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Samstag, 26. Oktober 2013

Nulltarif im ÖPNV - Beiträge von mir aus dem ÖDP- Forum

Da das ÖDP- Forum schließt, rette ich einige meiner Beiträge. Beiträge anderer Forenteilnehmer werden nicht übernommen, außer, sie wurden in Beiträgen von mir zitiert.

Felix Staratschek, Sonntag, 25. März 2012, 00:09

 Zur Landtagswahl 2010 habe ich mich als Direktkandidat für einen Nulltarif im ÖPNV ausgesprochen, lange bevor 2011 die Berliner Piratenpartei dies in die Debatte brachte. Wenigstens am Hauptwohnsitz und in einem Kranz von Nachbargemeinden sollte jeder freie Fahrt haben.

 Gründe und Vorteile:



 --Ticketverkauf verlangsamt die Busumläufe und macht diese weniger effektiv oder verhindert sinnvolle Linienverlängerungen.

 --Ticketverkauf verlangt eine Infrastruktur die Kosten erzeugt.

 --Ticketverkauf ist kompliziert und für Gelegenheitsfahrgäste sind die Einzeltickets zu teuer. Wer an Grenzen von Tarifverbünden wohnt, kann sich gleich mit mehreren komplizierten Systemen befassen.

 --Den Nutzen eines gut genutzten ÖPNV haben alle, also können auch alle über Steuern den ÖPNV bezahlen.

 --Der ÖPNV fördert die klassischen zentralen Orte und Innenstädte und trägt so zum Erhalt dezentraler wohnortsnaher Versorgung bei. statt zentrale autozentrierte Konsumtempel.

 --Kinder müssen seltener von ihren Eltern gefahren werden.

 --Bus- und Bahnfahren ist dann immer ökonomisch von Vorteil.

 --Minijober können ohne Geldverlust zur Arbeit.

--Mehr Fahrgäste bringen mehr soziale Kontrolle.

--Ein Missbrauch eines kostenlosen ÖPNV ist unwahrscheinlich.

 --Wenn attraktive Busverbindungen bestehen, werden Autofahrer eher umsteigen.

Generell kann bei reinen Ortsbuslinien auf den Fahrscheinverkauf verzichtet werden, weil Umsteiger aus entfernten Orten nur einen minimalen Anteil ausmachen. Nur längere Überlandlinien bräuchten evt. noch Fahrkartenverkauf - aber auch hier überwiegen oft die kürzern Fahrten.

Die Umweltfreundlichkeit des ÖPNV wird gewährleistet, weil auch hier die volle Ökosteuer erhoben werden sollte um Anreize zum Energiesparen zu liefern. Aber durch mehr Fahrgäste kann der Pro- Kopf- Energieverbrauch deutlich sinken.

Fahrgastzuwächse werden in den Schwachlastezeiten höher sein, als im Berufsverkehr, da im Berufsverkehr schon heute die günstigsten Tarife gelten.

Wie sehen die anderen den Nulltarif?

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Felix Staratschek, Montag, 26. März 2012, 15:37

 Bei der Finanzierung denke ich an einen weitgefassten Begriff der Aufkommensneutralität. Denn dass was heute als Fahrpreis in der Volkswirtschaft zum ÖPNV hin geleitet wird, kann da auch über Steuern und Abgaben dahin fließen. Dafür müssen viele Regeln neu erarbeitet werden. Aber das hindert einen ja nicht daran, sich das zum Programmpunkt zu machen.

Was ich noch vergessen hatte:

 --Wegen der Schwarzfahrer müssen Fahrgäste heute bei vielen Bussen vorne einsteigen und hier im VRR ihre Zeitkarte vor ein Prüfgerät halten. Von den Folgen bin ich betroffen. Mein Bus nach der Frühschicht fährt planmäßig 5 und mehr Minuten später ab und so verlängert sich meine Heimfahrt durch verpasste Anschlüsse fast täglich um eine halbe Stunde. In dieser Zeit sind viele Autofahrer schon zu Hause! Selbst wenn Busfahrer sagen, die Leute sollen schneller einsteigen, sind die Fahrgäste so darauf eingestellt, ihr Ticket vor das Gerät zu halten, dass dies den Betrieb aufhält.

