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Sonntag, 10. Juli 2011

Wir werden Fukushima nicht vergessen

Fukushima ist uns Mahnung und Verpflichtung - Sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke weltweit!
Stellungnahme der Bürgerbewegung für Kryo- Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz

Das Atomgesetz der Bundesregierung ist nicht akzeptabel
Die Atomkatastrophe in Fukushima ist aus den Schlagzeilen verschwunden. 4 Monate nach den Kernschmelzen in mindestens 3 Atomreaktoren in Fukushima wollen uns die Medien einschläfern, als wäre die Atomkatastrophe "unter Kontrolle" und in trockenen Tüchern.
Wir aber wissen: Die Atom-Katastrophe in Japan dauert an, die Situation in den betroffenen AKWs ist nach wie vor sehr kritisch und entfaltet sich weiter – mit immer neuen Schreckensnachrichten.
Zur Erinnerung: Tepco hatte die aufgrund des Erdbebens am 11. März 2011 eingetretene Kernschmelze in drei Reaktoren aus nackter Profitsucht auf den Tsunami zurückgeführt, die Kernschmelzen verschwiegen und die radioaktive Verstrahlung von Hunderttausenden von Menschen in Kauf genommen. Gegen einen Tsunami lassen sich Mauern errichten, gegen Erdbeben nicht. Die Reaktoren 4 bis 6 waren zur Zeit des Erdbebens, so eine Aussage von Tepco, abgeschaltet. Es dauerte bis zum 6. Juni 2011 als die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA amtlich bestätigte, dass in den Reaktoren 1 bis 3 im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi eine Kernschmelze eingetreten ist. (FR 7. Juni 2011)
Tepco hat das zerstörte Atomkraftwerk bis heute nicht im Griff.
Entgegen seiner Selbstdarstellung, alles sei auf dem Wege der Besserung. Am Reaktor 5 und dessen Abklingbecken, der laut Tepco gar nicht von einer Kernschmelze betroffen, da zu diesem Zeitpunkt abgeschaltet, fielen am 28. Mai die Kühlpumpen aus und die Temperatur stieg stark an.
Im Reaktorblock 1 ist am 4. Juni von einem Roboter eine Strahlendosis von bis zu 4.000 Millisievert die Stunde gemessen worden. Gemessen wurde an einer Stelle, an der radioaktiver Dampf austrat. Es ist der höchste Strahlenwert, der in dem zerstörten AKW bisher in der Luft gemessen wurde. Er bedeutet, dass ein Arbeiter in 4 Minuten mit einer Strahlendosis belastet wird, die als Höchstgrenze für ein Jahr festgelegt ist.
Am 18. Juni startete Tepco im AKW Fukushima 1 seine lange angekündigte Anlage zur Dekontaminierung des stark radioaktiv verseuchten Wassers. Ohne über dieses Wasser Herr zu werden, ist an weitere Arbeiten zur Reparatur der Kühlsysteme nicht zu denken, weil es die gesamten Anlagen blockiert. Mittlerweile ist von 110.000 Tonnen die Rede, die jederzeit aus den beschädigten Reaktorblöcken unkontrolliert überlaufen könnten, obwohl eine ganze Reihe von Tanks mit Tausenden von Tonnen dieses radioaktiven Wassers befüllt worden seien. Die Filtereinheit sollte die Radioaktivität auf einen Wert von 1/1.000 bis 1/10.000 der ursprünglichen Konzentration absenken. Der erste Versuch schlug jedoch fehl. Ein von der französischen Firma Areva und der US-Firma Kurion entwickeltes System, das täglich bis zu 1.200 Tonnen Wasser aufarbeiten soll, startete am 27. Juni um 16.20 Uhr zum wiederholten Mal, musste jedoch schon nach 90 Minuten wieder außer Betrieb genommen werden, weil Wasser aus den Schläuchen ausgetreten sei.
Wir werden diese Lügenpolitik nicht vergessen und befürchten, dass die Bundesregierung in einem solchen Fall ähnlich handeln würde.
Die japanische Regierung hatte in einem Bericht für die IAEA in der Woche vor Pfingsten zugeben müssen, „dass in den ersten Tagen nach dem Erdbeben doppelt so viel Radioaktivität wie bislang angegeben ausgetreten sei. Zudem gestand die Regierung ein, dass Voraussagen über die Verbreitung der Radioaktivität zu lange zurückgehalten wurden.“ (FAZ 14. Juni 2011)
Drei Monate nach der Atomkatastrophe von Fukushima – demonstrierten in rund hundert Städten Japans Zehntausende von Menschen mit Parolen wie „Nie wieder Fukushima“ und „Nein zur Kernenergie“, darunter in Tokio vor der Zentrale von Tepco. Das deutliche Anwachsen der Anti-AKW-Bewegung in Japan und auch in anderen Ländern geht einher mit immer neuen Enthüllungen über die Verlogenheit von Tepco und der Regierung und Berichten über das Ausmaß der Verstrahlung, das die Menschen immer mehr beunruhigt. 70% aller Japaner wollen aus der Atomenergie aussteigen (taz vom 9/10. Juli 2011). Unter dem Druck der Öffentlichkeit wurden zahlreiche AKWs zur Inspektion abgeschaltet und noch nicht wieder in Betrieb genommen. Vor drei Wochen liefen nur 19 von 54 AKWs. Das zeigt die Angst der Energiemonopole und der Regierung, die sich damit aber nicht abfinden wollen. Um Maximalprofite aus den AKWs zu ziehen, will die Regierung die zur Inspektion abgestellten AKWs jetzt vier Monate nach der Katastrophe wieder in Betrieb nehmen.

