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Montag, 3. März 2014

Freizeitsiedlung Kräwinkel: Brief an die Bezirksregierung

Sehr geehrte Damen und Herren!

Da sie am 5.3.14 ein Gespräch über die Freizeitsiedlung Kräwinkel führen und ich dass durch meine Aktivitäten mit angestoßen habe, möchte ich noch mal einige Aspekte einbringen. 

Ich bin Mitglied der Alternativen Liste (AL) Radevormwald. Und die AL wollte nie, dass da sowas, wies diese Siedlung entsteht. Aber nun wurde das mal zugelassen und den Menschen wurde dort auch suggeriert, dass man langfristig doch vollwertiger Radevormwalder werden könne.  

In den Unterlagen für den Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr am 6. März 2014 ist eine Zusammenfassung der bisherigen Kontakte  mit der Bezriksregierung wiedergegeben. 

Darin heißt es:

"Durch die geplante Umwidmung würden Wohnbauflächen inmitten landesplanerischen Freiraums, d.h. ohne räumlichen Zusammenhang an eine bestehende Ortslage entstehen."



Wo bitte soll hier was entstehen? Hier steht eine komplette Siedlung! Und ob diese als Ferienwohnung von ständig wechselnden Einwohnern oder aber von Dauersiedlern bewohnt wird, ändert an der Umweltbelastung nichts! Der Eingriff ist geschehen und hängt nicht von der Art ab, wie die errichteten Gebäude bewohnt werden. Es sind hier gut 150 Steinhäuser und eine große Zahl von Holzhäusern vorhanden und schon vor 1997, als ich öfters in Vertretung den Landbezirk der Bergischen Morgenpost übernahm, hatte ich einen Großteil der Abonennten in Kräwinkel. 

Es geht hier nicht darum neue Wohnbaufläche auszuweisen, dass würde auf meinen scharfen Widerstand stoßen, sondern es geht darum, die Menschen, die hier eine Ortsgemeinschaft gefunden haben nicht für die politischen Fehler der Vergangenheit zu bestrafen. 

Was den Regionalplan angeht, kann der wegen seiner planerischen Unschärfe nicht als Argument herhalten. Die Stadt Radevormwald bearbeitet gerade den Flächennutzungsplan für den Bereich Blumenstraße. In den Unterlagen ist auch der Regionalplan für diese Region dargestellt. So ist die ganze Neustraße, an der keine einzige Fabrik liegt als "gewerblich industrieller Bereich" ausgewiesen. Vor Jahrzehnten gab es an der Neustraße zwar das Hudorawerk, aber dass war schon damals die Ausnahme. 

Umgekehrt liegen uralte Gewerbestandorte, wie das Bilorawerk im "allegmeinen Siedlungsbereich ASB". Das heißt, der Regionalplan gibt nur ein sehr grobes Raster vor. Warum soll dies nun ausgerechnet in Kräwinkel anders sein? Ja, ich bin dafür, die Bebauungspläne so auszuführen, dass in Kräwinkel keine weitere Verdichtung mit Wohnanlagen über die heutige Bebauung auf den Parzellen stattfinden darf und das evt. noch freie Parzellen nicht zu groß bebaut werden dürfen. Aber das Vorhandene, dass sich nun einmal entwickelt hat, sollte man anerkennen.

In einem trotz aller Sekularisierung noch immer christlich geprägten Land sollte sich auch die Politik einen Satz Jesu zu herzen nehmen: Der Mensch ist nicht für das Gesetz da, sondern das Gesetz für den Menschen. 

Die Freizeitsiedlung Kräwinkel ist nicht schädlicher für die Umwelt, als andere Dörfer, wie Honsberg, Önkfeld, Remlingrade, Ispingarde, die alle ohne "räumlichen Zusammenhang" und ohne ÖPNV (bis auf unregelmäßige Bürgerbusfahrten an einigen Wochentagen) in der Pampa rund um Radevormwald liegen. In Kräwinkel gibt es immerhin als Zentrum eine Gastronomie, die meines wissens für die Camper auch einige Lebensmittel anbietet. Somit hat Kräwinkel sogar mehr Nahversorgung, als jedes andere Dorf der Stadt. 

