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Sonntag, 26. Januar 2014

Leserbrief: ADAC- Clubhierachie ist oligarchisch und nicht demokratisch!

Es wundert mich nicht, wenn der ADAC Umfrageergebnisse verfälscht. Denn der ADAC nennt sich Club, hat aber für die Masse der Mitglieder kein Angebot eines echten Clublebens. Es gibt im ADAC zwar Ortsclubs, aber das sind keine Ortsvereine für alle, sondern Motorsportclubs, die als ganzes im ADAC Mitglied sind. Diese Motorsportclubs, die in der Regel frei sind von allen verkehrspolitischen Aktivitäten, wählen Delegierte, die sich in der Regel einmal pro Jahr auf der Hauptversammlung eines ADAC Gau- oder Regionalverbandes treffen. Einfache ADAC- Mitglieder können sich per Einschreiben dazu anmelden, stehen dann aber einer großen Mehrheit von organisierten Motorsportlern gegenüber, die mit ihrer Mehrheit die Delegierten für die bundesweite Hauptversammlung des ADAC wählen. Dort sind dann die Motorsportler weitgehend unter sich. Zusätzlich dürfen die organisierten Motorsportler, wenn die an der Teilnahme der Regionalversammlung verhindert sind, ihr Stimmrecht auf andere Delegierte übertragen.


Demnach kann der ADAC kein Lobbyverband für Mobilität sein, denn mit einer umfassenden Mobilität, die auch den Umweltverbund von Eisenbahn, Omnibus, Fußwegen und Radfahrten einschließt, beschäftigt sich meines Wissens kein einziger ADAC- Ortsclub. Diese Ortsclubs sind so wenig verkehrspolitisch interessiert, dass ich noch keinen Fall gefunden habe, wo ein ADAC- Vertreter in einem kommunalen Verkehrsausschuss saß oder Bürgeranträge für Verbesserungen im Verkehr gestellt hat. Diese Ortsclubs machen Motorsport und sonst nichts!

Zwar habe ich den Eindruck, dass der ADAC etwas zurückhaltender geworden ist in seinen Polemiken gegen Bus und Bahn, aber der ADAC unterlässt es aktiv für bessere Eisenbahnkonzepte und ÖPNV- Lösungen zu streiten, was doch eine unverzichtbare Arbeit einer Mobilitätslobby sein müsste. Im Juni 2001 stand z.B. in der ADAC Motorwelt, der ADAC fordere "eine Verkehrspolitik ohne ideologischen Ballast" und meinte man könne "mit verstaubten Ideologien" "heute keine Verkehrspolitik mehr machen".  Im gleichen Artikel verbreitet der ADAC aber eine ideologische Aussage; "Wirtschaftswachstum und Transportleistung ließen sich nicht voneinander trennen." Und dann kommt der Hammersatz: "(ADAC- Präsident Peter) Meyer widersprach, dass die Schiene unsere Verkehrsprobleme lösen könne - ihr Anteil nehme kontinuierlich ab, weil die Bahn als Transportmittel weder genügend Attraktivität noch Kapazität besitze." Das der ADAC jetzt Fernbusse einsetzt, ändert nichts an seiner Verkehrspolitik. Denn Fernbusse werden auch von der Autoindustrie hergestellt und fahren auf den Straßen. Interessant wäre es, wenn der ADAC eigene Fernzüge einsetzen würde oder sein Busangebot mit vorhandenen privaten Zugbetreibern koordiniert. 

Schon zur Bundestagswahl 1994 hatte der ADAC eine Broschüre herausgegeben, die mit dem Titel "Fakten statt Floskeln" die verkehrspolitischen Unwahrheiten des ADAC verbreitete. Der Inhalt der Broschüre wurde dann 1995 vor der Landtagswahl in NRW noch einmal in mehreren Folgen der ADAC- Motorwelt veröffentlicht. Daraus eine Aussage; "7% weniger PKW bedeutet 100% mehr Bahn". Diese Aussage ignoriert, dass nur Autofahrten, zu denen es eine  Bahnstrecke parallel gibt, auf die Schiene verlagert werden können. Er ignoriert dass eine auf den ÖPNV- Verlagerte Autofahrt nie zu 100% auf die Bahn verlagert wird, da es sehr oft einen Vor- und Nachlauf mit Bussen und Straßenbahnen oder Fußweg- und Radfahranteilen gibt. Diese Parole ignoriert auch, dass es unzählige Beispiele gibt, dass Reaktivierungen und Modernisierungen von Bahnstrecken Fahrgastzuwächse von mehreren 100% bewirkt haben. Und alleine eine Verlängerung von Bahnsteigen und mehr Doppelstockzüge könnten wesentlich mehr Verkehr in den Zügen zulassen. 

