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Donnerstag, 17. März 2011

Der Atomphysiker Prof. Dr. Klaus Buchner (ÖDP) zur Atom- Laufzeitverlängerung

Teil 1 Interview vom 14.11.2010



Teil 2:


Text zum ersten Video:

Volker Reusing im Interview von ÖDP Bergisch Land TV mit dem Atomphysiker Prof. Dr. Klaus Buchner  zur Endlagerung des Atommülls und zu dessen völkerrechtswidriger Wiederverwertung als Uranmunition. Buchner kritisiert die Laufzeitverlängerung wegen wesentlicher Schwachstellen der Reaktoren.  Dr. Buchner war Bundesvorsitzender der Ökologisch Demokratischen Partei (ÖDP) und leitet heute deren Bundesprogrammkommission. Biblis B sei laut Buchner der unsicherste Reaktor der Welt. Atomkraftwerke emittieren radioaktive Stoffe und schaffen so Leukämie. Dieses Video wurde Monate vor der Tsunami- Katastrophe in Fukushima/ Japan aufgenommen, als CDU/ CSU und FDP unter der Bundeskanzlerin Angela Merkel im Dienste von RWE, eon, EnBW, etc. uns mit längeren AKW- Laufzeiten und zusätzlichen Atommüll beglücken wollten.
Kamera: Sarah Luzia Hassel Reusing
Der Kreisverband Bergisches Land umfasst Wuppertal, Remscheid, Solingen, den Oberbergischen Kreis und den Kreis Mettmann. http://oedpbergischland.blogspot.com
Inhalt:
R: Heute ist Sonntag der 14.11.2010, wir sind hier vom ÖDP-Bergischland-TV beim Bundesparteitag der Ökodemokraten in Regensburg. Wir sprechen mit Prof. Dr. Klaus Buchner, der 8 Jahre lang Bundesvorsitzender der Ökodemokraten war. Uns würde interessieren, wie steht die ÖDP jetzt zur Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und warum?.
B: Diese Laufzeitverlängerung ist unverantwortlich, weil die Reaktoren um die es geht Schwachstellen haben. Das sind ganz wesentliche Schwachstellen: Ein wichtiger Punkt ist, dass beim Reaktordruckgefäß, also bei dem Gefäß, dass den ganzen radioaktiven Inhalt des Gefäßes umfasst, Schweißnähte an einer Stelle sind, wo keine sein dürften. Und zwar handelt es sich hier um eine Zone, wo eine besondere Beanspruchung da ist, da darf keine Schweißnaht sein. Diese Schweißnähte werden noch dazu im Laufe des Betriebs immer brüchiger, so dass irgendwann einmal wirklich die Gefahr besteht, dass diese Schweißnaht reist. Wenn die reißt, dann startet das ganze gut 100 Tonnen schwere Reaktordruckgefäß wie eine Rakete in die Höhe, der radioaktive Inhalt, der mit etwa 70 Atmosphären, also ungeheuren hohen Druck da ist, der wird sich in die Umgebung ergießen. Das ist der Supergau. Genau dieser Punkt war es ja, weswegen das Atomkraftwerk Zwentendorf/ Österreich was fertig gebaut war nicht in Betrieb gegangen ist, weil man diese Schwachstelle gesehen hat und sogar beim neuen Reaktor gesagt hat, das ist zu gefährlich. Wir haben in Deutschland vier Reaktoren genau vom gleichen Typ, die sind Baugleich. Das sind Brunsbüttel, Krümmel, Philippsburg 1 und Isar 1. Diese vier Reaktoren sind aber jetzt nicht neu, sondern sind schon sehr lange in Betrieb und man will sie insgesamt 40 Jahre in Betrieb lassen. Das ist unverantwortlich.
Aber es gibt noch viel mehr Schwachstellen. Zum Beispiel bei den Gebäuden gibt es die Schwachstellen, dass die groß gebaut sind und nur gegen Leichtflugzeuge geschützt sind. das heißt, wenn man mit irgend einen größeren Ding da hinfliegt, dann ist das kaputt. Bei Isar 1 ist sogar noch das Brennelementebecken über dem Reaktor. das heißt, wenn hier zum Beispiel Trümmer durch einen Flugzeugabsturz oder Beschuss oder irgendwas reinfallen, dann ergießt sich dieses ganze radioaktive Inventar  auf den Rest. Die Leitwarte des Reaktors ist auch da. Das heißt, die Leute können den Reaktor gar nicht mehr steuern. Es sind so  haarsträubende Konstruktionsfehler bei diesen Reaktoren, genauso bei Philippsburg 1 oder Biblis 1, dass der Sicherheitsbehälter viel zu klein ist. wenn es hier eine Wasserstoffexplosion gibt, dann zerreißt es auch den Sicherheitsbehälter. Kurz gesagt: Es gibt wirklich unglaublich viele massive Konstruktionsfehler. Und der Reaktor Biblis B ist inzwischen in einer größeren Studie der unsicherste Reaktor der Welt der noch läuft.

R.: Wenn man jetzt von diesen großen Unfallgefahren der Atomenergie absieht, beim Normalbetrieb, stimmt das eigentlich, dass es bei einigen Reaktoren oder gar bei allen Reaktoren erhöhte Leukämieraten in der Nachbarschaft dieser Reaktoren gibt?

