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Donnerstag, 2. Juni 2016

"Keine Gewalt im Namen Gottes" Zur Stellungnahme des ZdK zu "Christen und Muslime als Anwälte des Friedens"

Am Katholikentag 2016 in Leipzig lag eine Broschüre aus zum Thema "Keine Gewalt im Namen Gottes - Christen und Muslime als Anwälte des Friedens". Ich habe diese Broschüre auf der Rückfahrt vom Katholikentag im Zug durchgelesen. Jetzt gehe ich diese Broschüre hier wieder durch und werde mich kritisch mit dem Text auseinander setzen und nach den Koranstellen, die dort zitiert werden recherchieren. Was genau dabei herauskommen wird, wird sich mit dem Text ergeben, den ich ab jetzt formuliere. 

Hier der Gesamttext des ZdK: 
http://www.zdk.de/veroeffentlichungen/erklaerungen/detail/Keine-Gewalt-im-Namen-Gottes-234e/

Auf Seite 4 beginnt der Text der Broschüre. Aber auf dieser Seite stehen nur Gemeinplätze, die sich ein "friedliches und barmherziges Miteinander" wünschen, ohne dies fundiert zu begründen.

Der letzte Satz auf der Seite ist:

"Als Christen und Muslime verurteilen wir jedweden Fundamentalismus, Radikalismus, Fanatismus und Terrorismus." 





Bezogen auf den Terrorismus stimme ich dem zu. Die anderen Begriffe sind aber nicht nur negativ und können  auch für ein konsequentes Verhalten stehen. War Jesus nicht fanatisch, als er mit der Peitsche durch den Tempel ging (was die einzige Geschichte ist, in der er Gewalt anwendet), war Franziskus nicht radikal, als der die Armut wählte und wo kommen wir ohne Fundament hin?

Auf Seite 5 steht, dass es ein "Missbrauch der heiligen Schriften" ist, wenn die nicht zu Frieden führen. Wobei hier schon zu fragen ist, was im jeweiligen Buch Frieden bedeutet? Desweiteren wird der Zwang bei der Glaubensausbreitung verworfen. Dazu muss man aber sagen, dass islamische Eroberung nicht die Bekehrung von Juden und Christen zum Ziel hatte, sondern deren Beherrschung und Ausbeutung zugunsten der islamischen Umma. Zwar konnten Christen zum Islam wechseln, weil die dann aber nicht mehr ausbeutbar waren, hatten Muslime daran oft wenig Interesse. Zumindest ist so ein Verhalten voll mit der Sure 9 Vers 29 abgedeckt, die ich später noch zitieren werde.

Auf Seite 6 steht, dass Kriege, Kämpfe, Machtstreben, Unterdrückung, Ausgrenzung, Vertreibung, Folter, Verletzungen und Missbrauch von Menschen eine "Verkehrung des Friedensauftrages" von Religionsgemeisnchaften sind. Auch hier wird noch nichts mit Fakten unterlegt, woher dieses Postulat abgeleitet wird. Und es ist war, an Brutalität haben in der Gesamtgeschichte sich Muslime und Christen einen unrühmlichen Wettstreit geliefert. Aber es gibt einen Unterschied, während die Urkirche gut 300 Jahre friedlich war, stand der Islam nur 100 Jahre nach Mohanmeds Tod durch militärische Aktionen mitten im heutigen Frankreich und an den Grenzen Indiens, die damals christliche Welt im Nahen Osten und Nordafrika und Spanien wurde überrollt und es ist fast ein Wunder, dass Ostrom, Italien und das Frankenreich dem islamischen Großreich widerstanden haben. 

Auf Seite 7 wird behauptet, das Fundamentalisten aus dem Islam und Christentum dazu neigen, durch theologische Motive Gewalt zu legitimieren. Aber wenn das Neue Testament das Fundament ist, wie will man dann Gewalt rechtfertigen? Mohammed hingegen hat Gewalt angewendet. Ist der nun das, was die Broschüre hier einen Fundamentalisten nennt? Von Mohammed ist der Satz überliefert, "Mein Reichtum kommt vom Schatten meines Schwertes". Jesus hatte zum einen ein kritisches Verhältnis zum Reichtum - was uns reiche Europäer zum Nachdenken bringen sollte - und er hat davor gewarnt zum Schwert zu greifen. Von Mohammed ist überliefert, dass er Kritiker umbringen ließ. Ist das nicht schon eine Form des Terrorismus, die hier im Text abgelehnt wird?

Immerhin spricht die Broschüre mehrfach die Probleme von Christen in islamisch geprägten Ländern an und entlässt hier die Muslime nicht aus der Verantwortung, dagegen vorzugehen. 

Auf Seite 9 wird erstmals der Koran zitiert. Es ist eine Sure aus Mekka. In Diskussionen wird oft gesagt, wenn der Islam sich auf die mekkanischen Suren beziehen würde, wäre der friedlicher, denn das seien die schöneren Suren. Aber wie sollte Mohammed dort anders reden, wo er doch keine Macht hatte. Er hätte sich entweder extrem lächerlich gemacht, so dass ihn keiner mehr ernst genommen hätte oder seine Zeitgenossen hätten ihn als so gefährlich angesehen, dass sie alles getan hätten, ihn los zu werden. Fakt ist, wie ein Mensch mit Macht umgeht kann man erst sehen, wenn er Macht hat. Und deswegen halte ich es für einen Irrweg den Koran in mekkanische und mediniensische Suren zu teilen, um daraus ein Friedenspotenzial abzuleiten. Es gehört gerade zum sonderbaren des Koran, dass dieser nicht allgemein und überzeitlich das deutlich macht, was Gott will, sondern dass dieser immer genau zu dem Verhalten passt, das Mohammed an den Tag legt. Warum sagt Gott jahrelang nichts, bringt dann 24 Jahre lang Koranverse, die alles rechtfertigen, was Mohammed tut, um danach wieder zu schweigen? Warum wird nicht in einem klaren Text das korrigiert, was laut Koran Christen und Juden verfälscht haben? Vor allem bei den Juden bleibt der Koran eine Beschreibung der Inhalte ihrer Verfälschungen schuldig, es reicht vollkommen aus, dass die Juden sind. Bei Christen ist es die Dreifaltigkeit und die Menschwerdung Gottes, die der Koran zurück weist und als sicheren Weg zur Hölle betrachtet. 


