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Donnerstag, 22. September 2011

Wahlergebnisse und Parteinamen - Der Weg zum Erfolg der heutigen ÖDP/ Eine Metaanalyse der Wahlen seit 2002

Von Felix Staratschek , in der ÖDP zur Diskusssion gestellt am 17.04.2011
Auch die Berlinwahl im September bestätigt voll meine Ansichten.  Einige aktuelle Angaben zur Berlinwahl 2011 wurden dem Text hintzugefügt.

Liebe Freunde ökologischer Politik!
Aus Sorge, dass die ÖDP noch lange weiter vor sich hin brötschelt und zu jeder Wahl eine andere Partei an uns vorbei zieht, schreibe ich diesen Brief. Für einen Grundstock an Wählern, mit dem wir unsere Ziele fördern können, ist einzig die Abkürzung entscheidend, mit sich sonstige Parteien auf allen Wahlzetteln den Wählern präsentieren
Die ÖDP braucht einen anderen Kurz- Namen!

Alleine mit ihrem Wort- Namen, ohne jede personale Basis, haben in der Vergangenheit sonstige Parteien viele Wähler gewonnen. Diese benutzen statt 3 Buchstaben ganze Wörter.
Das lässt sich an vielen Wahlen zeigen:

Landtagswahl Nordrhein Westfalen 2010:




Nr. auf Wahlzettel Nr. nach Ergebnis
ÖDP 8 17
Piratenpartei 6 6
Tierschutzpartei 11 9
Rentner 20 10
Familie 12 11
Republikaner 7 12
BIG 23 13
---Die Republikaner, die als REP firmieren verschlechterten sich von Platz 7 auf Platz 12.
---Das "Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit" BIG wurde beim Erstantritt auf Platz 23 gesetzt und kam auf Platz 13. Dies dürfte die Ausnahme von der Regel sein, als einzige Partei für Migranten.
---Alle Parteien, die auf dem Wahlzettel nach oben gestiegen sind, benutzten ansonsten ein ganzes Wort als Kurzform.
---Bei den Piraten kommt hinzu, dass diese als recht neue Partei noch nie Niederlagen hatten und dass die zunächst eine Wahlkampfkostenerstattung nach der anderen geholt haben. Sie wurden von den Medien etwas beachtet und haben im Gegensatz zu den anderen Ergebnisstarken Mitbewerbern der ÖDP auch einen motivierten Mitgliederstamm aufgebaut, der bereits deutlich die Zahl der ÖDP- Mitglieder übertrifft. Der Landesverband NRW der Piratenpartei organisiert z.B. Busfahrten von NRW zum Bundesparteitag nach Heidenheim, um die Reisekosten gering zu halten. Also da ist schwung drin, auch deshalb, weil die nicht PPD heißen, sondern Piraten. (Nachtag: 2013 hat die PPD massiv an Schwung verloren, steht aber bundesweit immer noch weit vor der ÖDP, kommunal und in Bayern ist es z.T. anders.)
Bisher haben Familienpartei, Tierschutzpartei und Graue zwar gut abgeschnitten, aber nie die Mitgliederbasis gehabt, wie die ÖDP. Nun kommt mit den Piraten eine Partei, die die Mitgliederbasis der ÖDP bereits übertifft und Wahlerfolge hat. Infostände der Piraten sind gut ausgestattet und selbst in Radevormwald betreibt schon ein Pirat eine Homepage! Für mich sind die Piraten keine Feinde und ich strebe zu denen gute Kontakte an. Aber wenn wir beim ÖDP bleiben, haben wir keine Chance mit denen mitzuhalten. Wir sind höchstens unsere eigenen Feinde, indem wir die Zeichen der Zeit weiter ignorieren, auf die ich schon seit Jahren hinweise.
Da, wo die ÖDP nur knapp ein Mandat hatte, wie im Stuttgarter Regionalrat, könnte das Antreten der Piraten uns einige Protestwähler klauen, so dass uns, wenn wir nicht hart arbeiten, künftig einige wichtige Mandate verloren gehen werden.