Ich persönlich habe kein Auto und bin auf den ÖPNV angewiesen. Von daher trifft mich diese Polemik des ADAC persönlich und ich habe schon mehrere Protestaktionen mit Aufrufen zum ADAC- Austritt durchgeführt (z.B. habe ich in Remscheid einen ganzen Tag lang zur Eröffnung der ADAC- Geschäftsstelle ein Flugblatt verteilt und mich dabei nicht von den Drohungen der ADAC- Vertreter abschrecken lassen. Der Regionalzeitung "Bergische Morgenpost" war diese Aktion immerhin eine Notiz in ihrem Bericht wert. Ich gehöre dem Fahrgastverband PRO BAHN an. Wenn aber Autofahrer einen Schutzbriefclub angehören wollen, für die Mobilität weit mehr als nur Autofahren ist und die gerne bereit sind, vermeidbare Autofahrten auf andere Verkehrsarten zu verlagern, dann sollten die im Verkehrsclub Deutschland (VCD  ) Mitglied werden. Dieser Club hat alles, was ich beim ADAC vermisse, er hat Kreis- und Ortsverbände für alle Mitglieder und sucht da, wo es Gruppen gibt, auch aktiv nach Lösungen für vorhandene Verkehrsprobleme. Im Zusammenhang mit dem aktuellen ADAC- Skandal wurden oft AvD und ACE erwähnt, die aber auch zu einseitig auf Autothemen setzen und ebenfalls den Einsatz für eine bessere Verkehrspolitik für alle Menschen auf allen politischen Ebenen bisher kaum betreiben. Die hier zitierten Kampagnen zur Desinformation der ADAC- Mitglieder empfinde ich als weit schlimmer als den aktuellen Skandal, da mit dieser Lobbyarbeit gegen eine ökologische Verkehrspolitik der ADAC der Gesellschaft schweren Schaden zufügt und einzig dem Absatzinteresse der Autoindustrie dient. Ich habe den ADAC auf alle diese Probleme schon oft hingewiesen und dem ADAC auch Themen genannt, die er über seine Motorwelt millionenfach verbreiten könnte. Denn es sind ja auch viele Wirtschaftsleute und Unternehmer Clubmitglied. Und wenn die mal das Konzept der "Container- Linienzüge" kennen lernen würden oder wie einfach man mit der "Mobiler"- Technik (siehe Wikipedia) man heute Container überall zwischen Schienen- und Straßenfahrzeugen verschieben kann, dann könnte das eine beachtliche Verlagerung von Gütern auf die Schiene auslösen bzw. bei der Wirtschaft den Wunsch wecken, endlich eine neue Container- Güterbahn zu bekommen. Der ADAC könnte dagegen vorgehen, dass Bahnstrecken zur Radwegen umgebaut werden, die bei einer Reaktivierung täglich einige 1000 PKW von der Straße holen würden (z.B. die Verbindung (Wuppertal -) Remscheid - Wermelskirchen - Leverkusen (- Köln). Auch bei Straßenprojekten könnten Maßnahmen für den ÖPNV integriert werden, wie bei der neuen A1 Rheinbrücke, über die man die Linie 12 der KVB um ca. 2 Kilometer verlängern könnte, um die Großstadt Leverkusen direkt an das Stadtbahnnetz anzuschließen und eine wichtige Lücke im ÖPNV- Netz zu schließen. 

Der ADAC mit seinen 18.000.000 Mitgliedern könnte ein riesiges Potential für eine bessere Politik freisetzen, wenn der bisherige Club der Motorsportler endlich zu einem Club für die ganze Basis wird. Es dürfte wohl keinen Kreis und keine Stadt geben, wo sich nicht ein Basisclub des ADAC bildet. Und dann kann es wirklich eine Meinungsbildung von unten nach oben geben, wie diese einem demokratischen Verband angemessen ist. 

Abs. Felix Staratschek, Freiligrathstr. 2, 42477 Radevormwald


Berichte von mir zum Thema ADAC 

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