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Donnerstag, 12. März 2015

Vierter Jahrestag des Super-GAUs von Fukushima: Kein Ende der Katastrophe


ethecon schmähte die Verantwortlichen zu Recht



Auch vier Jahre nach Beginn der nuklearen Katastrophe an der Nordostküste Japans dauert der atomare Schrecken in der Region an. So wurde etwa bekannt, dass die Betreibergesellschaft TEPCO über zehn Monate lang Informationen über ein neues Leck am GAU-Reaktor geheim gehalten hat.


Zugleich gibt TEPCO im Februar 2015 bekannt, Hauptsponsor der olympischen Spiele 2020 werden zu wollen. Auch sollen Gebäude und Sportanlagen in der verstrahlten Region für die Olympiade genutzt werden. Überhaupt sind die Austragungsorte des Sportereignisses in Tokio nur ca. 200 Kilometer vom Ort des weiter in unkontrolliertem Zustand befindlichen Reaktors entfernt.

Für die mehreren Millionen Menschen, darunter ca. 300.000 Kinder, in den verstrahlten Gebieten rund um das explodierte Atomkraftwerk, sieht die Situation anders aus. Sie bleiben nach wie vor ohne Hilfe sich selbst überlassen. Weit über ein Drittel der von freiwilligen Ärzten untersuchten Kinder in der Region weisen Anomalitäten in den Schilddrüsen auf, eine mögliche Vorstufe von Schilddrüsenkrebs. Bereits jetzt erkranken Heranwachsende aus der Region mit einer Häufigkeit an Schilddrüsenkrebs, die über 100 Mal so hoch ist wie bei normalen Verhältnissen. Schilddrüsenkrebs ist häufig die erste sichtbare Folge erhöhter Strahlenbelastung.

Die Regierung erkennt in der Regel die auftretenden Erkrankungen nicht als Folgekrankheiten der Reaktorkatastrophe an, sie weist hilfsbedürftige Menschen häufig sogar ab. Eine unabhängige Gesundheitsbetreuung und -beratung ist nur in einer von Nichtregierungsorganisationen wie "Mütter von Fukushima" selbst gegründeten Klinik möglich.

Hohe Strahlungswerte werden in der ganzen Region Fukushima gemessen. Diese liegen um ein Vielfaches höher als die für Beschäftigte der Atomindustrie geltenden Grenzwerte. Lebensmittel aus den verstrahlten Gebieten werden im großen Stil umdeklariert und gelangen immer häufiger in den Handel.

Wegen des Fukushima-Desasters stellte ethecon im Jahr 2011 bereits Tsunehisa Katsumata, den Vorsitzenden der japanischen Tokyo Electric Power Corporation/TEPCO, den damaligen Präsidenten Masataka Shimizu, weitere verantwortliche Manager und die hinter ihnen stehenden GroßaktionärInnen mit dem Internationalen ethecon Black Planet Award an den Pranger. Sie haben kaltschnäuzig für den Maximal-Profit Sicherheit und soziale Gerechtigkeit geopfert und so die bislang größte industriell bewirkte Menschheitskatastrophe zu verantworten. Im Ergebnis gab es Tausende von Opfern, täglich neu sterben Menschen an den Folgen, Japan wurde großflächig atomar verseucht, die (Langzeit-)Folgen sind nicht abzusehen und die Schäden unermesslich. Besonders perfide sind die bis dato anhaltende Verschleierungs- und Verdunklungspolitik des Konzerns und die Verquickung mit Staat und Politik.

Axel Köhler-Schnura, Gründungsstifter und Vorstand von ethecon: "Wenn Millionen von Menschen vorsätzlich in hoch-radioaktiv verstrahlten Gebieten zurück gelassen werden und sich selbst überlassen bleiben, dann ist das pure Barbarei. Wenn die Verantwortlichen für die Menschheitskatastrophe in Fukushima nicht zur Rechenschaft gezogen werden, dann ist das hochgradig kriminell."

ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie fordert die Haftung der Großaktionäre und die Bestrafung der Entscheidungsträger des Energiekonzerns. Für die Konsequenzen der von ihnen verschuldete Katastrophe müssen die Konzernmanager zur Rechenschaft gezogen werden.

Auch fordert die Stiftung, dass die Weltöffentlichkeit endlich umfassend über die Katastrophe und die Folgen informiert wird.

Die Opfer und Betroffenen müssen endlich angemessen versorgt und entschädigt werden.

Anlässlich des 4. Jahrestages der Atomaren Katastrophe von Fukushima ruft ethecon auf zu Solidarität mit den betroffenen Menschen in Japan.

ethecon bittet um Spenden für die Kinderklinik in Fukushima!

ethecon unterstützt die Demonstrationen anlässlich des vierten Jahrestages der Fukushima Katastrophe am 14.März ab 13:00 Uhr auf dem E.on-Platz in Düsseldorf, am 15.März in Tihange (Belgien) und an zahlreichen weiteren Orten in Deutschland und in aller Welt. Infos für Deutschland unter www.ausgestrahlt.de

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Die Stiftung ethecon ist vor allem durch die jährliche Vergabe ihrer Internationalen ethecon Blue bzw. Black Planet Awards in Berlin bekannt. 

Die ethecon Positiv-Preise ehrten in den vergangenen Jahren 
Diane Wilson/USA (2006), 
Vandana Shiva/Indien (2007), 
José Abreu und Hugo Chávez/Venezuela (2008), 
Uri Avnery/Israel (2009), 
Elias Bierdel/Österreich (2010), 
Angela Davis/USA (2011) 
sowie Jean Ziegler/Schweiz (2012). 

Die ethecon Negativ-Preise hingegen schmähten jeweils namentlich benannte Manager und AktionärInnen der Konzerne 
MONSANTO/USA (2006), 
NESTLÉ/Schweiz (2007), 
BLACKWATER (XE)/USA (2008), 
FORMOSA PLASTICS GROUP/Taiwan (2009), 
BP/Großbritannien (2010),
TEPCO/Japan (2011) 
und GLENCORE/Schweiz (2012).

ethecon ist im Gegensatz zu den vielen Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen eine der wenigen Stiftungen "von unten", die sich mit ihren derzeit 36 ZustifterInnen und dem Leitmotiv "Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!" in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht. Die noch junge Stiftung finanziert sich über Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften.
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