Aber nun zu dem Vers, der hier zitiert wird:


"Siehe, Gott gebietet Gerechtigkeit und dass man Gutes tut und dem Nächsten spendet. Und Er verbietet Laster, Verwerfliches und Gewalttat. Er ermahnt euch, vielleicht lasst ihr euch ermahnen." (Sure 16:90)


Das klingt erst mal gut. Aber was gilt im Koran alles als verwerflich? Doch vor allem der Glaube das Gott in Jesus Mensch geworden ist. Wie dieser Vers gilt, wird später im Zusammenspiel mit anderen Aussagen deutlich. Es ist theologisch unredlich, nur Stellen rauszusuchen, die einen gefallen und dann zu sagen, seht, dass ist der Islam. 

Außerdem haben Islam und Christentum ein total unterschiedliches Verständnis, was Offenbarung ist. Für Muslime ist die Wort- Offenbarung Buch geworden und heißt Koran. Für Christen ist die Logos- Offenbarung Fleisch geworden und heißt Jesus Christus. (Im Deutschen gibt es keinen Begriff für "Logos" und "Wort" ist da nur ein schwacher Notbehelf, der nahe an "Logos" herankommt, aber doch nicht alles von "Logos" beinhaltet.) Für Juden und Christen ist die eigentliche Offenbarung Gottes sein Handeln an den Menschen. Davon erfahren wir über die Bibel aufgrund menschlicher Zeugen dieser Offenbarung. Im Islam stammt der Koran aber durch einen Engel direkt von Allah und ist die einzige Offenbarung. Evangelium, Thora (die 5 Bücher Mose) und Psalmen werden in ihrer unverfälschten Urform, die es laut Koran mal gegeben haben soll, ebenfalls als Bücher bezeichnet, die wie der Koran von Allah kamen. Dieser entscheidende Unterschied darf im islamisch - christlichen Dialog nicht vergessen werden. Gleiche oder ähnliche Begriffe haben im Islam und Christentum oft eine ´ganz andere Bedeutung. Beachtet man das nicht, kann es zu ungewollten oder im Sinne der im Islam vorhandenen strategischen Verstellung (Takiya) auch gewollten Fehlinformationen kommen.

Dann wird die 4. Sure zitiert, die schon Medina zugeschrieben wird.


"O ihr, die ihr glaubt! Steht als Zeugen für Gott ein für die Gerechtigkeit auch wenn es gegen euch selber ist oder die Eltern und Verwandten! Ob es ein Reicher oder Armer ist – Gott ist beiden nahe. Folgt nicht der Neigung – damit ihr gerecht sein könnt. Und wenn ihr etwas verdreht oder euch von etwas abkehrt – siehe, Gott ist mit dem, was ihr tut, vertraut." (Sure 4:135)


Auch diese Aussage lässt vieles offen. Aber was steht noch alles in der 4. Sure, gut 600 Jahre nach dem Wirken Jesu. 

Immerhin erlaubt die 4. Sure den Männern 4 Frauen und wenn das nicht reicht auch nach Sklavinnen - wofür, will ich hier lieber nicht ausmalen. Man darf unzüchtige Frauen einsperren, bis der Tod sie befreit, man darf Frauen in ihre Gemächer sperren und züchtigen, Es sind auch Aussagen, die den Krieg gutheißen oder negativ über Juden und Christen reden in der 4. Sure, darunter: 

