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Sonntag, 13. Februar 2011

Schluss mit Dioxin im Essen- Foodwatch fordert Kontrolle aller Chargen

foodwatch an mich 11. Feb.2011 Newsletter: Schluss mit Dioxin im Essen! Unterstützen Sie unsere Forderung nach verpflichtenden Dioxin-Tests!

Hallo und guten Tag, Herr Staratschek,
es ist kaum zu glauben, aber wahr: Schon wieder wurden wir von einem Dioxinskandal heimgesucht.

Und das, nachdem erst im Mai letzten Jahres zu hohe Dioxinwerte in Bio-Eiern gemessen wurden. Allerdings hat das Ausmaß dieses Skandals das des letztjährigen noch bei weitem überstiegen. Tausende Agrarbetriebe in verschiedenen Bundesländern wurden zeitweise gesperrt. Größere Mengen des Giftstoffes sind nicht nur in Eiern, sondern auch in Fleisch gefunden worden. Viele Verbraucher fragten sich: Wie konnte so etwas in einem so reichen und angeblich so sicherheitsorientierten Land wie Deutschland passieren?

Die Antwort ist so einfach wie erschütternd: Das Dioxin ist über Fette in Futtermittel gelangt. Und zwar über Fette, die eigentlich nicht für den Verzehr bestimmt waren, sondern nur für die technische Weiterverarbeitung. Dem normalen Verbraucher scheint dies im ersten Moment unglaublich. Denn der macht seinen Salat daheim ja auch nicht mit Nähmaschinen- oder Fahrradkettenöl an. Anders in der industriellen Herstellung von Futtermitteln. Hier zählt in erster Linie der Preis - und technische Öle sind nun mal billiger als Verzehröle. So besteht der Verdacht, dass die Firma Harles und Jentzsch aus Schleswig Holstein auf technische Mischfettsäuren zurückgegriffen hat, die eigentlich für die Papierherstellung bestimmt waren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Aber welche Gefahr geht von Dioxin aus und was genau ist das eigentlich? Dioxine und die dioxinähnlichen polychlorierten Biphenyle (PCB) sind giftig und zum Teil krebserregend. Das besondere Problem: Sie reichern sich ein Leben lang im Körper an und werden kaum wieder abgebaut. Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier und Milch sind für 80 Prozent der menschlichen Gesamtaufnahme an Dioxinen verantwortlich. Besonders besorgniserregend: Die durchschnittliche Dioxinbelastung der Bevölkerung in Deutschland ist bereits am oberen Limit dessen, was die Weltgesundheitsorganisation als gerade noch akzeptabel einstuft. Das ist auch der Regierung bekannt.

Deshalb grenzt es an Volksverdummung, was neuerdings durch die Medien geistert: Da behauptet doch der Präsident vom Bundesamt für Risikobewertung (BfR) Prof. Dr. Andreas Hensel, dass „die Verbraucher sich keine Sorgen zu machen brauchen und bunt und lecker weiteressen könnten“, und: dass "selbst bei Menschen, die in größerem Umfang Ei oder Schweinefleisch mit einer Dioxinbelastung über dem Höchstgehalt verzehrt haben, eine gesundheitliche Beeinträchtigung auch langfristig nicht zu erwarten ist."

Solche Äußerungen sind angesichts der Langzeitgefahren, die bekanntermaßen von Dioxin ausgehen, ein Hohn gegenüber den um ihre Gesundheit besorgten Verbrauchern. Zumal auch das BfR betont, dass die Dioxinbelastung der Bevölkerung gesenkt werden muss. Da fragt man sich, warum die Landwirtschaftsministerin Frau Aigner überhaupt ganz eilig einen 14-Punkteplan mit Gegenmaßnahmen aufgestellt hat. Sollte es am Ende so sein, dass die „Ankündigungsministerin“ so viel Aktionismus an den Tag legt, um die entscheidende Maßnahme gegen die Futtermittelindustrie am Ende doch nicht durchsetzen zu müssen? Nämlich die gesetzliche Verpflichtung der Futtermittelbetriebe alle Chargen der einzelnen Zutaten auf Dioxin zu testen – und zwar bevor sie diese Zutaten ins Futter mischen!

Dass dies bisher nicht vorgeschrieben war, ist ein schwerwiegendes Versagen der Politik. Und dass Frau Aigner es widerwillig auf Druck von foodwatch in ihren Aktionsplan aufgenommen hat, ändert daran nichts. Denn solange das nicht vorgeschrieben ist, wird unsere Dioxinbelastung nicht sinken. Das Panschen und Verdünnen wird weitergehen. foodwatch fordert schon seit Jahren entsprechende verpflichtende Tests. Wäre das Fett auf Dioxine hin untersucht worden, bevor es zu Futter weiterverarbeitet wurde, hätte der aktuelle Skandal verhindert werden können.

foodwatch fordert:

Futtermittelhersteller müssen verpflichtet werden, JEDE Charge einer Futtermittelzutat auf Dioxine zu testen – und zwar bevor sie die Zutat in das Futter mischen. Es darf keine einzige Zutat in das Futter gelangen, die nicht die Grenzwerte einhält.

Bei Grenzwertüberschreitung müssen die betroffenen Chargen vernichtet werden.

Futtermittelhersteller müssen umfassend für Dioxinbelastungen haften und alle aus der Dioxinbelastung entstehenden Kosten tragen.

Helfen Sie uns dabei, diese Ziele zu erreichen, indem Sie Förderer/Förderin von foodwatch werden und setzen Sie gemeinsam mit uns die Politik unter Druck. Helfen Sie uns, dafür zu sorgen, dass die Politik endlich die geeigneten Maßnahmen ergreift, zukünftige Dioxinskandale zu verhindern. Wir geben regelmäßig Laboruntersuchungen in Auftrag, recherchieren, informieren Verbraucher und prozessieren, wenn es nötig ist. Natürlich ist das alles nicht umsonst zu haben. Deshalb: Bitte unterstützen Sie uns und werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch!

Dioxine gehören nicht ins Essen! Der Gesetzgeber muss seiner Verantwortung gerecht werden und die Bürger vor dieser unnötigen Gesundheitsgefahr schützen Dioxine reichern sich lebenslang im Körper an und werden nicht wieder abgebaut – mit zunehmendem Lebensalter steigt die Belastung und damit auch das Krebsrisiko. Frauen geben das Gift während der Schwangerschaft und über die Muttermilch schon an ihre Säuglinge weiter.

Unterstützen Sie uns mit 5, 10 oder 20 Euro monatlich. Gehen Sie einfach direkt auf unsere Website und werden Sie Förderer/Förderin:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

Vielen Dank und herzliche Grüße,

Ihr Thilo Bode (Geschäftsführer)

P.S.: Geld ist das eine. Die Anzahl unserer Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen. Je mehr Unterstützer wir haben, desto leichter können wir auch die Politiker unter Druck setzen, endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen, damit solche Giftstoffe nicht immer wieder auf unseren Tellern landen. Deshalb: Werden Sie bitte Förderer/Förderin und kämpfen Sie gemeinsam mit uns für Ihr Recht!

Wir würden uns freuen, wenn Sie unseren Newsletter weiterempfehlen.

Herausgeber http://www.foodwatch.de/
foodwatch e.V.
Gabriele Richter
Brunnenstr. 181 D-10119 Berlin  Germany
E-Mail: aktuell@foodwatch.de  Info-Telefon: 030 - 28 09 39 95

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