Die Freizeitzsiedlung Kräwinkel ist von allen Siedlungen außerhalb der Achse Herbeck - Rädereichen und den Wupperorten die größte Siedlung in Radevormwald. Sie ist über das Anruf- Sammeltaxi besser mit Remscheid verbunden, als alle anderen Dörfer mit Radevormwald. 

Von Kräwinkel gehen kulturelle Anstöße in Radevormwald aus, hier wohnen Familien und Schulkinder, hier wohnen Gewerbetreibende aus der Stadt. 

Vielleicht kommen sie jetzt damit, dass man, wenn man in Radevormwald so verfährt, müsse man auch woanders gnädiger sein. Ohne jetzt jeden Einzelfall bewerten zu können, meine ich, dass ist in der Tendenz richtig! maschen Sie bitte die Gesetze und Kontrollen für die Neuanlage solcher Siedlungen wesentlich strenger, fordern sie einen strengen Bebauungsplan, der den Bestand kartiert und sichert aber einen weiteren Flächenverbrauch mit baulichen Hauptanlagen verhindert. Da haben Sie meine volle Unterstützung. Aber bitte betreiben Sie keine Prinzipienreiterei, die vielen Menschen das Leben schwer macht und deren Einhaltung der Umwelt kein Stückchen Verbesserung bringt.

Ich würde mir eine Auflage für Radevormwald wünschen, damit diese Siedlung eine Wohnsiedlung werden darf. Radevormwald soll die Siedlung Kräwinkel mindestens alle 2 Stunden per ÖPNV erschließen. Das ist finanzierbar, wenn man in der ganzen Stadt aus dem Schulbus einen Ortsbus macht, wie dies erfolgreich in Hövelhof bei Paderborn schon 1996 passiert ist.  
Eine Buslinie nach Kräwinkel könnte einen Kreis fahren über Honsberg und zurück über Heide fahren und so diese Dörfer mit erschließen. Auch Ausflügler aus der Kernstadt könnten mit diesem Bus in die Natur fahren. Von Remscheid aus fährt in den Sommerferien immer ein gut angenommener "Krawi- Express täglich 4 Fahrtenpaare zwischen Lennep und Kräwinkel. Ähnlich könnte es auch einem Ortbus ergehen von Rader Seite. Der Bürgerbus fährt hier nicht täglich und auch nicht so oft, wie heute schon an Schultagen der Schulbus verkehrt. Und der Bürgerbus ist nicht mit Fahrkarten des VRS nutzbar. Ein Ortsbus würde durchgehende Fahrkarten von und nach Wuppertal, Remscheid oder Düsseldorf erlauben. 

Was also den ÖPNV angeht, ist der "räumliche Zusammenhang" für Kräwinkel sehr leicht herzustellen. Und landesplanerisch lässt sich hier nichts mehr verhindern, weil baulich schon alles da ist. Man kann jedoch stur das heutige Recht durchsetzen und die gewachsenen Strukturen zerschlagen und Familien aus ihrer lieb gewonnen Heimat vertreiben. ich will Ihnen hier nichts unterstellen, aber wer immer nur mit rechtlichen Verfahren zu tun hat, kann auch mal ohne böse Absicht einen Tunnelblick entwickeln. Dann sieht man nur noch, was akut erlaubt und verboten ist und nicht mehr, was man wie regeln müsste, damit es den Bedürfnissen der Menschen entspricht. 

Die umweltpolitische Todsünde war die Zulassung dieser Siedlung und dieser großen Gebäude. In der Zukunft wird sowas hoffentlich verhindert. Aber für die Vergangenheit sollte jetzt hier niemand mehr bestraft werden. das müsste sogar die planerische Unschärfe des Regionalplanes hergeben. 

Ein Beaumot möchte ich noch mitteilen: Die AL wurde von einem Mitglied einer großen Ratsfraktion gefragt: Was setzt ihr Euch eigentlich für die Leute in Kräwinkel ein, die können doch eh hier nicht wählen? Ich bin froh, dass dies nicht unser Bürgermeister war und hoffe, dass Sie konstruktive Gespräche führen, die nach machbaren Veränderungen suchen. Ich erinnere noch einmal an die Unschärfe der Regionalplanung, die dazu führt, dass der Regionalplan alleine kein Diktat für politisch zu erstellende Lösungen darstellen kann. 

Mit bestem Gruß, Felix Staratschek    

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