--Wenn Busse an einer Endhaltestelle ankommen, öffnen die die Türen meist erst kurz vor der Rückfahrt, weil der Fahrer ja die Tickets kontrollieren muss oder auch welche Verkaufen muss. Beim Nulltarif könnten die Türen offen bleiben und jeder könnte ich schon mal hinsetzen. Der Fahrer könnte eine Gardine vor seinen Platz ziehen und Pause machen (beim Fahren kann er ja auch nicht sehen, was hinter ihm passiert).

 Im belgischen Hasselt klappt es bereits mit dem Nulltarif. (Zwischenzeitlich ist der Nulltarif dort abgeschafft worden, weil es auch in Belgien kein Gesamtkonzept gibt und die Stadt alleine die Kosten nicht tragen wollte. Das spricht aber nicht gegen Regeln, die die Finanzierung so eines attraktiven Nahverkehrs dauerhaft ermöglichen.) 
Ich glaube, dass das Anbieten von ÖPNV im ländlichen Raum immer preiswerter sein wird, als in Ballungsräumen. Regionalbahnen als Hauptachsen und Rufbusse oder Anrufsammeltaxen zu allen Dörfern kosten weniger als U-und S- Bahnen. Und jeder Job, der da geschaffen wird, spart einen Hartz IV - Empfänger ein.

Gemeinden, die einen intensiven Schulbusverkehr haben, können den zu einem Ortbus für die Grundversorgung abseits der Hauptachsen ausbauen. Das ist ein Handlungsfeld für unsere vielen Kommunalpolitiker.

Als verkehrspolitischer Sprecher der ÖDP Paderborn bis 1997 habe ich es geschafft, per Pressemitteilung für die Einführung des Ortsbusses in Hövelhof einzutreten, nachdem der Rat diesen abgelehnt hatte. Als Folge meiner Veröffentlichungen, wagte der Verkehrsverbund Paderborn- Höxter die Zusage, er würde drei Jahre lang das zusätzliche Defizit in Hövelhof tragen (es ging um erwartete 30.000 Euro, wenn keine Fahrgäste hinzu gewonnen werden). Das Ergebnis war, dass dies nur ca. 1,5 Jahre nötig war, danach überstiegen die Mehreinnahmen die Mehrkosten.

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estland-als-vorreiter-in-der-eu-in-tallinn-wird-der-oeffentliche-verkehr-gratis Frankfurter Rundschau[

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Felix Staratschek, Donnerstag, 29. März 2012, 16:42

 Da bin ich auch gerade drauf gestoßen.
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Felix Staratschek, Samstag, 26. Mai 2012, 23:38


 Zitat 
"Die eine große Frage, die im Raum steht, ist die Finanzierbarkeit."

Ich habe dazu doch einige Anmerkungen gemacht. Die Finanzierbarkeit scheitert alleine an den politischen Regeln. Die müssen für einen Nulltarif verändert werden.


Zitat
"Es gab in Deutschland auf kommunaler Ebene wohl schon Beispiele, wo ein fahrscheinfreier ÖPNV versucht wurde. Das war zwar insofern ein Erfolg, dass viele Fahrgäste auf den ÖPNV umgestiegen sind und auch die Straßen geringfügig entlastet wurden und entsprechend weniger saniert werden mussten. Langfristig war die komplette Übernahme für die Kosten jedoch nicht zu stemmen. "

Nicht aus den heutigen kommunalen Haushalten. Aber die Mittelverwendung der gesamten Politik kann dies stemmen. Aber die Verlagerung vom Auto zum ÖPNV ist doch gar nicht gewünscht, weil wachstumsschädlich für die Autoindustrie.


Zitat
"Daher halte ich eine Finanzierbarkeit des fahrscheinfreien ÖPNV (wenn überhaupt) erst dann für möglich, wenn sich die Umweltkosten wirklich im Preis für die Automobilität widerspiegelt."

Nein, umgekehrt, da die externen Kosten dem Auto nicht angelastet werden, sollte der ÖPNV stärker gefördert werden. oder anders gesagt, wenn der Straßenverkehr durch seine Steuern nicht mal die externen Kosten deckt, fahren Autofahrer gratis auf den Straßen. Man muss auch realistisch sein! Die Vollanlastung der externen Autokosten ist nicht machbar, weil es zu viele Betroffene gibt. Man kann die politisch als Ziel haben, wird da aber in einer Koalition immer Kompromisse schließen müssen. Wichtiger ist es für mich daher, externe Kosten durch Vermeidung von Autoverkehr zu verhindern.