"4.72  O Gläubige, übt gute Vorsicht im Kriege. Zieht nur in einzelnen Scharen oder auch in der Gesamtmasse gegen sie.
4.75  Lass daher nur solche für die Religion Allahs kämpfen, welchen dieses Leben feil ist für das zukünftige. Wer für die Religion Allahs kämpft, mag er umkommen oder siegen, wir geben ihm großen Lohn.
4.76  Was hält euch den zurück, für Allahs Religion zu kämpfen und die schwachen Männer, Frauen und Kinder zu verteidigen?.....
4.77  Die Gläubigen allein werden für die Religion Allahs kämpfen..... Bekämpft die Freunde des Satans, denn die listigen Pläne des Satans sind doch nur schwach.
4.80  Das Gute, das dir beschert wird, ist von Allah, das Böse aber ziehst du dir selber zu. Wir haben dich zu den Menschen als Gesandten geschickt....
4.81  Wer nun dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah......
4.85  Kämpfe daher für die Religion Allahs und verpflichte nur dich zu Schwierigen - nur für dich trägst du Verantwortung; doch ermuntere auch die Gläubigen zum Kampf, vielleicht will Allah den Mut der Ungläubigen niederhalten, denn Allah ist allen an Kriegsmacht und Gewalt zu strafen überlegen.
4.89  Warum seid ihr der Ruchlosen wegen in zwei Parteien geteilt? Hat sie doch Allah ihrer vergehen wegen verstoßen. Wollt ihr wohl auf den rechten Weg bringen, welchen Allah dem Irrtum anheim gegeben hat? Für den, welchen Allah irreführt, findest du nie den rechten Weg.
4.90  Sie wünschen, das ihr Ungläubige werdet, so wie sie Ungläubige sind, und ebensolche Bösewichter wie sie. Schließt daher nicht eher ein Freundschaftsbündnis mit ihnen, bis sie für die Religion Allahs auswandern. Weichen sie ab, so ergreift sie und tötet sie, wo ihr sie auch finden mögt und nehmt keine Freundschaft und Unterstützung von ihnen,
4.91  mit Ausnahme derer, welche zu einem Volk fliehen, mit dem ihr einen Freundschaftsbund geschlossen habt, oder derer, welche zu euch kommen, weil ihr Gewissen es ihnen verbietet gegen euch... zu kämpfen. ..... Wenn sie euch nun verlassen und nicht bekämpfen, sondern euch Frieden anbieten, so erlaubt euch Allah nicht, sie anzugreifen. ..... sooft diese aufrührerisch werden, sollen sie zugrunde gehen. Wenn sie euch nicht verlassen und euch keinen Frieden bieten, sondern die Hände gegen euch erheben, dann greift und tötet sie, wo ihr sie auch findet. Wir geben euch vollkommene Gewalt über sie. Ein Rechtgläubiger darf keinen Rechtgläubigen töten, es geschehe denn unvorsätzlich.
4.95  Gläubige! Wenn ihr zum Kampf für die Religion Allahs auszieht seid behutsam und sagt nicht zu jedem, der euch mit "Friede!" begrüßt:"Du bist kein Gläubiger!" um ihn der Güter dieses Lebens zu berauben, bei Allah ist mehr Beute. ....
(Man stelle sich mal vor, so ein Satz stünde in der Apostelgeschichte!)
4.96  Die Gläubigen, welche nicht durch Krankheit verhindert zu Hause sitzen bleiben, haben nicht gleichen Wert mit jenen, die vermögen und Leben für die Religion Allahs verwenden.
4.105  Und seid nicht säumig in der Suche und Verfolgung eines ungläubigen Volkes, mögt ihr auch Unbequemlichkeiten dabei zu ertragen haben; auch sie haben deren zu ertragen so wir ihr. Aber die Ungläubigen haben nicht das von Allah zu erhoffen, was ihr zu erwarten habt, Allah ist allwissend und allweise."

Auf Seite 10 kann ich dem Inhalt nicht folgen. Nur wer die Religion so versteht, wie dies Mohammed und der Koran lehren, ist aus islamischer Sicht ein Gläubiger. Schriftbesitzer sind nur dann quasi Gläubige, wenn diese Muslime mit einem anderen Ritus sind, aber die Göttlichkeit Jesu ablehnen. Wie das ZdK zu der Auffassung kommt mit "Gläubige" seien bei folgender  Sure alle religiösen Menschen gemeint, kann ich nicht nachvollziehen:

"Die Gläubigen, die Männer wie die Frauen, stehen einander bei. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Schlechte, sie verrichten das Gebet und entrichten die Bedürftigensteuer, und sie gehorchen Gott und seinem Gesandten. Sie sind es, derer sich Gott erbarmen wird. Siehe, Gott ist mächtig, weise." (Sure 9:71) 


Fragwürdig ist hier auch die Übersetzung von Allah mit Gott. Zwar benutzen die arabischen Christen auch das Wort Allah, aber in der islamischen Tradition ist Allah ein Eigenname, den man nicht übersetzen kann. Wenn ich einen Korantext oder einen islamischen Text übersetze, sollte ich daher nie Allah durch Gott übersetzen. Das hat auch einen Vorteil, man kann durch die Beachtung dieser islamischen Tradition immer trennen, ob ich vom christlichen Gott oder islamischen Allah spreche. Der christliche Gott ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, der islamische Allah wehrt sich mit dem Koran gegen diesen christlichen Glauben. Und wer den Sohn nicht hat, hat laut Neuem Testament den Vater nicht. Auch das 2. Vatikanische Konzil spricht nicht vom Islam, sondern von frommen Menschen, denen Hochachtung gebührt, von den Muslimen. Sie beten einen Gott an und sind oft sehr vorbildlich, aber aus christlicher Sicht haben die nicht nur eine Lücke, sondern der Islam wurde geschaffen als Gegenmodell zum Christentum mit dem Ziel, auf Dauer das Christentum zu marginalisieren. Es darf nur unter der Herrschaft der Muslime bestehen bleiben, wenn sich die Christen unterwerfen. Und das steht ebenfalls in der 9. Sure, die hier zitiert wurde, darunter:


29.23  O Gläubige, erkennt weder Väter noch Brüder als Freunde an, wenn sie den Unglauben dem Glauben vorziehen. Wer von euch sie dennoch zu Freunden nimmt, der gehört zu den Übeltätern.
9.24  Sprich: Wenn eure Väter, Kinder, Brüder, Frauen, Verwandten und euer Vermögen...... euch lieber als Allah und sein Gesandter sind und als der Kampf für seine Religion, dann wartet nur, bis Allah sein Wort erfüllt, Allah leitet ein frevelhaftes Volk nicht.
9.29  Bekämpft diejenigen Schriftbesitzer (Juden und Christen), welche nicht an Allah und den jüngsten Tag glauben und die nicht das verbieten, was Allah und sein Gesandter verboten haben (Z.B. der Glaube an die Dreifaltigkeit Gottes, F.St.) und sich (daher) nicht zur wahren Religion bekennen so lange, bis sie ihren Tribut in Demut (demütiger Unterwerfung, nach Mark A. Gabriel) entrichten (und sich unterwerfen).

Und noch eine Besonderheit hat die 9. Sure, sie erwähnt nicht wie alle anderen Suren zu beginn die Barmherzigkeit Allahs. Für viele gilt die Sure 9 als die letzte geoffenbarte Sure, so dass deren Aussagen als letzte Offenbarung alles aufheben (abrogieren), was vorher anders beschrieben wurde. 