B.: Ja das ist richtig. das ist aber nicht nur ein deutsches Phänomen, das ist international so. Das hat schon in den achtziger Jahren eine sehr streitbare Kollegin Frau Elly Stuart festgestellt, mit statistisch wirklich sehr ausgefeilten Methoden, für die britischen Reaktoren. Man weiß das von den französischen Reaktoren, man weiß das auch von den alten Reaktoren in der DDR und leider auch bei den westdeutschen Reaktoren. das ist so, das ist auch seit den 90er Jahren bekannt. Die Bundesregierung redet sich drauf raus mit einem sehr sehr schwachen Argument von Frau Kollegin Bleckner, dass man nicht erklären könne, woher diese Leukämie und Krebsfälle kommen. Man kann es natürlich erklären. Es ist so, dass die meisten Reaktoren 10 hoch 13, 10 hoch 13 Becquerel pro Jahr an Radioaktivität in die Luft setzen können (100.000.000.000.000 oder Hundertausendmilliarden). Man muss sich das Vorstellen, eine Eins mit dreizehn Nullen hinten dran. wenn die Leute dann sagen, sie wissen nicht woher die Krebsraten, die Leukämieraten kommen, ja dann fragt man sich, was sie gelernt haben.

R.: Welche Strahlungsrate gilt als verträglich oder was ist die natürliche rate im Vergleich zu den Zahlen?

B.: Viel viel weniger, millionstel, oder so. das kann man überhaupt nicht vergleichen. Und vor allem, die natürliche Strahlung ist vom Wesen her was anderes. Die natürliche Strahlung kommt zunächst einmal vom Weltall, von außen, trifft also im Wesentlichen nur die Haut und außerdem gibt es noch das Radon, dass man inhaliert. Aber das, was von den Reaktoren kommt, wird zum großen teil vom Körper aufgenommen und in den Körper eingebaut, z.B. als Ersatz für das Kalzium, dass im Körper ist oder als Ersatz für die vielen vielen Wasserstoffatome, die im Körper sind. Und das ist die eigentliche Gefahr, weil das dann im Körper drin bleibt und immer weiter strahlt. Das heißt, natürliche Radioaktivität mit dieser radioaktiven Belastung durch die Reaktoren zu vergleichen, ist Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

R.: Wenn die ÖDP jetzt an die Regierung käme, würde diese jetzt die Reaktoren schnellstmöglich abschalten. Jetzt stellt sich für uns die Frage, der bisher produzierte Müll ist ja immer noch in der Welt, wo kann man den am sichersten lagern? Und wie steht die ÖDP zum Beispiel zu Gorleben? Es haben ja auch Ökodemokraten gegen Gorleben als mögliches Endlager protestiert. Aber was soll man stattdessen machen?

B.: Zunächst einmal, niemand in der Welt weiß, wie man ein sicheres Endlager baut. Der Atommüll müsste für mehrere Millionen Jahre sicher von allem Lebendigen weggeschlossen werden. Und da werden immer falsche Zahlen genannt. Es wird immer Plutonium 239 genannt mit 24.000 Jahren Halbwertzeit, nehmen wir Plutonium 242, was  alleine schon 370.000 Jahre halbwertzeit hat, es gibt aber viele radioaktive Isotope, die im Reaktor erzeugt werden mit noch längeren Halbwertzeiten. Das heißt also, nach einer solchen Halbwertzeit ist ja das Zeug nur auf die Hälfte reduziert. wenn man das nimmt, Plutonium 242, es ist im Tonnenbereich bereits angefallen, 30 Millionstel Gramm davon fein verteilt in der Lunge sind tödlich, dann kann man sich vorstellen, wieviele Halbwerzeiten man braucht, um wenigstens eine Zahl von Menschen damit umbringen zu wollen.  Es geht nicht. Kein Mensch in der Welt weiß, wie es geht. Und der Salzstock von Gorleben ist schon von vornherein unsicher, weil wir damit rechnen, das in 30.000 bis 40.000 Jahren hier Wassereinbrüche sind. Abgesehen davon, selbst wenn keine Wassereinbrüche sind: Wir hatten in den Testatommülllagern den Fall, das bei Trockenheit, die im Salz, das Salz unterhalb der Behälter geschmolzen ist, weil der Behälter heiß wird und das Salz darunter schmilzt. Der Behälter ist in das Salz reingegangen und obendrüber ist das Salz wieder auskristallisiert. Das heißt, der Behälter ist plötzlich weg, irgendwo da unten. Was macht man? Es gibt chemische Reaktionen zwischen dem Salz und dem Behälter selbst, noch dazu wenn die chemischen Reaktionen durch die Radioaktivität gegenüber den  normalen Reaktionen verändert werden. Darüber weiß man noch sehr wenig, es gibt sehr viele langsame Prozesse, langsamer als das, was man so schnell im Labor beobachten kann. Hier ist man erst am Anfang überhaupt das zu erforschen. Man weiß aber, dass zum Beispiel das Wasserstoffgase freigesetzt worden sind durch diese radioaktive Radiochemie. Genau sind diese Prozesse noch nicht erforscht aber man hat beobachtet, dass es passiert. das heißt, man tappt hier völlig im Dunkeln.

R.: Das heißt, es müsste sowohl Sicherheit sein gegenüber Salz, damit das Salz nicht schmilzt, die Behälter nicht abstürzen, korrodieren durch das Salz, es muss Schutz vor Wassereinbruch sein, es muss Schutz vor dem Entstehen bestimmter Gase sein und Erdbebensicher muss es wahrscheinlich auch noch sein.

B.: Ja sicher, das betrifft jetzt weniger Gorleben, aber das geplante Endlager der Schweiz, das ist das verrückteste, was man sich vorstellen kann, die wollen das unter Umständen im Rheingraben machen, der sowieso geologisch absolut instabil ist. Und das soll in einer 100 Meter dicken Tonmergelschicht geschehen. Verrückter gehts nicht mehr.

Stichworte zum 2. Video

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