Verheerende Strahlung auf Mensch und Natur

Immer mehr japanische Kommunen führen eigene Strahlenmessungen durch, weil sie den Angaben der Regierung nicht trauen und sich stattdessen an den Sorgen ihrer Bürger orientieren.Viele lokale Behörden haben daraufhin eigene Grenzwerte festgelegt – eine Form der Selbstorganisation angesichts der lebensbedrohenden Atomkatastrophe, mit der sich die Bürgermeister in offenen Gegensatz zur Regierung stellen. Wataru Iwata, ein Aktivist der Initiative „Gauge 47“, die in Japan ein Netz von „Messstationen der Bürger“ aufbaut, äußerte sich dazu: „Die Bevölkerung in Japan wird nicht ausreichend geschützt“.
Tausende Menschen im Umkreis von Fukushima sind Opfer dieser verbrecherischen Politik von Tepco und der japanischen Regierung geworden. Sie mussten ihr bisheriges Leben für immer aufgeben, haben ihre Existenzgrundlage mit einem Schlag verloren und müssen auf Dauer mit der Kontamination leben. Es leben noch immer 90.000 Menschen in Lagern. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist teilweise schwierig. Auf den Feldern wuchert das Unkraut. Sie sind verseucht mit radioaktiven Strahlen aus der Atomruine . 600 Quadratkilometer Boden sind so verseucht wie in Tschernobyl. Das fischreiche Meer vor Fukushima ist verstrahlt und Fisch ist ein Grundnahrungsmittel in Japan. Notfallarbeiter, in der Regel Leiharbeiter, setzen im zerstörten Atomkraftwerk noch immer ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel, so wie einst die Liquidatoren von Tschernobyl.

Erfolg und fauler Kompromiss

Am 30.06.2011 beschloss der Bundestag, dass schrittweise bis 2022 alle Atomkraftwerke in Deutschland ausgeschaltet werden. Dies ist ein Erfolg von Hunderttausenden, die mit ihrem Widerstand in den letzten Wochen die Regierung und Energiekonzerne zu diesem Zugeständnis gezwungen haben. Ein Etappensieg - aber gleichzeitig auch ein fauler Kompromiss, denn die lebensgefährlichen AKW sollen noch bis 2022 weiterlaufen. Das bedeutet 10 Jahre weiter das Risiko eines GAU, weitere Strahlenbelastung und weiterer Atommüll, der nicht sicher gelagert werden kann. Und die Brennstoffproduktion sowie die Herstellung von Brennelementen werden sogar ausgebaut.
Die beschlossenen Gesetze sind nicht akzeptabel. Sie sind eine Unterordnung unter die Energiekonzerne. Erneuerbare Energien sollen hauptsächlich in Großprojekten wie Offshore Windparks gefördert werden. Die Nutzung von Sonnenenergie wird dagegen regelrecht behindert, indem bei größeren Energieeinspeisungen die Erzeugerpreise gesetzlich sinken. Außerdem sollen Kohlekraftwerke, die zu den größten CO2-Verursachern gehören, ausgebaut werden. Von einer wirklichen Energiewende kann keine Rede sein.
Der Grünen-Parteitag stimmte dem zu und trägt damit den Betrug von der „Energiewende“ mit. Bei zunehmenden Teilen der Anti-AKW-Bewegung stoßen die beschlossenen Gesetze aber auf heftige Kritik. So ruft zum Beispiel das Aktionsbündnis Münsterland dazu auf, den Widerstand gegen die Urananreicherungsanlage Gronau und gegen die Nutzung der Atomenergie vor Ort und international weiter zu führen.
Das ganze System der Lüge und Verharmlosung wird nicht ohne Wirkung bleiben. Dazu gehören auch die weltweit organisierten „Stresstests“, um die angebliche Sicherheit der Atomkraftwerke nachzuweisen, sie weiter zu betreiben und Hunderte von neuen zu bauen. Es gibt jedoch keine sicheren Atomkraftwerke ganz egal wo immer sie auf der Welt stehen werden.

Die Protestbewegung geht um die ganze Welt

Die internationale Bewegung gegen den Atomtod nimmt an Fahrt zu. Nach jüngsten Umfragen sprechen sich in Frankreich 77 % der Befragten für einen Atomausstieg aus. Am 27.06.11 demonstrierten fast 10.000 Menschen gegen das AKW in Fessenheim. Am 13.06.2011 demonstrierten in der Schweiz vor dem AKW Mühleberg in der Nähe von Bern bis zu 3.500 Menschen und forderten die sofortige Stilllegung des AKW. 94% aller Italiener haben sich beim Anti-Atom-Referendum massiv gegen einen Wiedereinstieg ihres Landes in die Atomenergie ausgesprochen.
Die Atomkatastrophe in Fukushima ist aus den Schlagzeilen verschwunden aber nicht aus den Köpfen der AKW Gegner. In verschieden Städten Deutschlands werden deshalb am 4. Monatstag Mahnwachen wie z. B. der Aktion "Strom ohne Atom" und IPPNW (internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkrieges) in Stuttgart oder Aktionen der Montagsdemos durchgeführt.
Sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke weltweit!
Für vollständige Kreislaufwirtschaft und 100% regenerative Energie!

Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz e.V.
Geschäftsführender Vorstand: Prof. Dr. Christian Jooß (1.Vorsitzender), Jochen Schaaf (2.Vorsitzender), Dieter Grünwald (Schatzmeister)
http://www.total-recycling.org/

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