Wie kann man nun behaupten, der vom ZdK zitierte Vers sei universell und wörtlich zu nehmen, aber die von mir genannten Verse nicht? Hat das ZdK den Koran überhaupt gelesen, oder kennen die nur Bruchstücke, die ihnen Muslime genant haben? 

Ab Seite 14 befasst sich der Text mit der Gewalt im Koran und bezieht sich auf die bereits von mir kritisierte Bevorzugung der mekkanischen Verse, um damit die Gewaltverse abzuschwächen. Anhand einer Stelle der 2. Sure wird gezeigt, wie ein Vers fehlgedeutet wird. Die 2. Sure ist bereits aus Medina, aber eher aus der Anfangszeit des Wirken Mohammeds in der Stadt. Es gibt da neben dem Islam noch große andere Gruppen, darunter mehrere jüdische Stämme oder Sippen.

Sure 2.191 sagt, "Tötet sie, wo ihr sie antrefft." Das wird dann vom ZdK und vielen Muslimen verharmlost, weil es sich nur auf eine Auseinandersetzung mit den heidnischen Mekkanern beziehe.  

Aber schauen wir uns mal alle Aussagen der 2. Sure zum Thema Gewalt an (Die Versangaben beim ZdK und meinen Koran weichen leicht ab, da der Koran nicht so einheitlich mit Versnummern versehen ist, wie die Bibel): 

"2.110  Ein großer Teil der gelehrten Schriftbesitzer wünscht, dass ihr , nachdem ihr gläubig geworden seid, wieder ungläubig werdet; aus Neid ihrer Seelen, da sie die Wahrheit sehen; aber kehrt euch ab und vergebt ihnen, BIS (!!!!!!!!) Allah euch seine Entscheidung befiehlt. er ist der Allmächtige.

2.155  Sage nicht zu jenen, die auf dem Weg Allahs (eine im Hadith öfter gebrauchte Umschreibung der Militäraktionen Mohammeds) getötet wurden, sie sind Tod, sondern: "Sie sind lebendig!" Ihr versteht das nur nicht.
2.156  Wahrlich wir wollen euch auf die Probe stellen durch Furcht, Hunger und Schaden, den ihr an Vermögen, Leib und Feldfrüchten erleiden werdet. Aber Heil verkünde ich den frommen Duldenden,
2.157  denen, welche im Unglück sprechen: "Wir gehören Allah an, wir kehren zu ihm zurück."
2.178 .... jener ist gerecht..... der voll Liebe von seinem Vermögen gibt, den Verwandten, Waisen und armen und den Pilgern, überhaupt JEDEN der darum bittet; der Gefangene löst, das Gebet verrichtet, Almosen spendet, der an geschlossenen Verträgen festhält, der geduldig Not und Unglück und standhaft die Schrecken des Krieges erträgt. 
"2.191 Tötet für Allahs Pfad - eure Religion - die euch töten wollen, doch beginnt nicht ihr die Feindseligkeiten. Allah liebt die nicht, die über das Ziel schießen.
2.192  Tötet sie, wo ihr sie trefft, verjagdt sie, wo sie euch vertrieben, vertreiben (aus Mekka?) ist schlimmer als töten. bekämpft sie aber nicht in der Nähe heiliger Stätten. Greifen sie euch aber dort an, erlegt sie auch da, dies ist das verdiente Schicksal der Ungläubigen.
2.193  Lassen sie aber von euch ab, dann ist Allah versöhnend und barmherzig.
2.194  Bekämpft sie, BIS (ist das nicht ein Widerspruch zum zuvor geschriebenen?) ihr Versuch aufgehört hat und ALLAHS RELIGION gesiegt hat. Lassen sie aber ab (Wovon, vom Götzendienst oder vom Kampf?), hört alle Feindseligkeit auf, die nur gegen Frevler (also Ungläubige und Götzendiener!) bestehen bleibt. (Die Klammern in dieser Versgruppe sind von mir und nicht, wie sonst, aus der Koranübertragung!)
Die Aussagen im Hadith sind klarer, wo es heißt, dass ein Muslim nicht getötet werden darf, außer.... er verlässt den Islam.

2.196  Für die Religion Allahs (den Religionskrieg) gebt gern euren Anteil und stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Unglück.
2.217  Der Krieg ist euch vorgeschrieben. Und er gefällt euch nicht? Aber vielleicht ist es so, daß euch etwas missfällt, was euch gerade gut ist und vielleicht auch, dass euch lieb ist, was euch gerade schädlich ist. Allah weiß es, ihr aber wisst es nicht.
2.218 .... Die Verführung (zum Götzendienst) ist schlimmer noch als Krieg (im heiligen Monat). Sie werden nicht eher ablassen, euch zu bekämpfen, bis es ihnen gelingt, euch vom Glauben abzubringen (Frage von mir: Hat nicht Mohammed mit Überfällen auf die Mekkaner begonnen?). Aber wenn einer von euch dem Glauben abtrünnig, also als Ungläubiger stirbt, bleiben seine guten Werke in dieser und jener Welt unbelohnt. das Höllenfeuer ist sein Teil, ewig wird er darin bleiben.
2.219  Jene aber, die glauben und ausziehen, um für die Religion Allahs zu kämpfen, die dürfen Allahs Barmherzigkeit gewärtig sein, denn Allah ist versöhnlich und barmherzig.
2.257 Zwingt keinen zum Glauben, da die wahre Lehre vom Irrglauben zu unterscheiden ist. (Anmerkung von mir: Teil 1 des Verses gehört zu den häufigsten Zitaten im islam.- christl. Dialog, die Begründung wird meist schon weggelassen. Diese zeigt m.E. nämlich, das nicht Toleranz, sondern Abgrenzung im Vordergrund der Aussage steht. Ferner steht in diesem Satz nichts darüber, wie man den den im Glauben Irrenden umgehen soll.)"