Zitat
"Vor allem aber spricht fahrscheinfreier ÖPNV gegen den Grundsatz, dass die beste Mobilität die ist, die nicht benötigt wird."

Ich glaube nicht, dass dies ein ÖPNV- Problem ist. Denn für Vergnügungsfahrten habe ich keine Zeit. Und wenn ich sowas doch mal mache, passiert das ja mit Bussen, die sowieso fahren müssen. Und da wir uns ab und zu bewegen müssen, ist es besser, dafür den ÖPNV attraktiver als den PKW zu machen.


Zitat
"Mit dem Semesterticket für Frankfurter Studenten kann man im gesamten RMV-Gebiet "kostenlos" fahren. Das hat mich zum einen natürlich sehr gefreut, weil ich das wunderschöne Mittel- und Südhessen auf diese Weise wunderbar entdecken konnte. Aber ich muss auch eingestehen, dass ich auf die Weise ein vielfaches mehr mobil war (und ergo CO2 verbraucht hab), als wenn ich nur ein Ticket für den Weg von meinem Heimatort nach Frankfurt gekauft hätte."

Wahrscheinlich wäre kein Zug weniger gefahren, wenn du zu Hause geblieben wärst. Und wenn dafür einige 1000 PKW nicht zur Uni fahren, kann man auch mal einen Ausflug machen, die Bilanz bleibt positiv.


Zitat
"Unter diesem Aspekt halte ich übrigens auch Landflucht zwar für ein Problem auf kommunaler Ebene, aus ökologischer Sicht jedoch für begrüßenswert. Schließlich bedeutet dies, dass sich mehr Menschen für ein arbeitsplatznahes Wohnen in der Stadt entscheiden und auf diese Weise weniger mit dem Auto unterwegs sind."

Ich habe keinen landesweiten Nulltarif gefordert, sondern einen am Hauptwohnort und den Nachbarorten. ich glaube nicht, dass das die Zersiedelung wesentlich fördert. Ich will Nähe fördern! Bei einem Nulltarif um den Hauptwohnort werden die Menschen versuchen, ihre Dinge innerhalb des Nulltarifs zu regeln und möglichst nicht weiter raus fahren.


Zitat
"Am Ende sehe ich noch ein rechtliches Problem. Es wurde ja richtig geschrieben, dass es nicht um kostenlosen, sondern um fahrscheinlosen ÖPNV gehen soll, bei dem die Kosten auf alle Bürger verteilt werden, unabhängig davon, ob sie den ÖPNV nutzen oder nicht (ähnlich, wie dies bei Semestertickets zum Teil der Fall ist). Ich bin mir nicht sicher, ob ein solcher "Zwangsfahrschein" - so sehr er auch gegen die Blechlawine auf der Straße helfen würde - vor Gericht wirklich durchkommen würde."

Ich denke, es sollte heißen, steuerfinanzierter ÖPNV. Es fragt mich auch keiner, ob ich die Autobahnen brauche oder Stuttgart 21, die mit meinem Steuergeld bezahlt werden. Der Nutzen eines freien Nahverkehrs haben sogut wie alle, sei es durch die direkte Nutzung, sei es durch freiere Straßen, weniger Abgase, belebtere Innenstädte oder Besucher.


Zitat
"Daher halte ich immer noch für den gangbarsten Weg: Gute Versorgung mit ÖPNV und bei Kurzstrecken einen besonders ermäßigten Tarif."

Das was man heute Kurzstrecke nennt, würde ich selbst bei einem Nulltarif laufen. Selbst wenn ich eine Monatskarte habe, nutze ich die meist nicht für den Fußweg in die Innenstadt. Aber meine Nichten und Neffen drängen dauernd ihren Opa, fahr mich mal dahin, hol mich ab.... . Da wäre der Verweis auf einen Gratis- ÖPNV doch eine gute Sache.
 Weiteres zum Thema.
Oder: Warum nicht Schwarz Fahren für alle?


Mittwoch, 30. Mai 2012, 11:11
 Ein interessanter Vorschlag aus den Reihen der Grünen.

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Felix Staratschek, Mittwoch, 8. August 2012, 10:05

 Noch nie was von Rufbussystemen und Sammeltaxen gehört? Damit lässt sich auch für das kleinste Kuhdorf ein Taktverkehr erstellen. 
Gefahren wird dann nur, wenn es eine Nachfrage gibt. Aber so schafft man gleichwertige Lebensverhältnisse in der ganzen Republik! Und besser als Hartz IV ist es doch, die Leute als Fahrer einzusetzen.