Auch bei den Zweitstimmen im Oberbergischen Kreis I zur NRW- Wahl hatte die ÖDP 196 Stimmen, Tierschützer aber 408, Familie 305, Rentner 291 und die Piraten 666.
Im Oberbergischen Kreis II waren immerhin: ÖDP 100 Stimmen, Tierschützer aber 338, Familie 284, Rentner 267 und die Piraten 505
Im oberen Wahlkreis war ich Direktkandidat und hatte 649 Erststimmen. Dafür habe ich ganz Radevormwald alleine mit Flugblättern versehen und plakatiert, während die anderen Mitbewerber nicht präsent waren. Einzig die Piraten haben schon einige Flugblätter verteilt und waren auch mit Plakaten vertreten.


 So wurde 2002 zur Bundestagswahl gewählt. Hier habe ich noch von allen Ländern die Detailergebnisse vorliegen:



ÖDP Tierschutzpartei Familienpartei Graue Anmerkungen
Bund 57.044 150505 30.066 114.336

NRW 4.837 38.106 22.852 22.247

Berlin 2,333



15.883

Ba.Wurttenberg 11,600 27.465

10.152 Besonderheit: ÖDP regional gut vertreten
Bayern 29.982 24.427

7,295 Obwohl die ÖDP hier die beste kommunale Basis hat, erreicht die Tierschutzpartei fast Gleichstand 
Thüringen 3.139



5.989

Hessen 2,422 18,724

6,427

Niedersachsen 1,739 17,536

7,255

Reinland Pfalz 3,957 19,308





Saarland



7,214 3,421


Die Familienpartei holt im kleinen Saarland mehr Stimmen als die ÖDP in viel größeren Bundesländern.
In zwei Bundesländern holt die Familienpartei mehr als die Hälfte der Stimmen, die die ÖDP in 8 Ländern holte. Das hat mich schon vor der Europawahl 2004 veranlasst, Dr. Buchner vorherzusagen, dass die ÖDP von der Familienpartei und der Tierschutzpartei deutlich überholt werden wird. Da Graue, Tierschützer und Familienpartei keine personale Basis haben, die einen besseren Wahlkampf erlaubt, als ihn die ÖDP bot, war mir schon damals klar, dass alleine die Ganzwort- Abkürzung dieser Parteien für deren Wahlerfolg zuständig ist.

Deshalb hatte ich bei einem Bundesparteitag in Coburg schon dafür plädiert, dass die ÖDP ihren Namen ändert auf "ARBEIT UMWELT FAMILIE Ökologisch Demokratische Partei. Das war vor der Bundestagswahl 2005 und nach der Europawahl 2004, weil wir 2005 ja zugunsten der Familienpartei nicht angetreten sind. Mein Ziel war es, den Erfolg der Familienpartei auf die ÖDP zu übertragen und so selber die Wahlkampfkostenerstattung zu erhalten. Damals wäre der Name Arbeit- Umwelt- Familie oder von mir bevorzugt Familie-Arbeit-Umwelt-Die Ökologisch Demokratische Partei noch frei gewesen. Heute hat die AUF den ersten Teil des Namens besetzt. Wenn die mal auf die Idee kommen, auf die Abkürzung AUF zu verzichten, werden die beim Wahlerfolg zum Senkrechtstarter!

Die ÖDP kommt wie so oft zu spät

---Zu spät für die Ökologie, weil die Grünen es versetehen, das Thema medial zu besetzen. Die schlechte inhaltliche Umsetzung ist da nicht entscheidend.

---Zu spät für Bayern, weil die Freien Wähler mehr Beziehungen und Aufmerksamkeit haben und auch kommunal stärker verankert sind,

---Zu spät, weil die Piraten akut die sonstigen Protestwähler einkassieren und immer noch beachtliche Mengen bei der Tierschutzpartei und Familienpartei landen.