Auch wenn hier eine Auseinandersetzung mit Mekka behandelt wird, ist der Text hier eher widersprüchlich. Aber unabhängig davon, wie universell diese Aussagen gelesen werden müssen, 600 Jahre nach dem Leben Jesus, der niemanden zu Tode brachte, sind das brutale Aussagen, die hier Allah an Mohammed gesendet hat, die niemals von dem Gott stammen können, der sich in Jesus geoffenbart hat. Und selbst wenn man diese Verse so lesen will, als gelten die nur für den Sonderfall Mekka, es gibt Stellen im Koran, die auf jeden Fall universeller sind und zur Gewalt aufrufen. Mit denen befasst sich das ZdK aber nicht, obwohl da auch, wie bei Sure 9.29 die Schriftbesitzer ausdrücklich erwähnt sind. Da kann ich nur die Frage wiederholen, hat das ZdK den ganzen Koran gelesen, oder kennen die nur die Stellen, die die Muslime im Dialog nennen? Denn diese Erklärung der 2. Sure kennen ich von der Muslima Hamideh Mohaghegeghi. die Stammgast bei den Katholikentagen ist. Unklar bleibt auch, wie diese Gewaltanwendung der Muslime gegen die Mekkaner eine Korrektur der Verfälschungen sein soll, die die Christen an der Botschaft Gottes begangen haben sollen. 

Auf Seite 17 wird aus der Hadithsammlung von Sahih al Buhari zitiert, von der es eine Auswahl auf Deutsch bei Reclam gibt: 

"Tötet keine Frauen oder Kinder oder Nicht-Kämpfende, und tötet nicht alte und religiöse Menschen. Fällt keine früchtetragenden Bäume und vergiftet nicht die Felder eurer Feinde."

Was ist diese Aussage wert, wenn der Koran es rechtfertigt, dass Mohammed im Kampf gegen einen jüdischen Stamm die Fruchtpalmen (Datteln) abholzen ließ und so die Juden zur Aufgabe brachte, weil ei wichtiger Teil ihres Lebensunterhaltes zerstört war:

"59.6 Was ihr auch an Palmen (in den der Gärten der Juden) fälltet (das Fällen von Palmen war bei den alten Arabern selbst im Konflikt streng verboten, für den Islam wird es hiermit erlaubt)..... es geschah, wie Allah will, um die (jüdischen) Übeltäter mit Schmach zu bedecken."

Im Abschnitt "Gwaltüberwindende Orientierungen" wird auf Seite 20 die Sure 5.8 zitiert:

"Ihr, die ihr glaubt, tretet für Gott ein und legt Zeugnis für die Gerechtigkeit ab. Und die Feindschaft eines Volkes soll euch nicht verleiten, nicht gerecht zu sein. Seid gerecht, das entspricht der Ehrfurcht vor Gott, und nehmt euch in Acht vor Gott. Gott hat Kenntnis von dem, was ihr tut."

Leider hat die 5 Sure auch ganz andere Aussagen, aber die scheinen das ZdK nicht zu interessieren; 

"5.33  Daher haben wir den KINDERN ISRAELS vorgeschrieben, dass, wer einen umbringt, NICHT UM ZU VERGELTEN ODER WEIL DIESER VERDERBEN AUF DER ERDE ANRICHTE, es so sei, als habe er alle Menschen umgebracht. wer andererseits einen einzigen Menschen rettet, nur einem am Leben erhält, sei angesehen, als habe er das Leben aller Menschen erhalten. ....
(Anmerkung von mir: DIESER VERS IST IM DIALOG SEHR OFT ZITIERT; ALLERDINGS OHNE DEN BESTANDTEIL; DAS DIES AN DIE KINDER ISRAELS GESAGT WURDE und oft ohne den Einschub, wann man doch töten darf. DER NÄCHSTE VERS; DER DIREKT FOLGT; WIRD SELTSAMER WEISE NIE IM DIALOG ZITIERT:)5.34  Doch der Lohn derer, welche sich GEGEN ALLAH UND SEINEN GESANDTEN empören und sich bestreben, nur Verderben auf der Erde anzurichten, wird sein dass sie getötet oder gekreuzigt oder ihnen Hände und Füße an entgegengesetzten Seiten abgehauen werden oder das sie aus dem Lande verjagt werden. DAS IST IHRE STRAFE IN DIESER(!!!!!) WELT, und in jener Welt erwartet sie eine große Strafe.
5.35  Doch die, welche bereuen, bevor ihr sie gefangen habt und zwingt, mögen wissen: Gegen sie ist Allah verzeihend und barmherzig.
5.36  O Gläubige, fürchtet Allah und strebt nach der Vereinigung mit ihm und kämpft für seine Religion, damit ihr glücklich werdet.
5.37  Die Ungläubigen aber, und hätten sie auch alles was in der Welt ist und noch viel mehr dazu - um sich am Auferstehungstage von der Strafe loszukaufen - nein, es wird nichts von ihnen angenommen, auf sie wartet große Strafe.
5.39  EINEN DIEB UND EINER DIEBIN HAKT DIE HÄNDE AB, zur Strafe dessen, was sie begangen haben diese warnende Strafe ist von Allah, denn Allah ist allmächtig und allweise.
5.40  Wer aber, nachdem er gesündigt hat, bereut und sich bessert (mit nur einer Hand?) zu dem wird Allah sich wieder hinwenden, denn Allah ist verzeihend und barmherzig (aber leider kein Handchirurg- was passiert bei einem Justizirrtum, wie im Hadith von Al Buhari beschrieben!?!)"