Und nun sollen mal die bisher 6 Gegner des Nulltarifs mit ihren Argumenten rausrücken. 

---Was verstößt gegen die Kostenwahrheit, wenn ich den ÖPNV als Gemeinschaftsaufgabe löse und damit eine effektive Ressourcennutzung fördere? 

Schließlich ist das Auto ein Stehzeug, das ausnahmsweise 40 Minuten am Tag bewegt wird und 1400 Minuten irgendwo abgestellt wird. Busse, Sammeltaxen und Züge verbrauchen schon bei einer einzigen gut ausgelasteten Fahrt deutlich weniger Fläche, als 70 PKW und sind dann meist noch mehrmals im Umlauf mit weiteren Fahrgästen. Und hier sind wir ja auch in einer Zwickmühle: Natürlich sollen Preise die Wahrheit sagen, weshalb ich Ausnahmen bei der Ökosteuer für den ÖPNV ablehne damit die Verkehrsbetriebe und Besteller auf Sparsamkeit achten. Aber muss deshalb die ganze Welt ökonomisiert werden? Selbst als Inhaber eines Semestertickets bin ich kaum zu Spaßfahrten gekommen, aber an der UNI gab es plötzlich genug Parkplätze und die Wohngebiete wurden nicht mehr zugeparkt. Und die Zahl der Fahrradständer wurde trotzdem noch ausgeweitet. Denn ich bin auch weiterhin überwiegend per Rad gefahren.

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Felix Staratschek, Sonntag, 12. August 2012, 16:20

 Noch nie was von Rufbussystemen und Sammeltaxen gehört? Damit lässt sich auch für das kleinste Kuhdorf ein Taktverkehr erstellen.

 Zitat
"Es gibt leider
 1. zu viele Dörfer, in denen das auch wegen der geringen Einwohnerzahl nicht sinnvoll ist"

Ein Bedarfssystem fährt nur nach Bedarf. Es geht zunächst um die Verfügbarkeit eines flächendeckenden Angebotes. Und wenn ein Ziel nicht bestellt wird, fährt da nichts hin.


Zitat
"2. zu viele Menschen, die fanatisch die „Mein Haus, meine Frau, mein Auto“-Ideologie vertreten und nicht freiwillig ÖPNV nutzen "

Wollen wir einen Bewusstseinswandel erreichen oder nicht? Klappen nicht schon zahlreiche gute Verkehrsprojekte trotz dieser Mentalität?

Aber so schafft man gleichwertige Lebensverhältnisse in der ganzen Republik! Und besser als Hartz IV ist es doch, die Leute als Fahrer einzusetzen.


Zitat
"Ist dir klar, dass man für solche Arbeiten
 1. einen Personenbeförderungsschein"

Wo ist da das Problem? Alle Bürgerbusvereine brauchen den!


Zitat
"2. je nach Fahrzeug einen oder mehrere zusätzliche Führerscheine braucht?"

Ja und, das kann man doch nachholen. Aber bis zu 8 Fahrgäste in Linientaxis, Anruf- Sammel- Taxis, Rufbussen und Bürgerbussen kann jeder gesunde Mensch befördern.


Zitat
"Ganz so einfach ist das also nicht."

Warum nicht, je einfacher, um so besser! Kompliziertheit ist eine der Hürden für die ÖPNV- Nutzung!


Zitat
"Ich bin dafür, den ÖPNV weiter auszubauen, aber wer bringt die Kostenträger (Gemeinden, Landkreise, Bundesländer) dazu, das zu finanzieren?"

Wir wollen doch als ÖDP ein politisches Gesamtkonzept. Und ich denke, da ist es volkswirtschaftlich am sinnvollsten den wohnortnahen Nahverkehr gratis anzubieten, um eine maximale Benutzung zu erreichen, eine Förderung der Innenstädte, umweltverträgliche Mobilität für alle und Jobs statt Hartz IV. Im flandrischen Hasselt/ Belgien klappt es doch.

Wäre das nicht was für die JÖ? Bei Abgeordnetenwatch kann jeder nachlesen, dass ich lange vor der Piratenpartei hierfür eingetreten bin, so in dieser Antwort 2010.