Zusammen mit der neuen AUF und auch der PBC haben diese Parteien Wähler angesprochen, die zum Teil ohne deren Auftreten ÖDP gewählt hätten, darunter jüngst in Baden Württemberg:

10.421 AUF,
1.280 Familie,
4.647 PBC und
103.392 Piraten.

Die ÖDP hatte 42.469 Stimmen, für 1 Prozent wären 49.801 Wähler nötig gewesen. Es fehlten also noch 7.332 Wähler. Alleine die AUF hat uns also den Achtungserfolg schon vermasselt, da diese Wähler überwiegend der ÖDP verloren gehen dürften.

Begünstigt war die ÖDP diesmal durch das Einstimmewahlrecht in Baden Württemberg, Dass die AUF auf vielen Wahlzetteln noch verhindert hat. Zur nächsten Wahl werden sich Tierschützer und AUF und Familienpartei landesweit auf dem Wahlzettel befinden. Und ich hoffe auch, dass es kein zweites Fukuschima gibt. Auch diesen einmaligen Schub wird es nicht mehr geben! Und aktivere Piraten und vielleicht auch der Antritt der AUF werden unseren Vertreter in der Regionalversammlung Stuttgart, auch wenn die das gar nicht wollen, eventuell durch Wählerverschiebungen rausschieben. 

Wenn wir jetzt mit ÖDP weiter fahren, lassen wir frei nach Dante, alle Hoffnung fahren und kommen direkt in die ewige UU- Sammel- Hölle (sonstige Parteien müssen vor jeder Wahl tausende Unterschriften sammeln, um auf den Wahlzettel zu kommen.).
Die ÖDP darf nicht länger ihre bundes- und landespolitische Bedeutung der Kommunalpolitik opfern. Leere Kassen, frustrierte Mitglieder, Austritte von erschöpften und enttäuschen Aktivisten sind die Folge. Und Enttäuschungen verstärken Erschöpfungen. Besser noch mal eine Kraftanstrengung bei einigen Kommunalwahlen oder auch der Verlust einiger kommunalen Gebiete, als weiter landes- und bundespolitisch weitgehend bedeutungslois zu bleiben oder nicht das Geld zu haben für gute Aktionen oder notwendige Verfassungsklagen. Hier könnte die ÖDP viel mehr erreichen, hätte diese bereits vor 6 Jahren das ÖDP zum alten Eisen geschmissen und eine Ganz- Wortabkürzung gewählt, die uns bei vielen Wahlen die Wahlkampfkostenerstattunmg gebracht hätte.

Doppelt so viele Stimmen zur Europawahl - wie knapp waren die 0,5%!!!!!!!!!!! (es waren nur 500 Stimmen, die nicht fehlen durften) - und auch bei Bundestagswahlen noch 0,5% und bei vielen Landtagswahlen über 1%, das wäre möglich gewesen, hätten sich nicht in der ÖDP die Bedenkenträger und Traditionalisten durchgesetzt. Dann wäre die Piratenpartei jetzt kein Thema, weil viele Leute, die da jetzt dort aktiv sind schon bei "FAMILIE & UMWELT" mitmachen würden. Wahlkampfkostenerstattung in Baden Württemberg, Rheinland Pfalz, Nordrhein Westfalen, Niedersachsen, Saarland, Thüringen, Hessen, Sachen Anhalt und Berlin wären wahrscheinlich. Bei 10 Bundesländern mit je 50.000 Euro Wahlkampfkostenerstattung wären das 500.000 Euro mehr in der ÖDP- Kasse! (Dem Steuerzahler kostet das nichts zusätzlich, da das Geld nur innerhalb aller Parteien umverteilt wird!)  Und vielleicht hätte das andere Länder mitgerissen und so auch in Bayern zur 5% geführt. Zumindest könnten wir bessere Infostände kaufen und viel ansprechendes Material drucken. 
Ich könnte noch viele Beispiele aufzählen. Es hat sich bei vielen Wahlen wiederholt. 2% Familienpartei in Brandenburg und 4% im Saarland, 3% für die Grauen in Berlin, viele Prozentergebnisse der Tierschutzpartei, wie jüngst in Sachsen Anhalt zeigen, wie leicht der Erfolg ist, es kommt nur auf den Namen an.