Der Koran kommt hier nicht an die Botschaft Jesu heran. Jesus hat an keiner Stelle die Vergeltung schön geredet. Als die Jünger zu Jesus kamen und fragten, wie oft man vergeben muss, etwa 7 mal, dachten die wahrscheinlich voller Hochmut, was sind wir doch für tolle Menschen, dass wir 7 mal die Vergebung anbieten. Aber Jesus antwortet, ihr sollt 77 mal 7 mal vergeben. Auch der folgende Vers im Koran , den das ZdK hier zitiert, fällt weder hinter den Fortschritt zurück, den Jesus gebracht hat: 


"Die Vergeltung für einen Schaden ist ein Schaden im gleichen Maße. Wer aber vergibt und Besserung bewirkt, dessen Lohn obliegt Gott. Gott liebt die Ungerechten nicht. Diejenigen, die sich wehren, wenn ihnen ein Unrecht zugefügt wird, trifft jedoch kein Vorwurf."

Ähnliche Stellen gibt es mehrfach im Koran. Das ZdK hatte ja Sure 9.71 zitiert, aber in der neunten Sure steht auch folgender Hammersatz, der unfassbar ist, weil man doch immer für andere beten muss, dass kann nicht von Gott sein: 

"9.113  Es ziemt sich nicht für den Propheten und für Gläubigen, dass sie für die Götzendiener beten - und wären es auch ihre nächsten Verwandten - da es ihnen ja bekannt ist, dass diese Gefährten der Hölle sind. 
9.123  O Gläubige, bekämpft die Ungläubigen, die in eurer Nachbarschaft wohnen, lasst sie eure ganze Strenge fühlen und wisst, das Allah mit denen ist, die ihn fürchten." 

Auf Seite 24 wird ein Vers der 3. Sure zitiert, ganz ohne Zusammenhang: 3.64: "Bezeugt dass wir uns Gott ergeben haben." Leider sind viele andere Aussagen der 3. Sure nicht nett zu den Ungläubigen, wozu auch die meisten Schriftbesitzer laut Koran gehören. Denn wer glaubt, dass in Jesus Gott Mensch wurde, der ist ungläubig. Hier also alle Aussagen der 3. Sure zu den Ungläubigen: 

"3.11  Den verstockten Ungläubigen hilft bei Allah weder Reichtum noch Kinder: Ungläubige werden Nahrung des Höllenfeuers.
3.13  Sprich zu den Ungläubigen: Ihr sollt besiegt und in die Hölle verstoßen werden und dort eine unselige Lagerstätte haben.
3.29 O Gläubige, nehmt auch keine Ungläubigen zu Freunden, wenn Gläubige vorhanden sind. Wer aber so tut, der hat vor Allah in nichts Beistand zu erhoffen.
3.33  Gehorcht Allah und seinen Propheten; wendet ihr Euch ab, so wisst, das Allah die Ungläubigen nicht liebt.
3.57  Die Ungläubigen werde ich in dieser und in jener Welt hart bestrafen und niemand wird ihnen helfen.

Hätten die Schriftbesitzer geglaubt, es stünde viel besser um sie. Es gibt zwar Gläubige unter ihnen, die Mehrzahl aber sind Frevler.
3.112  Sie werden euch wenig schaden können und wenn sie gegen euch kämpfen, werden sie vor euch fliehen, da sie keine Hilfe haben.
3.113  Schmach trifft sie, wo man sie auch findet, es sei denn, dass sie sich Allah und den Manchen unterwerfen. Sie haben Allahs Unwillen erregt, Elend kommt über sie, weil sie die Zeichen Allahs leugneten und die Propheten gegen jedes Recht mordeten und Aufruhr und Frevel stifteten.
3.114  Doch die Schriftbesitzer sind nicht (alle) gleich. Es gibt rechtschaffend denkende unter ihnen, welche allnächtlich über die Zeichen Allahs nachdenken
3.115  und Allah verehren und an Allah glauben und an den jüngsten Tag. Diese wollen nur das Recht und wehren dem Unrecht und wetteifern stets in guten Werken. Sie gehören zu den Frommen.
3.116  Was sie Gutes taten, bleibt nicht unbelohnt, denn Allah kennt die Frommen.
3.117  Den Ungläubigen wird bei Allah nichts helfen, weder Vermögen noch Kinder. Sie werden Bewohner des Höllenfeuers und ewig darin bleiben.
3.119  O Gläubige, schließt keine Freundschaft mit solchen, die nicht zu eurer Religion gehören. Sie lassen nicht ab, euch zu verführen und wünschen nur euer Verderben. Ihren Hass haben sie bereits mit ihrem Mund ausgesprochen; aber noch weit schlimmeres ist in ihrer Brust verschlossen. Wir haben euch davon schon Beweise gegeben, wenn ihr sie nur verstanden habt.
3.120  Seht nur, ihr liebt sie- aber sie lieben euch nicht. Ihr glaubt an die ganze Schrift; und sie, wenn sie dir begegnen, sprechen wohl: "Wir glauben", dann heimlich unter sich aber beißen sie sich aus Zorn gegen euch in die Fingerspitzen. Sprich: Sterbt vor Zorn. wahrlich, Allah kennt das innerste des Herzens.
3.121  Wenn es euch gut geht, werden sie betrübt sein aber sich freuen, wenn es euch übel geht. Wenn ihr aber standhaft seid und Allah fürchtet, so wird eure List euch nicht schaden, weil Allah ihr Tun durchkreuzt.
3.13  Sprich zu den Ungläubigen: Ihr sollt besiegt und in die Hölle verstoßen werden und dort eine unselige Lagerstätte haben.
122ff Kriegsszene, Schlacht von Bedr.
3.127  Allah verkündet euch diese frohe Botschaft, damit euer Herz dadurch Vertrauen gewinne. Es gibt keinen anderen Sieg, als durch Allah, den Allmächtigen, den Allweisen.
3.128  Ob Allah die Ungläubigen mit der Wurzel ausrotten will oder niedertreten oder nach und nach aufreiben soll, ob er sich ihrer wieder annehmen oder ob der sie bestrafen soll,
3.129  das - geht dich nichts an. Genug, sie sind Frevler.