Und hier 2009 unter "Ziele".  Zum Seitenanfang
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 Zitat von »Felix Staratschek«
"Wir wollen doch als ÖDP ein politisches Gesamtkonzept. Und ich denke, da ist es volkswirtschaftlich am sinnvollsten den wohnortnahen Nahverkehr gratis anzubieten, um eine maximale Benutzung zu erreichen, eine Förderung der Innenstädte, umweltverträgliche Mobilität für alle und Jobs statt Hartz IV. Im flandrischen Hasselt/ Belgien klappt es doch."

Tatsächlich, so etwas gibt es in Hasselt. Die Entwicklung ist geradezu beeindruckend:
 Vanaf 1 juli 1997:
 1997: 1 498 088 reizigers of 4,28 x meer
 1998: 2 837 975 reizigers of 8,10 x meer
 1999: 2 840 924 reizigers of 8,11 x meer
 2000: 3 178 548 reizigers of 9,08 x meer
 2001: 3 706 638 reizigers of 10, 59 x meer
 2002: 3 640 270 reizigers of 10,40 x meer
 2003: 3 895 886 reizigers of 11,13 x meer
 2004: 4 259 008 reizigers of 12,17 x meer
 2005: 4 257 408 reizigers of 12,16 x meer
 2006: 4 614 844 reizigers of 13,19 x meer
 (Quelle  )

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Felix Staratschek, Sonntag, 30. September 2012, 22:17

 Ein guter Nulltarif- ÖPNV sollte am Hauptwohnsitz so selbstverständlich sein, wie kostenlose Bürgersteige, Radwege und mautfreie Straßen. Da die PKW- Steuern nicht mal die externen Kosten abdecken, nutzen die die Straßen zum Nulltarif. Auch jenseits der Ökosteuer sind jederzeit Steuerveränderungen möglich.
Viele Verkehrsbetriebe verzichten z.B. auf Busanhänger, weil dann alle Schwarzfahrer hinten einsteigen würden. Gelenkbusse mit Vorneeinstieg sind aber im Winter viel schlechter zu fahren, als Busse mit Anhänger, weil die in der letzten Achse angetrieben werden und sich bei Glätte dann verkeilen, während der Anhänger vom Motorwagen gezogen wird. Und man kann Gelenkbusse nicht bei schwacher Nachfrage oder starker Glätte verkürzen.

Wenn also der ÖPNV volkswirtschaftlich besser ist als der der PKW- Verkehr und das Tarifwesen selber ein Kostenfaktor ist, dann sollte man doch durch eine allgemeine Steuerfinanzierung für den Nahbereich einen optimalen ÖPNV für alle schaffen. Wenn Steuern Fahrpreise ersetzen, ist das auch aufkommensneutral für die Volkswirtschaft, ebenso die Umwandlung von Hartz IV in einen Lohnanteil des Busfahrers. Und wenn mehr Leute den ÖPNV nutzen und der mehr kostet, steht die so nötige Steuererfordernis ja im Verhältnis zur Abstimmung mit den Füßen. Fakt ist aber, das im Berufsverkehr die Nachfrage weniger stark steigen wird, als im Gelegenheitsverkehr, weil da schon Zeitkarten günstige Tarife bieten. Es wird also oft reichen, vorhandene Fahrzeuge intensiver zu nutzen und mit Anhängern bestehende Fahrten zu verstärken. Die Forderung, Busanhänger einzuführen, sollte die ÖDP in alle Kommunen tragen.

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Felix Staratschek, Dienstag, 2. Oktober 2012, 02:15

 Das Problem könnte sein, dass dann viele keine Zeitkarten mehr kaufen und die Busfahrer viel mehr zu tun haben! Heute nutzen gut 70% der ÖPNV- Kunden Zeitkarten. Die Preise der Einzelticktes wirken für Gelegenheitsfahrgäste oft abschreckend.

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Felix Staratschek, mFreitag, 2. November 2012, 12:21

 Gibt es verlinkbare Berichte zu den genannten ÖPNV- Konzepten? Wie groß sind die Einwohnerzahlen der Orte? Welcher Takt? Welche Betriebszeiten? Welcher Tarif?
 Für den Ausbau des ÖPNV in der Fläche werden "Sonderformen" eine wichtige Rolle spielen. 
Es geht ja nicht um den Transport warmer Luft, sondern bedarfsgerecht Mobilität zu ermöglichen.

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