Auch Berlin hat das bestätigt: Die Familienpartei tritt nur in einem Wahlkreis an, holt dort mit über 1%, soviele Wähler, wie die ÖDP in ganz Berlin hat (0,1%)! Auch die Tierschützer bekommen trotz des Sogs zu der Piratenpartei noch 1,5%.

FAMILIE & UMWELT Die Ökologisch Demokratische Partei
das bringt
---Prozente statt Promille
---Mitglieder statt Austrítte
---Motivation statt Resigantion
---Schubkarft statt Burn Out
---Aktionen statt Bedauern, was nicht geht
---Klagen vor Gericht, wo Dinge undemokratisch oder ungerecht sind, was wieder Egbenisse verbessert
---Beachtung in den Medien statt weglassen der Promillegruppen
---Umsetzung guter Konzepte statt korrupter Politik

Als Gruhl die Buchstaben ÖDP auswählte, waren solche Parteienkürzel üblich und er konnte noch nicht absehen, was für Gruppen alles hinzu kommen. Aber ich bin mir sicher, wenn Gruhl diese Analyse vorgenommen hätte, die ich aufgrund vieler Wahlergebnisse ermittelt habe, würde er das ÖDP wegwerfen, um mit

FAMILIE & UMWELT Die Ökologisch Demokratische Partei

seine Ziele zum Erfolg zu führen. Das man noch einige Jahre das ÖDP in Klammern auf Flugblätter und Plakate setzt, mag sinnvoll sein, aber die vielen Neuwähler, die ein anderer Name bringt wiegen stärker, als ein paar Leute, die uns ohne ÖDP nicht wählen. Mit ÖDP wählen uns noch mehr nicht. Wir können die Wahlen nur gewinnen, wenn wir uns auf die Mentalität der Wähler einstellen. Und wenn Wähler im Prozentbereich spontan Parteien mit Ganzwort- Abkürzungen wählen, ist es ein enormes Umwelt-, Demokratie- und Menschenrechtsverbrechen an dem Kürzel ÖDP zu kleben, weil so unsere guten Konzepte nur Papiertiger ohne bedeutende Wirkung bleiben. Ich hänge an der Partei, die sich jetzt noch ÖDP nennt und möchte deren Erfolg. Inhaltlich will ich ja keine andere Partei, aber ich will für die Umsetzung der Inhalte Erfolge. Alleine die Tatsache dass ich 1990 durch das sammeln in 4 Wahlkreisen der ÖDP- NRW die Wahlkampfkostenerstattung gebracht habe - es hätte kein Wahlkreis wegfallen dürfen - und dass ich 2009 mit meinen 200 Unterschriften dafür gesorgt habe, dass alle anderen Mitglieder in NRW nicht umsonst für die Wahlzulassung gesammelt haben, zeigt, dass mir die ÖDP so sehr am Herzen liegt, dass ich die FAMILIE & UMWELT nennen will. Verspielen wir jetzt nicht die Zeit, bis ein Überläufer zur Familienpartei uns auch noch diesen Namen wegnimmt oder die AUF die Abkürzung abschaft.

Namenszusätze bringen nichts, da die nicht so groß auf dem Wahlzettel stehen, wie "Piraten, Graue, Grüne, Tierschutzpartei, Renter, Familie". Die großen Worte, die sofort ins Auge springen, die bringen für die sonstigen Gruppen die meisten Wähler, auch da, wo man personell gar nicht aktiv sein kann. Das mag man nicht gut finden, aber das ist so!!!!

Viele Grüße, Felix Staratschek    

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