3.138  .... Wandert nur auf der Erde umher und seht, welch ein Ende die nahmen, die Allahs Offenbarungen für Lüge hielten.
3.141 ... Die Frevler aber liebt Allah nicht.
3.142  Allah will die Gläubigen prüfen und die Ungläubigen vertilgen.

3.147 Wie mancher Prophet kämpfte schon mit solchen, die 10.000 mal stärker waren, sie ließen dennoch den Mut nicht sinken ob dem, was sie im Religionskampf erduldeten.
3.148  ... stärke unsere Schritte und steh uns bei gegen die Ungläubigen.
3.149  Allah gab ihnen dafür herrlichen Lohn in jener Welt, denn Allah liebt die, welche Gutes tun.
3.150  O Gläubige, wenn ihr auf die Ungläubigen hört, so werden sie euch in die früheren Fußstapfen zurückbringen wollen, dass ihr abfallt und ins verderben stürzt.

3.152  Das Herz der Ungläubigen will ich füllen mit schrecken, weil sie Allah Nebenbuhler zugesellten, wozu ihnen kein Recht gegeben war. Dafür wird ewiges Feuer ihre Wohnung sein, ein schlimmer Aufenthalt für die Frevler.
3.153  Allah hat seine Verheißungen schon erfüllt, als ihr, mit seinem Willen, die Feinde geschlagen habt.."

Es kann nicht Aufgabe des Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sein, den Islam zu definieren und einen Beweis zu bringen, wie friedlich der Islam ist. Es ist auch nicht Aufgabe des ZdK, dazu eine Broschüre herauszugeben.Vielmehr müssen die Muslime erklären, wie diese die kritischen Aussagen im Koran heute sehen, wie diese zur Gewalt stehen, die schon in der Verfassung des Islam, den Koran, angelegt ist. Dieser Koran kommt direkt von Allah und ist unmittelbares Wort Allahs. Für Katholiken gilt an erster Stelle der Auftrag, allen Menschen die Botschaft Jesu zu bringen. Es ist nicht verboten, in den Dialog mit anderen zu treten. Dialog heißt, das man dem anderen zuhört und dieser einem zuhört. Dialog heißt nicht, weder für Muslime noch für Christen, dass man seinen Anspruch aufgibt eine Wahrheit zu verkünden. Solange diese Wahrheit nicht zu Zwang gegen andere führt, kann man diese tolerieren. 

Es kann aber gefährlich werden, den Islam weich zu spülen. Das Gegenteil ist wichtig, es müssen Fragen formuliert werden, auf die wir Antworten wollen. Sonst besteht die Gefahr, dass wir einen strategisch handelnden Islam aufsitzen, der sich heute mekkanisch friedlich gibt, weil das unsere Ohren gerne hören, aber im tiefsten Herzen nur auf die Gelegenheit wartet, auf die mediniensische Phase umzuschalten. 

Solche Broschüren verwirren das Kirchenvolk, verharmlosen die Gefahren, die in den Basistexten des Islam enthalten sind und nivellieren durch eine vermeintliche Ähnlichkeit den Missionsauftrag Jesu. Es gibt genug orientalische Christen und Konvertiten vom Islam zum Christentum, die uns warnen. Leider sind gerade von orientalischen Christen auch viele Äußerungen zu vernehmen, die den Islam schön reden. Das ist aber vor dem Hintergrund verständlich, dass die in einer Minderheit leben, teilweise mit Kultfreiheit, aber so gut wie immer ohne Bekenntnisfreiheit und jederzeit von der islamischen Mehrheit existenziell bedroht werden können. 

Muslime lehnen die Kreuzigung Jesu ab. Sie behaupten, Allah lasse es nicht zu, dass seinen Propheten so etwas geschehe und Gott wäre zu Groß um so was zu erleiden.

Christen denken anderes, Jesus ist Gott, er selber hat gesagt, wer der Größte ist, nämlich der, der sich im Dienst klein macht und für andere einsetzt. Mohammed sprach von seinem Reichtum, den er dem Schatten seines Schwertes verdanke, Jesus warnte davor, zum Schwert zu greifen und sprach, mein Reich ist nicht von dieser Welt. Er wusste, was auf ihn zukommt und wusste was, er als Mensch da aushalten muss. Es wäre ein leichtes gewesen, als Judas die Jüngerschar verließ, um ihn zu verraten, einen anderen Ort aufzusuchen und der Kreuzigung zu entkommen. Aber Gott will solidarisch mit den Menschen sein, er will das durchmachen, was viele Menschen durchmachen müssen, aber er will nicht diese Zustände, sondern er will dass seine Gemeinde darauf hin arbeitet, diese Zustände zu überwinden. Er hat es selbst in seinen Leben praktiziert. 

Im alten Testament wird angekündigt, dass Gott selber kommen wird, sein Volk zu erlösen. Dies ist für Christen in Jesus geschehen. Es war damals brauch, dass man für die Vergebung der Sünden ein Opfer bringen musste. Mit dem Kreuzestod Jesu hat Gott selber ein Opfer gebracht, stellvertretend für alle Menschen, so dass jetzt alle, die dieses Opfer annehmen und nach ihrer Kraft in Jesu Sinn handeln oder wenigstens danach streben gerettet werden. 

Der Islam leugnet dies. Während Gott sagt, er will das alle gerettet werden, sagt Allah im Koran, dass er die Hölle füllen will, dass sich alle Muslime der Hölle nähern müssen und Allah dann die da wegholen will, die er will. Was ist, wenn er gar nicht will? Wer ist es denn, der die Hölle füllen will? Das ist doch nicht Gott!

