Bieber der Meinung, dass Gesamtschulen eine Sogwirkung entfalten können. Eine in Radevormwald gegründete Gesamtschule könnte also recht schnell dazu führen, dass in Hückeswagen die Hauptschule und die Realschule geschlossen werden müsste. 

Kommen wir nun zu einer 2. Gesamtschulvariante. Wir betrachten diese Varianten ausdrücklich nicht unter dem Aspekt, ob sie von der Bezirksregierung eine Genehmigung erhalten würden. Diese Frage kann in Verhandlungen mit der Bezirksregierung erst dann geklärt, wenn ein eindeutiges Votum für eine der Varianten vorhanden ist.

Die zweite Variante besteht nun darin, dass Radevormwald neben dem bestehenden Gymnasium eine Gesamtschule gründet. Das könnte gelingen, weil im Jahr 2016/17 186 Grundschulabgänger zur Verfügung stehen. Das Gymnasium dürfte davon maximal 86 Kinder (9 mehr als 2014) aufnehmen damit 100 Kinder für die Gesamtschule überbleiben. Eine solche Variante setzt aber ein hohes Maß an Einigkeit aller Beteiligten voraus. Leider besitzen wir ja noch nicht die genauen Zahlen. Aber wir wissen, dass es im darauffolgenden Jahr deutlich weniger Grundschulabgänger geben wird. Die geforderte 4-züggikeit der Gesamtschule muss dann über Einpendler gesichert werden. Das ist aber nicht unwahrscheinlich, weil es in der unmittelbaren Umgebung Radevormwalds derzeit keine Gesamtschule gibt! 

Komplan wendet sich gegen dieses Denkmodell wie auch gegen die Verbundgesamtschule mit Sitz in Radevormwald, in dem Herr Bieber behauptet, dass die Bezirksregierung diese Modelle ablehnen würde. 

Diese Aussage kann man glauben, muss man aber nicht. Wir halten es für notwendig diese Aussagen zu überprüfen. Den tatsächlichen Grund der Ablehnung hatten wir schon zuvor besprochen. Hückeswagen wird wieder zum Zaungast und verliert mittelfristig sein Angebot an weiterführenden Schulen. 

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, damit sind wir am Ende unseres 2. Teils. Wir danken Ihnen für Ihr Interesse. 

Der 3. Teil wird sich dann mit der Abwägung und Bilanzierung aller Argumente beschäftigen. Wir hoffen, dass Sie uns auch dann wieder zuhören werden. 


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