Oder duldet Gott den sexuellen Missbrauch von Frauen? Allah tut dies:  

"24.34  Denjenigen von euren Sklaven, welche einen Freischein wünschen, schreibt einen solchen, wen ihr sie als rechtschaffen kennt und gebt ihnen von dem Reichtum Allahs, welchen er euch geschenkt hat. Zwingt auch eure Sklavinnen, wenn sie ehrbar und keusch sein wollen, nicht zur Hurerei...... Wenn sie aber dennoch jemand dazu zwingt, so wird Allah, nachdem sie gezwungen wurden, versöhnend und barmherzig sein.
33. 51 Dir o Prophet erlauben wir alle Frauen, die du durch eine Morgengabe erkauft hast und ebenso deine Sklavinnen, welche dir Allah geschenkt hat und die Töchter deiner Oheime und Muhmen, von Vater- und Mutterseite, die mit dir aus Mekka geflüchtet sind und jede gläubige Frau, die sich dem Propheten überlassen und die derselbe heiraten will. Diese Freiheit sollst nur du haben vor den übrigen Gläubigen....
3352 Du kannst zurücksetzen (die Heirat verweigern), wen du willst und zu dir nehmen, wen du gerade willst, ja selbst die, welche du früher verstoßen hast, wenn du jetzt verlangen nach ihr hast. Dies alles soll kein Verbrechen sein.
60) Sage, o Prophet, deinen Frauen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, daß sie ihr Übergewand (über ihr Antlitz) ziehen sollen, wenn sie ausgehen, so ist es schicklich, damit man sie als ehrbare Frauen erkenne und sie nicht belästige....."

Als ob es erlaubt wäre, Frauen zu belästigen! Eine solche Begründung kann doch nicht in einem Buch stehen, dass von Gott kommen soll.

Diese Zeilen dürfen eines nicht, Feindschaft und Hass gegen Muslime wecken. Es geht hier nicht gegen Muslime, sondern um Fragen und Aufklärung zur Ideologie des Islam, welche viele Menschen gefangen hält und die von der Botschaft Jesu befreit werden können. Darüber nachzudenken, wie das gelingen kann, das wäre Aufgabe des ZdK und nicht das ignorieren kritischer Inhalte des Islam. Damit dies gelingen kann, ist aber auch innerkirchliche Kritik wichtig. Denn die schlimmsten Feinde sind die Menschen die in der Kirche Unheil anrichten oder dies aus falscher Scham versuchen zu verdecken. Nur wenn es der Kirche gelingt, ihren eigenen Stall zu reinigen, wird eine neue Evangelisierung gelingen. Aber auch wenn hier noch Hausaufgaben zu erledigen sind, ist es wichtig sich Gedanken zu machen, wie man mit der Botschaft Jesu wieder mehr Menschen erreicht. Mit einer Verharmlosung des Islam, die diese Religion fasst zu einer christlichen Konfession macht, ist es nicht getan. Es ist das eine, im Dialog vorsichtig zu argumentieren, auch um Christen im Orient zu schützen, es ist aber das andere, in einer Broschüre, etwas über den Islam zu behaupten, was in der Praxis sich nicht belegen lässt. Die Fragmente aus islamischen Basistexten (Koran und Hadith) sind zu willkürlich aus dem Zusammenhang gerissen und stellen nur einen Bruchteil der Stellen dar, die geklärt werden müssen, falls sich die Stellen überhaupt klären lassen. Vielleicht ist der Islam nur als Minderheit aushaltbar. Und damit das so bleibt, wäre eine gerechte Weltpolitik nötig, die allen Menschen in ihren Ländern eine gute Lebenschance gibt. Aber die Fragwürdigkeiten rund um den arabischen Frühling und den Syrienkonflikt legen nahe, dass die schlechten Lebensverhältnisse durch Eingriffe von außen gefördert wurden und werden.  Alle schauen auf den Terror des IS, aber niemand fragt sich, über welche Handelsbeziehungen dieser Unrechtsstaat am Leben gehalten wird. Die US- Army, die sich im Irakkieg für ihre Präzesionsbomben rühmte und Drohnen gegen unliebsame Menschen losschickt, ist nicht in der Lage den IS- Handel lahmzulegen, der zu einem Großteil über das NATO- Land Türkei lief oder noch läuft. Hier müsste das ZdK mal Flagge zeigen und sich solidarisch zu allen Menschen stellen, Christen und Muslimen. die unter den Folgen solcher Machenschaften leiden. Es bleibt noch die Frage, ob diese Kräfte, die Syrien, Libyen und andere Staaten ins Unglück stürzen es auch verstehen, sich die islamische Ideologie dienstbar zu machen? 

Wie schon mal am Anfang gesagt, Religionen wird nachgesagt, dass diese sich, wenn die jung sind, sich näher an der Botschaft ihrer Stifter verhalten. In den 100 Jahre nach dem Tod Jesu ist kein Mensch durch Christen gestorben, in den 100 Jahre nach dem Tod Mohammeds brachten die Muslime Krieg von Indien bis Spanien und Frankreich. Es gab leider auch den Kolonialimperialismus Europas und es gibt heute leider den Wirtschaftsimperialismus internationaler Konzerne. Viele Muslime verbinden das mit der Welt, die für sie als christlich gilt. Aber das Neue Testament liefert dafür nicht die geringste Grundlage und schon Mahatma Gandhi meinte, es gäbe kein christliches Abendland, sondern nur eine Region, wo das Geld angebetet wird. Auch das sollte eine Herausforderung an das ZdK sein, damit es mit voller Glaubwürdigkeit die Botschaft Jesu wieder verbreiten kann.

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